Schmerzgrenze

Donnerstag, 2. Juli 2009 um 21:49 von Thomas S

Was die Leute alles auf sich nehmen, um bei Windows bleiben zu können, ist schon kurios.

Da gibt’s jene, deren Vista-Recovery-DVD vom Hardware-Hersteller bloss auf englisch verfügbar ist. Die müssen dann mit der englischen Benutzeroberfläche von Windows leben. Unt sie tun es.

Da gibt’s andere, die von Microsoft Office 2003 auf 2007 umgestiegen sind und sich überhaupt nicht mehr auskennen, keine Befehle finden und viel langsamer und unproduktiver arbeiten als vorher. Einzelne Funktionen werden wochenlang gesucht und sogar mit Hilfe anderer Kollegen, die ihnen beim Suchen helfen, oder externer EDV-Spezialisten nicht gefunden. Aber kaum zeigt man ihnen OpenOffice.org 3, gehen sie in Abwehrstellung und schimpfen und fluchen über das “Mistding” und den, der ihnen dieses Stück Software aufgespielt hat. Dabei ist die Umstellung von MSO 2003 auf 2007 viel schlimmer als ein Umstieg von MSO 2003 auf OOo 3. Sie leiden mit Microsoft, aber sie lieben es.

Wieder andere schlagen sich mit Cracks und Software-Raubkopien herum, warten wochenlang auf den richtigen Crack, den eines Tages jemand im Internet bereit stellt, kopieren DVDs, tauschen kryptische, gefälschte Registrierungsschlüssel aus (und schlagen sich sogar tagelang mit der unleserlichen Schreibweise der Schlüssel herum, bis sie es endlich hinbekommen).

Als Benutzer quelloffener Software luge ich dann oft im Geist kopfschüttelnd zu den Leuten rüber und denke mir: Ich kann mir alle Sprachen herunterladen, die ich benötige, sei es von Ubuntu, OpenOffice.org oder Firefox. Ich stelle mich einmal auf ein plattformunabhängiges Programm um und bin damit überall zufrieden - sei es in der Arbeit unter Windows oder zuhause unter Ubuntu. Ich brauche weder Cracks, noch kopeierte DVDs, noch Registrierungsschlüssel - ich lade mir alles aus dem Internet herunter und installiere es ohne qualitative oder quantitative Beschränkung. Und wenn es eine gute Bezahlversion von einer sonst quellofenen Software gibt, die sich lohnt, oder um eine Spende gebeten wird, so entscheide ich mich auch mal dafür. So hat jeder etwas davon.

Ich schlussfolgere beinhart:

Die Leute würden sich lieber von Microsoft ins Gesicht scheißen lassen, als auf etwas anderes Nicht-Microsoft’sches umzusteigen.

PS: Andererseits habe ich auch schon Verweigerer für MSO 2007 erlebt und jene, die sich auch privat OpenOffice.org installiert haben, da sie es (durch mich) “von der Arbeit her kennen”.

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desktop4education - ein österreichisches Schullinux

Mittwoch, 1. Juli 2009 um 23:06 von Thomas S

Nachdem ich erst kürzlich das Schullinux nach Kremser Art gefunden habe, offenbart sich mir ein weiteres Linuxprojekt für österreichische Schulen: desktop4education.

Als Teil des EU-Aktionsplans i2010 wolle man den Einsatz von Open Source Software an österreichischen Schulen fördern, schreibt das Ministerium den Direktoren in einem Begleitschreiben. Der Plan sieht vor, ab 2010 das Geld für die Lizenzen von Office-Software an Schulen zu streichen, ab 2012 will man auch keine Kosten für Betriebssysteme mehr tragen. Deshalb planen inzwischen immer mehr Schulen den Wechsel zu Open Office und Linux.

Wenn das wirklich stimmt, wäre das eine gute Sache - weg vom Konzern- hin zu offenerem Denken. Nur allein der Glaube daran fehlt mir. Und sei es, dass Microsoft die Lizenzen dann eben herschenkt.

Auf die weitere Entwicklung bin ich jedenfalls gespannt.

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In letzter Sekunde - Mitarbeit bei Mozilla

Dienstag, 30. Juni 2009 um 23:41 von Thomas S

Am Abend und in der Nacht vom 29. zum 30. Juni war es wieder soweit. Alle Jahre wieder: Der Vorabend der Veröffentlichung einer neuen Hauptversion von Firefox. Im Jahr 2009 ist es Firefox 3.5, das ich gern als das “wahre Firefox 3″ bezeichne, da es viele Verbesserungen enthält, die aus Zeitmangel 2008 in Firefox 3.0 nicht Einzug finden konnten.

