Die Frist für grafische Änderungen an Firefox 4 für Linux-Betriebssysteme läuft Ende des Sommers, Anfang Herbst ab. Wer sich an den Details beteiligen und Einfluss nehmen will, wie Firefox 4 unter Linux aussehen wird, der sollte sich mit den Verantwortlichen melden und Vorschläge unterbreiten.

Persönlich gefällt mir dieser Vorschlag mit der Menüleiste unter Linux besser als der andere Vorschlag mit der Firefox-Schaltfläche, die Firefox ähnlich wie Opera und Chrome unpassend aussehen ließe.

In der Entwicklungsphase von Ubuntu 10.04 kam die Idee eines kostenlosen, für Einsteiger gedachtes Handbuch auf. Das Ubuntu Manual Project war geboren. Mit der Veröffentlichung von Ubuntu 10.04 erschien so ein Handbuch – aber nur auf Englisch. Nun folgt die deutschsprachige Version, die man ab sofort kostenlos herunterladen kann.

Seite des Ubuntu-Handbuchs

Es gibt eine PDF-Version, die für das Drucken optimiert ist, eine PDF-Version, die für die Bildschirmausgabe optimiert ist, und eine Kaufversion für rund 8 Euro.

Manchmal darf man richtig schön stolz auf sich sein. Und am Mittwoch war so ein Tag, an dem ich das war. Denn ich habe etwas Neues geschafft. Ich habe wichtige Daten auf einer versehentlich formatierten und teilweise überschriebenen Festplatte wiederhergestellt.

Das klingt nicht gerade weltbewegend. Für meinen Arbeitskollegen, dem die Daten gehören, ist es das aber. Für mich ist es das auch, weil ich vorher noch nie etwas mit Datenrettungswerkzeugen zu tun gehabt hatte. Und vor allem bin ich stolz auf das Ergebnis, weil ich in 3 Tagen geschafft habe, was eine EDV-Firma in einer Woche nicht fertig gebracht hat.

Womit habe ich das gemacht? Mit Testdisk. Testdisk ist ein geniales Open-Source-Programm, mit dem man verloren geglaubte Daten oder Partitionen wiederherstellen kann. Zufällig hatte ich eine Weile zuvor das c’t-Sonderheft Linux gekauft, bei dem eine Live-CD der von Debian abstammenden Linux-Distribution Knoppix dabei war.

Ich habe einen Rechner mit Knoppix im CD-ROM-Laufwerk gestartet. Dann habe ich die Festplatte, auf der sich die verlorenen Daten befanden, lesend eingebunden und mit Hilfe des Befehls dd die gesamte Festplatte kopiert und als Image-Datei auf eine größere Festplatte abgespeichert. Diese ganze Aktion lief nebenher während eines ganzen Arbeitstages, da das Festplatten-Image auf eine per USB angeschlossene externe Festplatte kopiert wurde, was natürlich nicht besonders schnell ging. Dieses Image habe ich dann lesend gemounted. Nun konnte ich mit dem Image der Festplatte arbeiten und experimentieren. Die Originalfestplatte blieb dabei unberührt.

Experimentieren musste ich aber gar nicht, denn ich habe einfach Testdisk gestartet und eine Analyse durchgeführt. Es kamen viele Festplattenfehler zum Vorschein (seltsam, da die Platte nur einmal drüberformatiert wurde; vielleicht gab es auch einen Hardware-Defekt, der bisher noch nicht bemerkt worden ist). Danach lies ich eine „Deeper Search“, eine intensivere Suche auf Cylinderebene durchlaufen, was wiederum erst am nächsten Tag abgeschlossen war.

Das Ergebnis dieser intensiven Suche waren wieder viele Fehlermeldungen und einige Partitionsstücke, die ich dann auf wiederherstellbare Dateien durchforsten konnte. In diesen fand ich dann viele wichtige Dateien, die ich sofort exportierte. Dieser Kopierprozess lief den ganzen Tag über und am Ende waren rund 170 GB an brauchbaren Daten wiederhergestellt.

Das alles lief über die Live-CD mit Knoppix und mit dem Programm Testdisk. Testdisk ist ein simples, englisch gehaltenes Konsolenprogramm. Aber es ist Gold wert! Es hat ein wesentlich besseres Ergebnis geliefert als die ganzen pseudoprofessionellen proprietären Kaufprogramme mit ihren hübschen grafischen Oberflächen, die Windows-Administratoren und jeder Computerlaie per Maus bedienen kann. Bei Testdisk muss man sich vielleicht hier und da mit Internet-Anleitungen einlesen, dafür bringt es aber auch das erhoffte Ergebnis – für jeden.

Gestern Abend habe ich eine Live-CD von Ubuntu 10.04 gebrannt und auf meinem Rechner ausprobiert. Der erste Eindruck, was das Aussehen betraf, war durchweg positiv. Besser gesagt: Ich war begeistert! Endlich ist dieses abgewandelte GNOME-Standard-Theme abgelöst und durch ein moderneres Aussehen ersetzt worden.

Vom optischen Eindruck her gefällt mir sonst noch openSUSE 11.2. Das sieht auch durchwegs professionell aus. (Abgesehen von der Tatsache, dass ich die graue KDE-Fensterdekoration scheußlich finde – in jeder KDE-Distribution.) Fedora hingegen mit seinem abgewandelten “Clearlooks” sieht altbacken aus und wird keinen Umsteiger optisch vom Ofen hervorholen. Aber Fedora zielt eh mehr auf die erfahreneren Linux-Nutzer ab.

