Archiv für den 29. Juli 2006

Formatiert

Samstag, 29. Juli 2006 um 00:28 von Thomas S

Das Formatieren der Festplattenpartionen beziehungsweise das Neuaufsetzen des/der Betriebssystems/e, ist für mich so schrecklich wie Weisheitszähne ziehen. Also ringe ich mich dazu nur alle paar Jahre durch (manche mögen dabei stöhnen; ich kenne Leute, die alle paar Monate alles neu aufsetzen) und gebe mich den Qualen des Aufspielens und Wiedereinstellens meiner Software hin. Ich weiß, es gibt Backup-Software, um sein System als ISO auf Datenträger zu brennen - aber erstens klappt das bei mir nie, wenn ich das probiere nach einer Neuinstallation und zweitens will ich lieber alles neu und kein altes Zeug von vor Jahren.

Gut, gesagt, getan. Windows XP (Studentenversion, günstig erworben in meiner Wiener Zeit an der TU) ging problemlos. (Natürlich habe ich das Routerkabel ausgesteckt, bevor das Service Pack 2 nicht installiert war. Windows XP ohne SP2 ist eine reine Internettodesfalle.) Mit der Linux-Destribution Debian ging es nicht mehr so einfach. Aber nach jahrelangem Hinauszögern habe ich es endlich geschafft: Mein 2-Betriebssystem-System. Dank Futschy bin ich endlich im richtigen BS-Zeitalter angelangt.

Debian ist nun eine gute Distribution (Ubuntu baut darauf auf) und bietet viel. Jedoch zeigt sich an meinem Beispiel, wieso sich Linux noch nicht durchgesetzt hat als Betriebssystem und es auf absehbare Zeit auch nicht wird. Außer es ändern sich einige Bedienungsschnittstellen.

  • Wo ist die fix integrierte Hardware-Verwaltung, wo man übersichtlich auf einen Blick die Hardware-Teile sehen und bearbeiten kann? Und damit meine ich nicht diese komischen vorhandenen Dinger, die mit kryptischen Inhalten und tausend Einträgen jeden abschrecken.
  • Wo ist die einfache Speichermedien-Verwaltung (Festplatten, Partitionen, DVD-ROMs usw.)? Kann doch nicht so schwer sein, ein Script zu schreiben, das Dateien wie fstab automatisch verwaltet, anstatt dass sich jeder Neuling in das Thema einlesen muss, um mal Zugriff auf diverse Festplattenpartitionen zu erlangen.
  • Gibt es einen Paketmanager, der a) entweder einfach funktioniert oder aber b) aktuelle Versionen von Paketen anbiete kann? ;) Veraltete Pakete machen einen Paketmanager irgendwie unnötig.

An solchen Kleinigkeiten scheitert Linux. An benutzerfreundlichen Kleinigkeiten. Das ist nicht Windows-Verwöhntheit, das ist einfach eine normale Anwenderforderung. Wozu soll man sich mit sowas beschäftigen, wenn man doch nur damit arbeiten will? Und man will ja damit arbeiten. Nur wird es einem verdammt schwer gemacht.

Naja, ich muss mich mal reinarbeiten - wenn ich die Muße dazu habe.

PS: Derzeitiger Stand installierter Software auf WinXP: Media Player Classic, 7-Zip, PDFCreator, GhostScript, Java RE, eMule, Gaim, Firefox (diverse Versionen), Thunderbird, TV-Browser, OpenOffice.org, FileZilla, GIMP, GTK+, KompoZer (ein NVU-Fork), Notepad++, TrueCrypt, Adobe Reader, Winamp Lite, mIRC, AntiVir PE. Natürlich noch nicht vollständig, aber ein Trend lässt sich daraus sicher ablesen. ;)

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