Was hat es nun mit dem Vorabend der Veröffentlichung auf sich?

Das ist der Abend, an dem - man kann es fast schon so nennen - traditionell die Übersetzung der neuen Mozilla-Webseiten für Firefox gemacht wird. Das ist eine Herkulesaufgabe innerhalb kürzester Zeit. Die meisten Übersetzer anderer Sprachen haben bereits am Wochenende daran gearbeitet, die deutschsprachigen Übersetzer haben sich das meiste bis zu 12 Stunden vor der Veröffentlichung von Firefox 3.5 aufgespart. ;-)

Die deutschsprachige Version der umfangreichen Funktionsübersichtsseite war vor den Briten die vorletzte Übersetzung, die fertig geworden ist. Das hört sich knapp an? Ist es auch. Andererseits war es kein Ding der Unmöglichkeit. Michael “Coce” und ich, die Verantwortlichen für die Website-Übersetzungen, haben fleißig übersetzt, gegengelesen und die Dateien auf die Mozilla-Server hochgeladen. Und ich muss sagen, trotz der späten bzw. frühen Stunde, zu der die letzte Übersetzung (nämlich die Funktionsübersicht) fertig wurde, lagen wir im Zeitrahmen, den ich mir selbst gesetzt hatte. Michael hatte am Wochenende außerdem schon etwas vorgearbeitet.

Pascal, der “Wächter” über alle Übersetzungen der Mozilla-Website, sah das sicher nicht so cool wie ich. Schließlich ist Deutsch die am zweithäufigsten aufgerufene Sprache nach dem Englischen für die Website und die Mozilla-Produkte. Gäbe es Verzögerungen, wäre das ein Marketing-Desaster. Aber Michael und ich sind ein eingespieltes Team und ich hatte bereits letztes Jahr der Vergnügen, Henrik bei der Übersetzung der selben Seiten zu helfen - damals für Firefox 3.0. Ich wusste also um den Arbeitsaufwand.

Warum ich das alles schreibe?

Weil Firefox freie, quelloffene Software ist und ich denke, dass die Arbeit(sweise) der Freiwilligen bei Mozilla durchaus auch offen gelegt werden kann. Firefox und alles, das zum Mozilla-Universum gehört, wird hauptsächlich (was die absolute Zahl der Mitarbeitenden betrifft) von Freiwilligen unterstütz und geleistet. Ohne diese ehrenamtlichen Mitarbeiter gäbe es keine Übersetzungen, keine Hilfe in Webforen, keine Mund-zu-Mund-Propaganda, weniger Funktionen in Firefox und als Konsequenz aus all dem ein weniger freies, offenes World Wide Web für alle.

Die Website wird ebenso von Freiwilligen übersetzt und nicht von einem teuren Übersetzungsbüro. Dahinter stehen also auch nur Menschen und Firefox-Anwender, wie vielleicht auch Du einer bist. Und entgegen dem gängigen Klischee sind die Mozilla-Mitarbeiter keine Computer-Freaks, die kein Privatleben hätten. Ganz im Gegenteil. Ich weiß das, denn ich habe schon viele von Angesicht zu Angesicht kennengelernt und habe mit ihnen ein Bierchen getrunken. :-)

Der Titel “In letzter Sekunde” ist natürlich reißerisch und stimmt nicht ganz. Aber vieles im Open-Source-Bereich wird spontan und kurzfristig gemacht, was das Endergebnis um so besser macht. Es gibt also viele Aufgaben, die man kurzfristig und bloss für kurze Zeit für Mozilla (oder ein anderes Open-Source-Projekt) erledigen kann.

Kleine Schritte für neue Mitarbeit

Wer also einen kleinen Schritt hin zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit tun will, ist herzlich dazu eingeladen. Im deutschsprachigen Forum und Chat gibt es genug Ansprechpartner, die einem beispielsweise beim Erstellen einer Firefox-Erweiterung oder beim Übersetzen eines SUMO-Artikels oder der einer Mozilla-Kampagne (1,2) behilflich sein können. Das impliziert keine Verpflichtung für die Zukunft. Und wer tiefer in das Mozilla-Universum eintauchen will so wie Michael und ich, kann das später immer noch tun.

Es gibt viele spezifische Aufgaben, die noch nicht “besetzt sind”, auf die man sich stürzen kann, um einen ersten Einblick zu gewinnen.

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Firefox 3.5 ist da

Dienstag, 30. Juni 2009 um 20:37 von Thomas S

Firefox 3.5 ist da!