Nachdem Ubuntu Linux-Distributionen endlich etwas mehr ins Rampenlicht der Medien gebracht und leichter ausprobier- und benutzbar für Nutzer gemacht hat, bringt es nun die angestaubte (GNOME-)Optik auf Vordermann.

Mark Shuttleworth und das Ayatana-Team von Canonical möchten das Benachrichtigungssystem umkrempeln. Der Bereich, der unter Windows “System Tray” heißt und sich rechts unten in der Taskleiste neben der Uhr befindet, befindet sich z.B. bei GNOME rechts oben – ebenfalls neben der Uhr, neben dem Benutzermenü und anderen Symbolen für Netzwerkverbindungen, Lautstärke usw. Dort finden sich üblicherweise auch Benachrichtungs- und Systemstatussymbole. Unter Windows melden sich dort gerne die berühmten Sprechblasen (“Baloons”). Unter Ubuntu gibt es dort seit 2 Versionen die hübschen, nicht anklickbaren Informationsblasen.

Mit dem Ayatana-Team soll in diesem Bereich des Bildschirms nun alles möglichst vereinheitlicht werden. Möglichst nur noch ein Symbol für Lautstärke, Netzwerktätigkeiten, Nachrichtenprogramme, Benutzerstatus, Uhr usw. Sie sollen ein Menü haben, das nicht veränderbar ist, damit Programmentwickler nichts hineinpfuschen und den Benutzer verwirren können.

An sich finde ich das eine gute Sache. Es ist schön, wenn sich ein Team, eine Firma oder eine Gruppe von Leuten auf ein Problem stürzt, für das es bislang noch keine besondere Pflege gab (zumindest unter GNOME ist das so; KDE hat angeblich ein gut durchdachtes Benachrichtigungssystem).

Jedoch teile ich die kritische Meinung einiger deutschsprachiger Ubuntu-Blogger, dass sich Mark und Canonical da in ein Problem vertiefen, das eigentlich gar kein so großes ist. Es gäbe so viele andere Felder, die mehr “Liebe” benötigen würden – auch abseits der tollen 100-Paper-Cuts. Die sehr begrenzten Resourcen von Canonical werden also für ein kleines “Problem” von anderen Arbeiten abgehalten.

Das zweite Problem an der Sache ist, dass GNOME 3 erst frühestens im Herbst 2010 veröffentlicht wird und noch gar nicht völlig absehbar ist, wie die Benachrichtigungen dort gehandhabt werden. Vielleicht bringen die GNOME-Entwickler ja ein eigenes, neues System mit, das sich besser in die GNOME-Shell integriert als in das bisherige Panel-System.

Das führt mich gleich zum dritten und gravierendsten Problem: Es ist noch gar nicht sicher, dass GNOME oder gar KDE die Mühen von Canonical in ihre Projekte übernehmen und so der ganzen Linux-Gemeinde zugänglich machen werden.

Fehler

Mark darf nicht den Fehler machen, den auch schon IBM am Anfang seines Linux- und Open-Source-Engagements vor 10 Jahren gemacht hat: Teile des Linux- und Open-Source-Kosmos kontrollieren zu wollen (englisch).

Mark ist äußerst motiviert, seit er Ubuntu 2004 in die Welt der Linux-Distributionen entlassen hat. Und das hat ihm bereits viele Feinde und Neider unter den anderen, älteren Distributionen geschaffen. Wenn er nun versucht, außerhalb jeder “übergeordneten” Instanz – sei es GNOME, sei es KDE, sei es freedesktop.org – etwas zu erschaffen, mit dem er auch andere Distributionen außer Ubuntu selbst beglücken will, ist das meiner Meinung nach von vornherein zum Scheitern verurteilt. So funktioniert die Open-Source-Welt nicht.

Das ist auch das Problem, das man hätte, wenn man auf einmal 100.000 Euro zur Verfügung hätte und irgend etwas aus der Open-Source-Welt, das man gerne verbessert gesehen hätte, unterstützen wollte. Man könnte mit dem Geld zwar Leute finden, die sich irgendwie mit dem Quelltext auskennen, aber ob das programmierte Ergebnis dann von den anderen Entwicklern an dem Programm akzeptiert und übernommen wird, ist mehr als fraglich.

Ich hoffe, Mark fällt mit seinem Vorgehen nicht auf die sprichwörtliche Schnauze. Denn das wäre sehr schade für Ubuntu und für Linux insgesamt.

Canonical und Mark Shuttleworth machen sich derzeit keine Freunde. Besonders nicht bei den angestammten Linuxern, die oftmals nicht sehr offen für Veränderungen sind. Von einmal eingetretenen heiligen Pfaden tritt man nur ungern ab.

Zuerst die Sache mit dem neuen Aussehen von Ubuntu, welches man im Ubuntu-Wiki bewundern kann.

Dann die Sache mit den Fensterleisten. Dazu gab es im Ubuntuusers-Planet unzählige Artikel und noch mehr Diskussionen und Debatten im WWW.

Und nun auch noch die Umstellung von MiB auf MB. Derzeit zeigt Ubuntu z.B. 1 MB an, was aber eigentlich 1024 kB oder 1 MiB bedeutet. Ab Ubuntu 10.04 wird 1 MB wirklich 1 MB oder 1000 kB sein. (Sofern ich das richtig verstanden hab.) – Nachtrag 2010-04-24: Diese Umstellung wurde auf Ubuntu 10.10 verschoben.

Aber zurück zu den Fensterleisten. Den Blick auf das Wiki-Bildschirmfoto des Desktops von Ubuntu 10.04 Alpha 3 finde ich gar nicht mal erschreckend. Sicher, die Knöpfe für Schließen, Mini- und Maximieren sind links und haben eine andere Position, ich vermute aber, Windows- und Linux-Umsteiger würden zu oft den äußerst linken Knopf drücken (versehentlich) und so das Fenster schließen, wäre der Schließen-Knopf ganz links außen – wie oft gefordert wird. Indem er weiter innen liegt, ist die Gefahr weniger groß. Ich finde es aufgeräumt. Mal sehen, wie lange man braucht, sich umzugewöhnen.

Ob man die Argumente in der Liste in Ximions Blog gegen die neue Position der Knöpfe unterstützt oder sie mal wirken lässt, sei jedem selbst überlassen. Ich hoffe aber inständig, Canonical produziert hier nicht halbgare Geschichten und stößt so nicht auch noch seine Befürworter vor den Kopf. Die von den Ubuntu-Nutzern aufgezeigten Schwächen in der derzeitigen Alpha-Version sollten noch ausgeräumt werden.

Melanzani und Orange. Nein, der Titel bezieht sich nicht auf die gleichnamigen Nahrungsmittel, sondern auf den künftigen neuen Markenauftritt von Ubuntu.

Melanzani ist der österreichische Name für Aubergine und das teilweise auberginefarbene Aussehen von Ubuntu ab 10.04 soll die Ausrichtung auf Firmenkunden repräsentieren. Der orangefarbene Teil soll die Ubuntu- und Open-Source-Gemeinde (Neudeutsch: Community) darstellen, durch den Ubuntu erst lebendig wird.

Zumindest ist das die Begründung von Mark Shuttleworth in seinem Blog: Light: the new look of Ubuntu.

Zu diesem Thema gibt es noch hunderte Artikel und Blogbeiträge im WWW, die man sich über die Suchmaschine seiner Wahl oder über Online-Technikmagazine oder -Zeitungsausgaben leicht zusammensuchen kann. Zum Teil wird recht heftig über das neue Aussehen von Ubuntu diskutiert. Vorweg kann man beruhigen: Die Bildschirmfotos mit den Schließen/Maximieren/Minimieren-Knöpfen am linken Beginn der Titelleiste wie bei Mac werden nicht kommen. Die Fensterbefehle stehen nun doch per Voreinstellung linksbündig. Über das GNOME-Konfigurationswerkzeug kann man das aber wieder ändern.

Ich werde erst mit dem Erscheinen von Ubuntu 10.04 Ende April ein abschließendes Urteil abgeben können. Jedoch wurde schon seit Jahren versprochen, dass Ubuntu eine optische Generalüberholung bekommen solle; das wurde endlich umgesetzt. Was ich so in Kommentaren gelesen habe, gefällt vor allem Windows-Nutzern das neue Aussehen von Ubuntu. Und allen bisherigen Nutzern, denen es nicht gefällt, ist mit einem Umstellen auf andere oder bisher verwendete Themes geholfen. So oder so, es soll vor allem neue Nutzer und nicht bestehende Linuxer ansprechen, damit Linux weiter vom überholten Image wegkommt, es sei stilitisch und von der Benutzbarkeit her schlechter als seine 2 großen prorietären Mitspieler.

Das braun-orange Theme, das Ubuntu von Anbeginn begleitet hat, ist damit Geschichte.

Heute Abend gab es im Technologiezentrum Attnang-Puchheim einen Vortrag mit dem Titel „Wie funktioniert Google?” von einem Professor der FH Hagenberg. Meine Freundin und ich waren dabei und waren überrascht von der Anzahl der anderen Gäste. Der Vortragsraum war voll gefüllt. Das Thema interessiert anscheinend die Leute, die von Anfang 20 bis ins Seniorenalter vertreten waren. Der Vortrag selbst war ganz gut gehalten. Alle Zuhörer haben die vollen zwei Stunden durchgehalten (inklusive Diskussionsrunde nach dem Vortrag).

Was mich vom Vortragenden aber irritiert hat, war das Unverständnis gegenüber Open-Source. Sichtbar hat sich diese Einstellung in einer Vortragsfolie offenbart, bei der es darum ging, dass es bei Google eigentlich lockerer zugeht, als man sich das bei Informatikern sonst vorstellen würde. Der eine Satz besagte, das Leben bei Google sei nicht so trist, wie das „die Medien oder LINUX-Gurus” behaupten.

Alleine schon dieser Satz, wie er formuliert und wie die Wörter dargestellt wurden, zeigt die Einstellung des Vortragenden. Linux-Gurus? Hä!? Aber gut. Den Satz selbst will ich nicht analysieren – er hatte nichts mit dem Vortragsthema an sich zu tun.

Schade fand ich dann seine Antwort auf meinen Kommentar in der Diskussionsrunde am Ende, dass in dem Vortrag als eines der Schlüsselelemente von Google die Erwähnung von Open-Source fehle. Er meinte dann sinngemäß, najaaa, man müsse bei Open-Source ein bisschen vorsichtig sein. Es sei nicht alles gut. Es könne anderen Firmen schade. Zum Beispiel hätten Entwicklerfirmen wie Borland durch die Offenheit von IBMs Eclipse gelitten usw.