Und diesmal fühlt es sich wieder gut an! Nicht so wie die Veröffentlichung von 3.0, für die ich mich emotional nicht erwärmen konnte (technisch und praktisch gesehen natürlich schon).

Denn diesmal gibt es wieder haufenweise neue Webstandards-Verbesserungen - allen voran die native Abspielfähigkeit für Musik und Videos im Format Ogg Theora und Vorbis. Im Artikel Webstandards und Firefox habe ich mich mit Firefox 3.5 und seine Beziehung zu Webstandards näher beschäftigt.

Da ich aber nicht die unzähligen Webseiten nachahmen will, die die neuen Funktionen von Firefox 3.5 verkünden, beschränke ich mich (wieder) auf eine Link-Sammlung:

Firefox 3.5 ist da!

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Sogar Bugzilla kann witzig sein

Donnerstag, 25. Juni 2009 um 19:22 von Thomas S

Firefox 3.5 bekommt einen Privaten Modus, bei dem keine Surf-Daten gespeichert werden. Deshalb wird er landläufig auch als “Porno-Modus” bezeichnet. Nun hat im entsprechenden Bugzilla-Eintrag dazu jemand einen Kommentar geschrieben:

I’ve found a new bug. When I want to turn on Private/Porno Mode I have to use two hands (crtl+shift+p). Sometimes this is impossible, you know…Quelle

Nebenbei: Darauf, dass er Strg und die Umschalttaste auch auf der rechten Seite der Tastatur benutzen kann, ist er nicht gekommen. ;-)

Ich find’s witzig, you know…?

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In Erwartung von Thunderbird 3 Beta 3

Dienstag, 16. Juni 2009 um 21:34 von Thomas S

Die Fertigstellung von Thunderbird 3 schreitet voran. Die 3. Beta kommt hoffentlich noch im Juni oder spätestens Juli. Ich bin gespannt, welche Neuerungen per Voreinstellung aktiviert sein werden. Die Bugzilla-Liste mit “b3ux” markierten Bugs gibt Aufschluss über die wichtigsten noch anstehenden Arbeiten an der Oberfläche/Usability für die 3. Beta. Besonders auf das neue Suchwerkzeug, das mit Gloda arbeitet, und eine überarbeitete (abgespeckte) Symbolleiste freue ich mich - wenn es denn rechtzeitig (oder überhaupt) für Thunderbird 3 fertig wird.

Was erwartet die hoffnungsvollen Thunderbird-Nutzer sonst noch nach bisherigem Stand?