Ich dachte mir dann nur: Vor 100 Jahren hätte ein Vertreter der Schmiedezunft auch gesagt, dass die Automobilindustrie die Pferdeschmieden in den Ruin treibe. – Na, und? Das ist Evolution! Das Thema habe ich in einem älteren Artikel über die Weiterentwicklung der Wertschöpfungsprozesse angeschnitten, der auf dem Artikel Interaktive Wertschöpfung – Produktion nach Open-Source-Prinzipien des OpenSource-Jahrbuchs 2007 beruht, das wiederum einen Auszug aus dem gleichnamigen Buch von Frank Piller, Ralf Reichwald und Christopher Ihl darstellt (auch als PDF zum Herunterladen verfügbar).

Solcherlei Lektüre wäre empfehlenswert, bevor man sich über das Thema Open-Source auslässt.

Prolog

Dieser Artikel baut auf meinen vorherigen zur Installation von Ubuntu x.10 auf:

  1. Acer Aspire 5520G und Ubuntu 7.10
  2. Acer Aspire 5520G und Ubuntu 8.10

Da ich mir vorgenommen habe, bei meinem Laptop zumindest auf jede Herbstversion von Ubuntu zu aktualisieren, tat ich das dieses Wochenende wieder. Diese Vorgehensweise ist ein guter Kompromiss zwischen den halbjährlichen Ubuntu-Veröffentlichungen, die immer die neuesten Programmversionen und Verbesserungen bieten, aber auch halbjährlichen Nervenkitzel verursachen, und den LTS-Versionen, die alle 2 Jahre erscheinen, aber deren Programme bald veraltet sind. Inhaltlich baut dieser Artikel auf den zwei vorhergehenden auf.

Installation

Vorsorglich habe ich zwei Systempartitionen für Linux eingerichtet. Auf die erste installierte ich Ubuntu 9.10 (alias Karmic Koala) und überschrieb damit 7.10. Die Partition mit 8.10 blieb erhalten, um für den Notfall ein lauffähiges System bereit zu haben. Die Home- und Swap-Partitionen blieben die selben. So kann ich immer meine eigenen Desktop-Einstellungen nutzen, egal welches Ubuntu ich gerade starte. Die Installation verlief erwartungsgemäß problemlos. Grub habe ich ebenfalls neu installiert, um die Vorteile des neuen Bootloaders genießen zu können.

Soundkarte

Der Ton machte keine Probleme. Beim ersten Start wurde ich gleich von einem lauten Trommeln begrüßt. Ich habe die Lautstärke danach ein bisschen verringert. ;-)

LAN und WLAN

Kabelgebundenes Internet war bei einem Routersystem naturgemäß gar kein Problem. Für WLAN habe ich einen proprietären Treiber installiert, den Ubuntu selbst vorgeschlagen hat: Ein Klick auf “Aktivieren” im Hardware-Treiber-Fenster in der Systemverwaltung genügte, und nach einem Neustart stand die Treiberfunktion für WLAN zur Verfügung.

Desktop-Effekte

Für Desktop-Effekte habe ich wieder den proprietären NVIDIA-Treiber installiert, der von Ubuntu selbst vorgeschlagen wurde und nun ohne zu murren seine Arbeit verrichtet.

Natürlich musste ich wieder über die Paketverwaltung das Paket compizconfig-settings-manager nachinstallieren, wobei ich das nur aus “historischen Gründen” getan habe. Ich musste ja nichts mehr konfigurieren, da meine Einstellungen aus Ubuntu 8.10 tadellos übernommen wurden.

Webcam

Die eingebaute Webcam von Acer lief auch problemlos. Das Aufnahmeprogramm Cheese habe ich wieder über die Paketverwaltung installiert.

Hotkeys und Kartenleser

Die Acer-Hotkeys funktionieren noch immer nicht, auch der Kartenleser nicht mit einer xD-Karte.

Codecs und DVD-Filme

Nach der Installation des Pakets ubuntu-restricted-extras und der restlichen Codecs, die auf der Ubuntuusers-Wikiseite stehen (hauptsächlich libquicktime1, w32codecs, libdvdread4 + Datei /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh mit Root-Rechten ausführen), funktionierte das DVD-Schauen und Abspielen aller Filme und Musikstücke (sowie Flash im Browser). Der Fehler bei GStreamer in Ubuntu 8.10, durch den viele Videobilder einen Blaustich erhielten, scheint der Vergangenheit anzugehören. (Ich musste den Farbregler in Totem auf die Standardeinstellung zurückstellen, damit wieder der normale Farbton verwendet wurde. Juhu!)

PDF und Drucker

Die PDF-Druckfunktion ist auch diesmal wieder dabei und nochmals verbessert worden im Vergleich zu 8.10. Ein PDF aus allen Programmen heraus zu erzeugen, das noch dazu anklickbare Hyperlinks bietet, ist ohne irgendeine nachträgliche Installation sofort nutzbar.