  • Für Endanwender ist das direkte Eingeben/Verwalten von Signaturtext je Konto sicher eine der wichtigsten Verbesserungen. Bislang musste man eine Text- oder HTML-Datei erstellen und diese mit Thunderbird verknüpfen. Das ist sehr aufwändig und umständlich und für Unwissende eigentlich unmöglich, da es nicht selbsterklärend ist. Nun kann jeder Otto Normalverbraucher seine Text- oder HTML-Signatur direkt in der Kontoverwaltung eingeben und fertig.
    Die neue direkte Signatur-Eingabe
  • Mit der Archivieren-Funktion kann man alte Mails in einen Ordner seiner Wahl ablegen lassen. So stören sie nicht mehr in aktiven Ordnern. Dabei kann man (im Konfigurations-Editor für Fortgeschrittene) wählen, ob man alles in einem einzigen Ordner haben will, ob Unterordner je Jahr oder auch Unterordner je Jahr und Monat erstellt werden sollen. Hoffentlich lässt sich dieses Schema in der nächsten Thunderbird-Version auf eigene Bedürfnisse anpassen.
    Die neue Archiv-Funktion für alte Mails
  • Die Schnelleinrichtung von Konten ist für mich eine der innovativsten Verbesserungen an Thunderbird 3: Einfach seinen Namen, seine vollständige E-Mail-Adresse und sein Passwort eingeben und das Programm sucht sich in einer bei Mozilla gespeicherten Liste die passenden POP-, IMAP- und SMTP-Daten. Bevorzugt werden glücklicherweise gesicherte Verbindungen mit SSL oder TLS. Werden keine passenden Daten gefunden, kann man sie selbst vervollständigen. - Ich bin fast geneigt zu überlegen, meine eigene Domain da einzutragen (falls das überhaupt ginge); dann muss ich mir die ganzen Einstellungen nicht mehr merken.
    Die neue schnelle Konten-Einrichtung
  • Mit dem Activity-Manager wird man endlich die Hintergrundvorgänge nachvollziehen können: Von welchem Konto wurden wie viele Mails abgerufen, wann wurden Mails wohin verschoben oder gelöscht usw. Leider habe ich noch keine Datei gefunden, in der diese Daten abgespeichert werden. Es wäre schade, wenn sie nicht abgespeichert werden, da der Activity-Manager beim Beenden von Thunderbird geleert wird.
    Der neue Activity-Manager
  • Da die Schaltflächen für “Antworten, Weiterleiten, Löschen” usw. näher bei den Mails selbst sein sollen, hat man sich entschieden, die Schaltfläche von der Symbolleiste direkt in den Kopf der Mailansicht zu verschieben. Ich finde das sehr gut. Leider ist es noch nicht flexibel - man kann noch nicht wie in der Symbolleiste einzelne Symbole ausblenden oder hinzufügen. Das ist aber für die danach folgende Thunderbird-Version geplant.
    Die neuen Schaltflächen in der Kopfzeile von Mails
  • Gloda ist das Zauberwort, hinter dem sich die “Globale Datenbank” verbirgt. Durch die Indexierung wird die Suche nach und in Mails um ein Vielfaches schneller als bisher.
  • In Verbindung mit den beiden Vorgängerpunkten (Symbole in die Mailansicht verschoben und Gloda) hoffe ich ganz stark auf die neu gestaltete Symbolleiste mit einem verbesserten Suchwerkzeug. Eine Vorschau davon konnte man im Februar mit der innovativen Erweiterung “exptoolbar” erleben. Der Umgang ist sehr viel anders als alles bisherige in Mailprogrammen. Aber wenn auch nur 30% davon umgesetzt werden würden, wäre das schon ein Segen.
  • Ordner und Mails lassen sich in Tabs anzeigen. Leider ist die ganze Sache derzeit noch unausgegoren. Geöffnete Tabs lassen sich nach einem Programmneustart nicht wieder herstellen, Tabs lassen sich nicht verschieben, Mails lassen sich nicht automatisch in Tabs öffnen usw.
  • Adressen kann man mit dem Stern in der Mailansicht schnell in das Adressbuch eintragen wie in Firefox die Lesezeichen.
    Schnell ins Adressbuch eintragen
  • Die Kalender- und Aufgabenverwaltung Lightning wird nicht fix eingebaut, sondern ist weiterhin ausschließlich als Erweiterung nachträglich installierbar. Dieser Schritt wurde vor Monaten notwendig, da die meisten Lightning-Entwickler von Sun Microsystems vom Projekt abgezogen wurden und nun die nötigen Ressourcen zum Weiterentwickeln fehlen. Als Erweiterung ist Lightning unabhängig von Thunderbirds Veröffentlichungszyklus und kann selbst seinen “Rhythmus” finden.

Leider werden tiefgreifendere Arbeiten am System wie die Umstellung des Mail-Speicherformats auf ein Datenbank-ähnliches System, Integration von Social-Network- und Messenger-Fähigkeiten und anderes auf eine künftige Version von Thunderbird nach 3.0 verschoben. Wichtig ist aber erstmal, dass alle Verbesserungen von Gecko 1.9.1 (welches auch Firefox 3.5 seine Schnelligkeit verleiht) endlich die Thunderbird-Nutzer erreicht. Wenn dann die darauf folgende Thunderbird-Version 3.1 oder 3.5 jene Mängel ausbügelt, die die neuen Funktionen in der Version 3.0 noch besitzen, wäre das schon ein großer Schritt vorwärts.

Ich würde mir nur noch wünschen, dass die Mozilla-Verantwortlichen nicht so stiefmütterlich auf Thunderbird (und Mailprogramme im Allgemeinen) herabsehen würden. Es besteht ein Bedarf an Alternativen zu MS Outlook - nicht jeder möchte seine Mails online verwalten in zig Webkonten.

Neues 2009-06-24:
Ich habe einige Bildschirmfotos eingefügt.

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Halbjährliche Verbesserungen

Dienstag, 16. Juni 2009 um 21:22 von Thomas S

Ich muss es einmal loswerden: Diese halbjährlichen Veröffentlichungszyklen von einigen Software-Projekten mag ich ungemein. Ich bin jedesmal von den Verbesserungen und der nicht revolutionären, aber stetigen Weiterentwicklung begeistert, wenn ich OpenOffice.org 3.0 mit dem Vorgänger 2.4 vergleiche - oder OpenOffice.org 3.1 mit 3.0. Auch GNOME und mit ihm Ubuntu bringt mit jeder Version einen Mehrwert, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer ins Auge sticht. Meinen alten Rechner mit Ubuntu 7.10 und GNOME 2.20 mag ich gar nicht mehr starten, wenn ich ihn mit dem Laptop mit Ubuntu 8.10 und GNOME 2.24 darauf vergleiche.

Unter Ubuntu 7.10 ist noch Firefox 2 der Standardbrowser. Wenn man sich die aktuellen deutschsprachigen Nightlies von Firefox 3.5 herunterlädt, dann ist der Unterschied zum 2er wie Tag und Nacht. Ich kann es kaum fassen, allein von der Seitenladegeschwindigkeit und der besseren Integration der Oberfläche in GNOME sind die Fortschritte erstaunlich! Ein halbjährlicher Veröffentlichungszyklus von Mozilla Firefox würde mir auch gefallen. (Naja, das hätte natürlich auch Nachteile.) Die nächste Version, die derzeit noch mit Firefox.next betitelt wird, soll ja bereits in einem dreiviertel Jahr erscheinen - wie auch Firefox 3.5 ein halbes/dreiviertel Jahr nach Firefox 3.0 erscheinen hätte sollen. Vielleicht schafft Mozilla nach Firefox 3.5 die Verkürzung auf zumindest unter ein Jahr.

Kurzum: Kurze Veröffentlichungszyklen sind toll für die Anwender und hoffentlich auch für Entwickler, die ihre Errungenschaften schnell an die Frau und den Mann bringen können.

1 Kommentar vorhanden Abgelegt unter Allgemeines, Software (andere), Linux

Die “Fastest Firefox-”Kampagne

Dienstag, 9. Juni 2009 um 01:09 von Thomas S

Da es sich im deutschsprachigen Internetz anscheinend noch überhaupt nicht herumgesprochen hat - nur Brainfood berichtete vor 6 Tagen darüber - muss ich ein bisschen Werbung machen:

Mozilla hat Anfang Juni die Marketing-Aktion und Kampagne “Fastest Firefox” ins Leben gerufen.

Helfen Sie uns, der Welt mitzuteilen, dass Firefox 3.5 der schnellste Firefox aller Zeiten ist. Beginnen Sie damit, ein Videos an uns zu schicken, das Ihre schnellste Fähigkeit zeigt.

Es ist ganz einfach, bei der Kampagne “Fastest Firefox” mitzumachen. Nehmen Sie Ihr Talent (stricken, Schnitzel wenden, Zähne putzen oder was auch immer!) und zeigen Sie uns in einem Video, wie Sie es tun - SCHNELL!

Wenn jemand so ein schnelles Talent besitzt und es vorzeugen möchte, ist er dazu eingeladen, es zu filmen und an Mozilla zu schicken.

Seite: fastestfirefox.com

PS: Ich nutze Firefox 3.5pre schon produktiv und ich muss zugeben, Werbesprüche wie “Firefox 3.5 ist doppelt so schnell wie 3.0 und zehnmal schneller als 2.0.” sind kein Witz. Gecko 1.9.1 hat Firefox wieder um einiges schneller und “schlanker” gemacht als seinen Vorgänger.

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Schullinux nach Kremser Art

Montag, 25. Mai 2009 um 23:08 von Thomas S

Über derStandard.at bin ich auf den Artikel Linux am USB-Stick für Österreichs Schüler gestoßen.

Ich finde das eine hervorragende Investition in die Zukunft für die Schule und die Region Krems. Diese Lehrer haben erkannt, dass den Schülern ein Verständnis für Rechner, Textverarbeitung und Browser nicht allein mit Windows, Microsoft Office und dem Internet Explorer vermittelt werden kann und muss.

Mit diesem Linux auf dem USB-Stick (ob damit auf einem Rechner nun fix installiert oder nicht) erspart sich die Schule den Update- und Lizenzwahn großer Softwarekonzerne und damit viel Geld - und Eltern und Schüler ersparen es sich, teure Rechner und neueste Software zu kaufen (oder mit illegalen Raubkopien zu hantieren, damit man Microsoft Office 2003 wie in der Schule zuhause installieren kann anstatt das alte Microsoft Office XP nutzen zu müssen, in dem einige Menüs und Assistenten anders aussehen als beim Nachfolger und die Schüler sich deshalb gar nimmer zurechtfinden bei den Übungen von von EDV-Lehrerin Margarete Schimmelmeyer … - um ein Beispiel aus dem Alltag zu nennen).