Mein Netzwerkdrucker von HP wurde auch gleich erkannt: Drucker einschalten, nach neuen Druckern suchen über System > Systemverwaltung > Drucken, richtigen Drucker in der Liste der Netzwerkdrucker auswählen und fertig. Der Testdruck danach verlief reibungslos. Mein Ratschlag: nur HP-Drucker kaufen, denn dessen Linux-Treiber hplib wird aktiv von HP gefördert und ist direkt in Ubuntu enthalten.

2 kleine Schnitzer

Zwei Problemchen haben sich aber mit dem Umstieg aufgetan: das erste betrifft den Mülleimer, das zweite die Anzeige der Partitionen im “Orte”-Menü.

Der Mülleimer am unteren GNOME-Panel funktioniert jetzt wunderbar mit meinen 2 Datenpartitionen, aber nicht mehr mit meiner Home-Partition. Das ist erstaunlich, da es eigentlich genau anders herum sein müsste. Die gelöschten Dateien landen zwar im richtigen Unterverzeichnis auf Home, erscheinen aber nicht im Mülleimer des GNOME-Panels. Ich habe auf Ubuntuusers einen Hilfeaufruf gestartet, falls jemand etwas weiß.

Der andere Schnitzer ist kosmetischer Natur. Im “Orte”-Menü werden alle verfügbaren Partitionen aufgelistet. Bei mir werden meine 2 Datenpartitionen aber doppelt angezeigt. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, warum das so ist.

Tipps: ODF-Vorschaubildchen und Fotos in Nautilus drehen

Wenn man statt der Mimetyp-Symbole von ODF-Dokumenten lieber Thumbnail-Vorschaubildchen der ersten Seite des Dokuments erhalten möchte, wie es unter Windows mit OpenOffice.org Standard ist, muss man nur die Pakete libgsf-bin und imagemagick installieren und Nautilus neu initialisieren (die kurze Information darüber gibt’s im Artikel OpenDocument Thumbnails).

Seit Ubuntu 7.10 nutze ich auch schon die praktischen Möglichkeiten von Nautilus-Skripten, jhead und ImageMagick, indem ich JPEG-Fotos in Nautilus direkt drehen und umbenennen kann. So erspare ich mir F-Spot und all die anderen Fotoverwaltungswerkzeuge. Dazu müssen als erstes die Pakete nautilus-script-manager, jhead und imagemagick über die Paketverwaltung installiert werden. Als zweites muss das Archiv Fotos-bearbeiten.zip von meiner Website heruntergeladen und in das Verzeichnis ~/.gnome2/nautilus-scripts entpackt werden. Danach stehen über das Kontextmenü in Nautilus die Fotowerkzeuge zur Verfügung. Ich verwende immer die Drehen-nach-links- und Drehen-nach-rechts-Funktion sowie das Umbenennen nach dem Exif-Datum der Fotos im Format %Y%m%d-%H%M%S.

Ein herzlicher Dank gilt dem Free Software Magazine, bei dem ich Ende 2007 diesen Tipp entdeckt habe. Mehr über Nautilus-Skripte kann man auf Ubuntuusers.de nachlesen.

Fazit

  1. Installation allgemein: ok
  2. Sound nVidia MCP67: ok
  3. Grafik nVidia GeForce 8600M GS: ok (3D-Effekte nur mit proprietärem Treiber)
  4. LAN-Ethernet net.80203: ok
  5. WLAN 802.11b/g Broadcom BCM94311MCG: ok (mit proprietärem Treiber)
  6. Webcam Acer CrystalEye: ok
  7. Mikrofon: ok
  8. Hotkeys: funktionieren nicht
  9. Kartenleser Ricoh: funktioniert nicht mit xD-Karten
  10. Akku: Ladestandanzeige ok
  11. DVD-Brenner: ok inklusive DVD-RAM
  12. Ruhezustand: funktioniert, aber das “Einschlafen” und “Aufwachen” dauert in Summe auch nicht weniger lang als das Herunter- und Hochfahren von Ubuntu selbst

Alles in allem hat sich die Installation und Bedienung des Systems wieder weiter verbessert und ich arbeite gern mit Ubuntu 9.10. Die Entwickler des Linux-Kernels und von GNOME, sowie im Besonderen auch die Ubuntu-Entwickler, die an den 100-Paper-Cuts gearbeitet haben, haben super Arbeit geleistet! Auch optisch macht 9.10 viel mehr her als seine Vorgänger.

Die Installation und Einrichtung hat ca. 4 Stunden Zeit gekostet, was nicht wirklich viel ist. Die ersten 2 Stunden benötigte ich für das Testen mit der Live-CD, die Sicherung der nötigsten Dateien, die Installation selbst und das Einspielen aller Updates. Die zweiten 2 Stunden vergingen dann mit der Nachinstallation der Pakete, die ich auch in 8.10 installiert hatte (nur ganz wenige davon wie TrueCrypt und Dropbox waren nicht über die Paketverwaltung verfügbar – PS: ich liebe die Paketlisten, mit denen ich ruckzuck vergleichen kann, was in 8.10 installiert war und in 9.10 noch fehlt), dem Testen aller Programme und dem letzten Feinschliff inklusive Anpassen der Datei fstab.

Ich glaube, so schnell war ich noch nie. Es scheint sich zu bewahrheiten, was ich vor 2 Jahren gesagt habe:

Wenn sich die Hardware- und Software-Landschaft im Bereich Open Source und Linux in den nächsten fünf Jahren genau so weiterentwickelt wie die letzten fünf, dann sehe ich eine rosige Zukunft für Linux-Umsteiger. – Mein Kommentar zu Ubuntu 7.10

PS: Futschy, du darfst aufschließen. ;-)

Gestern wurde Ubuntu 5 Jahre alt. Die erste öffentliche Ubuntu-Version heiß Ubuntu 4.10 Warty Warthog und erschien am 20. Oktober 2004. Auf omgubuntu.co.uk und ubuntuusers.de gibt es einen kurzen Überblick über alle Versionen bis heute. Außerdem gibt es einen schönen Artikel auf linuxundich.de mit Neuerungen und dem Hinweis auf manches Problemchen.

Mein persönliches Ubuntu-Geburtstagsfest feiere ich erst irgendwann Anfang November. Vor also fast genau 2 Jahren habe ich Windows den Rücken gekehrt und bin seither mit Ubuntu Linux zufrieden. Auf der Arbeit habe ich genug mit Windows- und Viren-Problemen zu kämpfen. Da finde ich es immer sehr entspannend, nach Hause zu kommen und die Ubuntu-Trommeln beim Start zu hören. Ich habe meinen Umstieg nie bereut, auch wenn es anfangs hart ist für jemanden, der bereits mit MS-DOS seine ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat.

Warum ich Ubuntu mag? Weil es Linux so “richtig” populär gemacht hat, weil es ureigentlich benutzerorientiert und möglichst einfach für Linux-Anfänger ist und weil es von Debian abstammt, einer wirklich freien Linux-Distribution von bester Qualität. Freie Software par excellence.

In etwas mehr als zwei Wochen wird auch Firefox 5 Jahre alt. Firefox ist selbst viel älter und beginnt eigentlich mit der Gründung von Mozilla im Jahr 1998 und ureigentlich schon mit der Veröffentlichung von Netscape 1994. ;-) Am 9. November 2004 erschien Mozilla Firefox 1.0 und hat seitdem das Internet und die Browser-Landschaft revolutioniert.

Mein persönliches Firefox-Geburtstagsfest feiere ich ein kleines bisschen vor Anfang November 2004. Ich habe die Version “Firefox 1.0 PR” im Oktober 2004. Seitdem verwende ich Firefox als meinen Standardbrowser und habe nie zurückgeblickt auf meine IE- und Opera-Zeit.

Warum ich Firefox mag? Firefox hat den Stillstand im WWW beendet, das Microsoft-Monopol gebrochen, Innovation vorangetrieben und trägt den Geist freier Software und den Community-Gedanken in sich. All das spricht für Firefox, auch wenn manche Unverbesserlichen immer wieder wegen Speicherverbrauch oder sonstigem rumnörgeln, obwohl das auf Firefox 2.0 zutraf, aber sicher nicht mehr auf Firefox 3.x.

Auf die nächsten 5 Jahre mit diesen beiden Stücken freien Wissens und Freiheit an sich! Herzlichen Glückwunsch!

Ich bin heute über 2 Artikel(-serien) gestolpert, die Ubuntu 10.04 und Ubuntu 10.10 thematisieren. Das sind die kommenden 2 Ubuntu-Versionen nach 9.10, welches Ende des Monats veröffentlicht wird. Die Ideen sind gut. Ob es umgesetzt wird, liegt an Canonical.

  1. The Only Feature Ubuntu 10.04 Needs: Make Ubuntu 10.04 a Fix-Only Release
  2. 10 Days of Ubuntu 10.10 Feature Requests

PS: Ich teste gerade die Beta-Version von Ubuntu 9.10 und ich bin positiv überrascht über die kleinen grafischen Verbesserungen gegenüber den vorherigen Versionen. Es ist zwar nicht der große Wurf, der in den zitierten Artikeln beschworen wird, aber es ist mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Vor allem die neuen Symbole für die persönlichen Ordner und in den Panels gefallen mir.

Vor ein paar Tagen ist die 6. und letzte Alpha-Version von Ubuntu 9.10 alias “Karmic Koala” veröffentlicht worden. Damit steht wohl schon so gut wie fest, was 9.10 Neues und Verändertes zu bieten hat. Wer mehr darüber lesen will, kann dies auf Ubuntuusers.de tun oder in den offiziellen Versionshinweisen. Bei Aptgetupdate.de gibt es sogar ein kurzes Video vom neuen Aussehen des (letzten Teils des) Startvorgangs.

Für mich entwickelt sich Ubuntu in eine gute Richtung: Verbesserungen für Endanwender und besonders für Anfänger und Umsteiger sowie neueste Technologien und Programmversionen. Besonders die One Hundred Paper Cuts empfinde ich als Segen, da sie Probleme angehen, für die Entwickler von Distributionen und Programmen normalerweise kein offenes Ohr haben. Nur auf das, wie sich dieses Software Store entwickelt, bin ich noch gespannt.

(Der Titel ist nur als Scherz gedacht und eine Anspielung auf meinen vorherigen Artikel. Ich unterstütze lieber die Verbreitung freier Software als dass ich mit anderen Linuxern wie im Heise- oder Golem-Forum streiten würde. Der Artikel gibt nur meine persönlichen Eindrücke wieder.)