Schön an dieser Distribution ist, dass sie auf Debian aufbaut, das absolut frei ist, und so am besten kompatibel zu beliebten Distributionen für Privatanwender wie Ubuntu ist. Einen negativen Beigeschmack hat, dass damit “schon wieder eine neue Distribution” aus dem Boden gestampft wurde. Das war aber wohl einfacher, als auf bestehende Distributionen wie Skole Linux oder Edubuntu (Infos auf Deutsch) aufzubauen, die nicht so flexibel in der Anwendung ausgelegt wurden wie das Linux-Betriebssystem aus Krems. Zumindest ist es gut, dass die Verantwortlichen mit anderen Schulen, die ebenfalls Linux mit den selben Anforderungen haben oder möchten, in Kontakt treten. Es sollte nicht jeder das Rad neu erfinden müssen.

Was mir noch aufgefallen ist der - relativ gesehen - veraltete Softwarebestand - z.B. OpenOffice.org 2.4, wo es bereits die um ein Jahr jüngere Version 3.1 gibt, die um Welten besser ist als die 2er-Reihe. Für die Admins ist es aber sicher einfacher, auf einem Stable-Zweig von Debian aufzusetzen als auf den Unstable-Zweig (von dem z.B. jede halbjährliche Ubuntu-Version abstammt), das aktuellere Software bietet. Dazu fehlt es an den nötigen Ressourcen.

Ich wünsche den Verantwortlichen weiterhin viel Erfolg mit Ihrer Arbeit und hoffe, dass die Schulleitung auch in Zukunft hinter dem Projekt steht und nicht irgendwann einknickt und doch wieder auf MS-Lizenzkauf umschwenkt. Es ist schön zu lesen, dass es engagierte EDV-Lehrer gibt, die ihren Schülern etwas beibringen und die Schule entlasten wollen. Fade Lehrer, die monotonen Lehrstoff wie aus den 90ern herunterbeten und stupiden “Marktführer”-Softwaregebrauch predigen und damit hintenrum illegales Raubkopieren fördern, gibt es eh schon genug.

Verweise:

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Interoperabilitätsprobleme mit MSO2007 SP2

Montag, 4. Mai 2009 um 20:47 von Thomas S

Seit kurzem ist das Servicepack 2 für Microsoft Office 2007 fertig und kann von der Microsoft-Website heruntergeladen werden. Ich und sicher viele andere haben lange auf diesen Augenblick gewartet: endlich native Unterstützung des genormten OpenDocument-Dateiformats durch ein Microsoft’sches Hauptprodukt.

Angekündigt wurde die neue Interoperabilitätswelle seitens Microsoft vielerorts (wie in ODF Implementation Notes for Office 2007 SP2). Von Rob Weir und OpenOffice.org-Ninja wurde die ODF-Fähigkeit des SP2 nun grob unter die Lupe genommen: Update on ODF Spreadsheet Interoperability für Tabellenkalkulationen und Microsoft support for OpenDocument ganz kurz für Textverarbeitung.

Alles in allem ist die Interoperabilität zwischen Microsoft’schen ODF-Dateien und denen anderer Software-Hersteller (OpenOffice, KOffice, Google …) noch eher bescheiden. Leider. Aber es ist ein erster Schritt und hoffentlich werden die internen MSO2007-Konverter noch vor dem nächsten Servicepack aktualisiert, wie es bei dem CleverAger-Add-in regelmäßig geschieht. Die Zeit zwischen MSO-Servicepacks ist nämlich sehr lange. Zu lange. (Und es solle ja niemand sagen können, nur MS-eigene Dateiformate erhalten die Interoperabilität und ODF nicht. ;-)

Nun ist nur noch zu hoffen, dass die Ausarbeitung der Spezifikation von ODF 1.2 bald seinen Abschluss findet und in die ISO-Gremien überführt werden kann. Das wäre ein großer Schritt, damit alle ODF-Software-Hersteller (außer Sun Microsystems) von ODF 1.1 auf ODF 1.2 umsteigen können, was der Interoperabilität einen Schub und den Herstellern mehr Möglichkeiten geben würde.

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Ist das denn Windows?

Freitag, 1. Mai 2009 um 22:35 von Thomas S

Australier haben ein nettes Experiment gemacht: Sie zeigten in einer Fußgängerzone Leuten einen Laptop und stellten das darauf laufende Betriebssystem als Windows 7 dar. Die Leute waren beeindruckt - und schockiert, als sie erfuhren, dass sie gerade KDE 4 gesehen hatten.

Sowas in der Art müsste mal einer bei uns auch machen, damit man den Leuten die ersten Ängste und Vorurteile gegenüber Nicht-Windowsen nimmt.

Hier gehts zum Video: Is it Windows 7 or KDE 4?

Danke an planet.ubuntuusers.de und ubuntu-center.de für diesen Tipp!

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Webstandards und Firefox

Mittwoch, 25. März 2009 um 00:17 von Thomas S

Eigentlich ist der Text schon über ein halbes Jahr alt. Ich habe ihn zuerst zurückgehalten, umgeschrieben, wieder zurückgehalten und zwischendrin und seitdem immer wieder vergessen. Nun veröffentliche ich ihn und hoffe, er ist durch die geänderten Verhältnisse seit der ursprünglichen Niederschrift nicht schon überholt.

Immer mehr Nutzer surfen mit Firefox durch das World Wide Web. Viele deutschsprachige Webentwickler aber sind immer unzufriedener mit dem Browser von Mozilla und suchen nach Alternativen. Wieso sinkt sein Stern unter den Web-Spezialisten?

Als vor bald einem Jahr Firefox 3.0 erschien, kam es einem vor, als wäre es die am wenigsten beworbene und weiter empfohlene Firefox-Version seit 1.0 vor vier Jahren. Viele Webentwickler kritisierten den neuen Firefox: zu viele neue unsinnige Funktionen, zu wenig Fortschritt bei der Umsetzung von Webstandards.

Auch ich ersparte mir detaillierte Berichte über Firefox 3. Ich verwies lieber auf andere, meist englischsprachige Artikel über die Vorzüge von Firefox. Natürlich hat Firefox 3 Vorzüge vor älteren Versionen oder anderen Browsern. Selbstverständlich! Sonst würde der Browser weltweit nicht immer beliebter werden. Aber für Webentwickler und jene, die an Webdesign und Webstandards interessiert sind, bietet Version 3 zu wenige Verbesserungen in Relation zur langen Wartezeit zwischen Version 2 und 3 und im Vergleich zu den 15.000 Bugzilla-Einträgen, die abgearbeitet wurden. Webstandards betrafen leider nur einen verschwindend geringen Teil dieser Verbesserungen, siehe Firefox 3 for Developers: CSS-Enhancements.

Die Entwickler-Gemeinschaft konzentrierte sich mehr auf die Verbesserung des Grundgerüsts von Firefox (Gecko) und der Vereinfachung und Veredelung der Oberfläche (Lesezeichen-Bibliothek, neuer Addons-Manager, besseres Aussehen unter Linux und Mac OS X usw.). Auch an der Seitenaufbaugeschwindigkeit und am Speicherverbrauch wurde gearbeitet. Das ist für die Zukunftsfähigkeit des Browsers wichtig, aber Webstandards-Kleinigkeiten wie die Möglichkeit seit Version 3, Weiterleitungen und Neuladen von Webseiten zu unterbinden (Bug 83265), gehen da unter und sind auch zu wenig.

Firefox 3.5, das Anfang Sommer 2009 erscheinen soll, wird schon viel mehr von CSS 2/3 und HTML5 verstehen als seine Vorgänger. Die Entwickler waren inzwischen fleißig. Haben sie die Kurve gekriegt?

Die Verbesserungen in Firefox 3.5 sind toll, aber was muss geschehen, damit Firefox wieder von den Profis geschätzt und beworben wird, die ihn am Anfang so stark unterstützt haben? Liegt es daran, dass er ein Massenbrowser geworden ist und man sich so nicht mehr von den normalen Nutzern unterscheidet? Liegt es an fehlenden oder an zu vielen neuen Funktionen? Sind die Ansprüche an die Webstandards-Unterstützung nicht mehr zufrieden zu stellen, weil Firefox dabei früher vor anderen Browsern lag und er nun immer mehr an Boden verliert? Ist Firefox nicht mehr so notwendig in Zeiten, in denen sich sogar der Internet Explorer in die richtige Richtung zu entwickeln scheint und sich das IE-Team die Unterstützung von Webstandards auf die Fahne geschrieben hat?

Es soll nicht soweit kommen, dass Firefox nur mehr ein Browser unter vielen für die Webentwickler-Szene darstellt. Dazu ist das Web an sich ein zu wichtiges, offenes Wissensmedium, das auch offen und frei bleiben soll. Diese Offenheit wird nur gewährleistet, wenn freie Programme die Richtung angeben oder sie zumindest die “bösen Closed-Source-Buben” mit Marktmacht auf dem richtigen Weg halten können.

Also: Was ist notwendig, damit der Open-Source-Browser wieder attraktiver wird für Webentwickler?

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IE8 mit viel CSS 2.1, aber auch mit vielen Fehlern

Montag, 23. März 2009 um 22:40 von Thomas S

Der Internet Explorer 8 ist kürzlich erschienen. Lobenswerterweise hat das IE-Entwicklerteam viel Energie in die Einhaltung von Webstandards investiert. Namentlich CSS 2.1 hat davon profitiert und Microsoft rühmt sich, die beste CSS 2.1-Unterstützung zu bieten, die es am Browser-Markt derzeit gibt.