Ich habe vor kurzem Kubuntu, openSUSE und Fedora (mit GNOME) in einer virtuellen Maschine installiert und musste feststellen: Auch wenn andere Distributionen aktuellere Pakete und Neuerungen bieten als Ubuntu und auch wenn andere Distributionen mehr Entwickler beschäftigt haben, so bietet Ubuntu – für mich – doch die durchgängig hübscheste und praktischste Oberfläche.

Ich will nicht sudern und habe es auch zu wenig lang getestet, aber allein die Installation fand ich bei Ubuntu bisher am besten und schönsten gelöst. Dabei überraschte mich das. Ich dachte vorher, Fedora hätte die beste Installation. Bietet Fedora doch die besten grafischen Kunststücke, die es bei Linux zu bekommen gibt. Aber da lag ich falsch. Ein weiterer Minuspunkt war bei anderen Distributionen das Mehr an Dialogfenstern; das kommt mir bei Ubuntu weniger vor.

Und PackageKit! Die Oberfläche dieses Programms ist ein Polo im Vergleich zum Porsche Synaptic. Ich hoffe nicht, dass Ubuntu das so ein zu eins übernimmt wie Fedora das getan hat. Im Test fand ich mit PackageKit überhaupt nichts. Die Suche war zu dürftig und die angezeigten Informationen ebenso.

Von alledem abgesehen werde ich mit KDE nicht warm – weder vom Aussehen der Fenster noch von der Struktur der Oberfläche. KDE mag mehr Einstellungsmöglichkeiten bieten, aber es bietet auch diesen Windows XP-artige Dschungel an Dialogen. Ich bin froh, dass ich den Dialog-Dschungel durch meinen Umstieg auf Linux losgeworden bin. KDE wäre für mich dahingehend wieder ein Schritt zurück zu mehr Kompliziertheit. Ich wüsste jetzt auch gar nicht, welche Einstellungen ich in GNOME vermissen sollte?!

Meine Hoffnung ist, dass sich die KDE- und GNOME-Entwickler in Zukunft mehr zusammentun und mehr Bibliotheken und grundlegende Programme teilen. So erspart man sich Doppelgleisigkeiten, Arbeit und Konkurrenzkampf in Gebieten, wo Zusammenarbeit wegen mangelnder Ressourcen sinnvoller wäre. Außerdem legen die KDE-Entwickler ein mächtiges Entwicklungstempo vor – da darf GNOME nicht eines Tages zu viel zurück gefallen sein. ;-)

In letzter Zeit gab es wieder Debatten in der Linux-Welt, ob Canonical, die Firma hinter Ubuntu, endlich etwas zur direkten Weiterentwicklung des Linux-Kernels beitragen und eigene Entwickler am Kernel arbeiten lassen soll.

Meine Meinung ist, Canonical muss nicht an der Kernel-Entwicklung mitarbeiten. Die GPL sieht so einen Zwang nicht vor. Rechtlich gesehen macht Canonical nichts falsch.

Aber was macht Canonical falsch? Nun, ich denke, ganz banal ausgedrückt, dass Erfolg einfach Neider auf den Plan ruft und einige “alte Hasen” von RedHat und SUSE nicht verkraften können, dass Canonical mit Ubuntu eine Marktlücke entdeckt hat, mit der es Erfolg hat. Und zwar Erfolg in dem Sinn, dass es unzählige neue Menschen in die Linux-Welt hineingebracht hat – inklusive mir -, dass nun sogar Firmen wie Dell beginnen, auch Linux-Rechner auszuliefern, und dass Linux, speziell natürlich Ubuntu – aber das ist g’hupft wie g’hascht -, endlich mehr in den Medien vertreten ist und mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Was helfen tolle neue Kernel-Funktionen, wenn sie niemand nutzt? Außerdem müssten dann auch andere, die von Linux und Debian profitieren, auch etwas zum Kernel beitragen? Wie wäre es z.B. mit LiMux? Ein abwegiger Gedanke, hoffe ich.

Als erstes sollte Canonical Ubuntu besser machen und diejenigen freien Programme, die es nutzen darf, einsetzen. Dann soll es besser mit Debian zusammenarbeiten. Ich sehe die Zustimmung von Debian zum Wechsel auf fixe Freeze-Termine als einen guten Schritt. Jetzt muss Canonical dafür Debian etwas unterstützen und hoffentlich verbessert sich auch eines Tages die Kompatibilität zwischen den Systemen und die Zusammenarbeit der Entwickler bei Progammänderungen. Vielleicht wird Ubuntu ja eines Tages nicht nur als Schmarotzer, sondern als Mitstreiter für das Linux-Lager gesehen. Tja, uns als drittes muss Canonical eines Tages Gewinn abwerfen, sonst ist die ganze Aufregung um diese Firma eines Tages obsolet, wenn es sie nicht mehr gibt.