Ob das so ist und ob das noch am Ende des Jahres so ist, sei mal dahingestellt. Möglicherweise kann uns bald www.webdevout.net über den derzeitigen Stand Auskunft geben. Überrascht hat mich aber die gerade entdeckte Information, dass der IE8 226 Fehler in der Webstandards-Darstellung von implementierten Funktionen hat: Browser bugs section von Gérard Talbot. Gecko und Safari 3 haben laut der Liste je 1 Fehler, Opera hat eine von Version zu Version abnehmende Zahl an Fehlern, der IE hingegen eine zunehmende.

Es gibt also bei allem Lob noch einiges nachzubessern.

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GNOME 2.26 freigegeben

Donnerstag, 19. März 2009 um 23:55 von Thomas S

Heute wurde GNOME 2.26 freigegeben, das keine revolutionären, jedoch viele Detailverbesserungen beinhaltet. Ich vermute, dass ich nicht widerstehen kann, am Laptop doch von Ubuntu 8.10 auf Ubuntu 9.04 umzusteigen, obwohl ich bisher nur alle .10-Veröffentlichungen nutzen wollte.

Die absolut beste Beschreibung der neuen Funktionen inklusive Bildern liefert derStandard.at ab. Da stehen auch Sachen, die andernorts nicht erwähnt werden. Großes Lob an die Redaktion.

Mit seinen bebilderten Artikeln hat derStandard.at die Nase wie Golem.de bei seinen Video-Interviews, die ab und zu in Artikel eingebaut werden.

Die offizielle Liste der wichtigsten Neuerungen gibt es wie immer bei gnome.org.

PS: Internet Explorer 8 ist anscheinend seit heute von Microsoft freigegeben. Damit ich das auch erwähnt habe.

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ISO 26300 möglicherweise auf ODF 1.1 erweitert, ODF 1.2 erst in 2 Jahren

Mittwoch, 18. März 2009 um 23:47 von Thomas S

Ich habe heute kurz die ODF-Mailingliste durchstöbert und ein paar interessante Informationen entdeckt.

Derzeit laufen anscheinend die Abschlussarbeiten zu ODF 1.2 im Technischen Komitee für ODF bei der OASIS. In den nächsten Monaten wird der Entwurf der Öffentlichkeit zur Begutachtung präsentiert (die laufenden Arbeiten können jedoch auch schon bei der OASIS eingesehen werden). Danach wird bei der OASIS über ODF 1.2 abgestimmt. Und erst danach wird ODF 1.2 an die ISO weitergeleitet, wo ODF 1.0 bereits als IS 26300 als Norm zertifiziert ist.

Währenddessen wird bis Ende März um Vorschläge gebeten, was in ODF nach Version 1.2 integriert und verbessert werden soll. Die nächste ODF-Version wird “ODF-Next” genannt. Robert Weir hat dazu in der Mailingliste zu ODF Anfang Februar 2009 einen Textentwurf geschrieben. (Ich habe nicht gesucht, ob diese Ankündigung in der Mailingliste oder sonst wo bereits offiziell verkündet worden ist. Da das Zeitfenster bis 31. März 2009 jedoch sehr kurz ist, gehe ich davon aus, dass das schon geschehen ist.) Die Vorschläge werden gesammelt und am 1. Mai 2009 dem Technischen Komitee vorgestellt.

Weiters hat Robert Weir in der Mailingliste angefragt, ob der Wille und die Zeit dazu besteht, ODF 1.1 bei der ISO einzureichen und die Neuerungen von ODF 1.1 als Ergänzung zu ISO/IEC 26300:2006 zu veröffentlichen.

Auf die Antwort eines Brasilianers, der lieber auf ODF 1.2 warten würde, da der Übersetzungsaufwand so hoch ist und ODF 1.2 ja fast fertig sei, antwortete Dennis Hamilton:

With regard to timing, you said

    "I think that this should be a good idea a few years ago, 
    but with ODF 1.2 almost ready, this decision would impose
    us an unnecessary effort."
I don’t think ODF 1.2 is almost ready as an ISO Standard, and I haven’t done the math on the PAS submission time sequence, but it seems to me that we might be as much as two years away from appearance of an IS for ODF 1.2.Quelle

Also laut seiner Schätzung wird es noch zwei Jahre dauern, bis ODF 1.2 eine ISO-Norm wird.

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