Hardware

Am Wochenende passierte neben vielen anderen Dingen auch etwas, das ich bereits seit anderthalb Jahren herbeisehnte: Mein PC wurde aufgerüstet. Die Entdeckung der Langsamkeit ist nicht nur ein Buch von Stan Nadolny, sondern auch meine eigene Erfahrung mit meinem Rechner. Aufgrund dieser Langsamkeit war der Spaß am Arbeiten mit dem Rechner mehr als eingeschränkt. Oft nutzte ich bewusst den neueren 15″-Laptop, um etwas flüssiger werkeln zu können. Jedenfalls hat Freund Futschy mir preislich und technisch passende Teile zusammengesucht, die wir dann im EDV-Fachhandel (nein, nicht bei Niedermeyer, Cosmos oder MediaMarkt!) gekauft haben. So wurde …

  • aus dem Prozessor AMD Athlon XP 2200 ein neuer Intel Core 2 Duo E7400 2×2,8GHz,
  • aus dem Motherboard MSI KT2 Combo ein neues Gigabyte GA-EP45-UD3R,
  • aus dem zusammengestückelten 1 GB RAM ganze 8 GB Corsair XMS2 DDR2 (1066),
  • aus der Grafikkarte Nvidia GeForce4 MX 440 SE eine rasende Nvidia GeForce GTX 260 (216SP),
  • aus der Festplatte von WesternDigital mit 360 GB eine Seagate Barracuda 7200.12 SATA2 mit 1 TB.

Nur Gehäusehülle, Netzteil, Diskettenlaufwerk und DVD-RAM-Laufwerk blieben erhalten.

Das Zusammenbauen mit dürftigen englischsprachigen Beschreibungen ging eigentlich ganz flott, von ein paar Denkpausen und Schnittwunden abgesehen. Futschy hat Erfahrung.

Software

Danach folgte das Aufspielen von Ubuntu 9.04 in der 32-bit- und in der 64-bit-Variante. Der Unterschied liegt darin, dass beim einen nur 3,2 GB RAM als nutzbar angezeigt werden, beim anderen jedoch 7,7 GB RAM!

Die Installation von Ubuntu ging wie immer reibungslos. Dabei stellt sich mir auch immer die Frage, wieso die letzten 20% des Installationsvorgangs von Ubuntu genau so lang brauchen wie die vorherigen 80% – eigentlich wird da nur noch deinstalliert, entfernt und gelöscht (unter anderem fremde Sprachpakete). – Mit Ext4 partitioniert hatte ich bereits mit der Live-CD. Ich mache das lieber in Ruhe vorher mit GParted als dann gestresst mit dem gefühlsmäßig weniger intuitiven Installationswerkzeug. Alles in allem geht die Installation ganz fix.

Reibungslos verlief auch die Hardware- und Peripherie-Erkennung. Musste ich bei früheren Ubuntu-Versionen diverse Dinge händisch nachinstallieren (weniger bei PC als bei Laptops), ging diesmal wirklich alles out-of-the-box. Sogar für meinen neuen HP Color LaserJet CP1514n waren die entsprechenden hplib-Bibliotheken schon vorhanden. Ich musste bloss den Drucker einschalten, die Druckererkennung laufen lassen und schon hatte ich die Testdruckseite in der Hand. Für Linux würde ich nur noch HP empfehlen.

Die proprietären Nividia-Treiber ließen sich auch problemlos installieren und die 3D-Effekte von Compiz standen nach einem Neustart zu meine Verfügung.

Auch die Startgeschwindigkeit beeindruckte uns. Die Zeit vom Einschalten des Rechners bis zum Erreichen des Bootmenüs von GRUB dauert gefühlt länger als vom Bootmenü bis zum funktionstüchtigen Ubuntu-Desktop. So um die 20 Sekunden braucht der reine Ubuntu-Start nach der Neuinstallation. Da bin ich mal gespannt auf Ubuntu 9.10, das nochmal schneller hochfahren soll. (Dagegen warte ich bei Windows auf der Arbeit in Summe mehrere Minuten, bis ich effektiv arbeiten kann.) So machen auch Reboots mehr Spaß! :-)

Grrrr: menu.lst und fstab

Die einzigen Arbeiten, die ich noch händisch durchführen musste, betrafen die Dateien menu.lst und fstab. Erstere ist für das Bootmenü GRUB zuständig – von welcher Partition soll GRUB aufgerufen werden, in welcher Reihenfolge sollen die Betriebssysteme aufgelistet werden usw. Zweiteres verwaltet den Zugriff auf und das Mounten der Festplatten und Partitionen (die 2 bereits vorformatierten und benannten Daten-Partitionen waren nämlich noch nicht automatisch ins System eingebunden – nachträgliches Mounten ist mit einem Doppelklick in Nautilus natürlich immer möglich).

Für mich war das weniger ein Problem. Gäbe es aber für diese 2 Mängel noch grafische Programme für Endanwender, würde ich ohne große Sorgen jedem Linux-Neuling eine Ubuntu-CD in die Hand drücken und sagen: Viel Erfolg, ruf mich an bei einem Problem. So aber muss man sich erstmal in die Syntax der beiden Dateien einlesen, UUIDs und Mount-Optionen herausfinden und studieren – und man darf ja nix falsch machen, sonst is das System unbenutzbar. Das kann man keinem Neuling zumuten, der sich nicht explizit mit solchen Details beschäftigen will.

Fazit

Außer dass ich nun endlich meinen riesigen Datensaustall aufräumen und umstrukturieren muss (es ist an der Zeit!), war das Aufrüsten meines Rechners ein unglaublicher Erfolg und Gewinn für mich. Als Bonus habe ich noch die alten Windows-Reste beseitigt (die alten NTFS-Partitionen mussten für Ext4 weichen usw.).

Ich fühle mich schnell und frei.
Danke, Futschy!

Und Futschy ist neidisch geworden und wird sich wohl in nächster Zeit auch zumindest mehr RAM und eine nette Grafikkarte besorgen. Fehlt nur noch Ubuntu auf seinem Hauptrechner. ;-)

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