Beiträge der Kategorie „Linux“

Stellarium und Celestia

Sonntag, 16. März 2008 um 23:46 von Thomas S

Über verschlungene Wege bin ich mit meinem Ubuntu 7.10 auf zwei Astronomieprogramme gestoßen. Der Laptop hat zum Glück eine hervorragende 3D-Grafikkarte, welche notwendig sind, um die Programme nutzen zu können.

Stellarium ist eine freie Planetarium-Software, mit der man den Sternenhimmel (fast) von jedem beliebigen Punkt der Erde aus beobachten kann. Die Sternzeichen kann man sich in hübschen Grafiken darstellen lassen. Wer es andächtig haben will, der kann sich die Abend- oder Morgendämmerung am Äquator oder in Kanada ansehen. Mit einem Tastendruck ist es sogar möglich, sich den Sternenhimmel vom Mond oder einem unserer Nachbarplaneten anzusehen.

Beeindruckender ist Celestia, ein freies 3D-Astronomieprogramm, mit dem man durch das Universum fliegen und sich die Planeten, Monde und Sterne ansehen und ihre Flugbahn verfolgen kann. Es ist beeindruckend, vom Mond aus mit beschleunigtem Zeitverlauf die Flugbahn der Erde zu verfolgen oder die vielen Jupiter-Monde beim Umkreisen des Riesengasplaneten zu beobachten. Mittels zahlreicher Erweiterungen lässt sich die Auflösung von Planetenoberflächen erheblich verbessern, die Anzahl der angezeigten Sterne und Galaxien erhöhen oder gar das Raumschiff Enterprise im Raumdock um die Erde (Star Trek) oder Endor mit dem Todesstern (Star Wars) hinzufügen.

Wirklich nette Spielereien für Astronomie-Interessierte. Mein Dank gilt allen Entwicklern, die dies möglich gemacht haben.

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GNOME 2.22

Mittwoch, 12. März 2008 um 19:58 von Thomas S

Diese Woche erscheint GNOME 2.22, welches auch im kommenden Ubuntu 8.04 der Standarddesktop sein wird. Die größten Neuerungen können zusammenfassend bei den offiziellen Release Notes nachgelesen werden oder aufbereitet bei Heise Open.

Revolutionäre Neuerungen sind nicht dabei. Aber GNOME behauptet ja, stetige Entwicklung sei besser als revolutionäre Änderungen wie bei KDE. Man wird die nächsten Jahre sehen, wie sich GNOME 2.x gegen KDE 4.x behaupten kann. Jedenfalls sind alle Neuerungen und Änderungen in GNOME 2.22 eher kosmetischer oder kleinerer Natur, mit Ausnahme vom Wechsel auf GVFS und GIO als virtuelles Dateisystem und die Integration von PolicyKit. Ersteres verspricht in Zukunft wesentliche Verbesserungen zum Beispiel im Dateimanager Nautilus, der noch nicht so handlich ist wie Dolphin in KDE oder der Windows Explorer. Mit zweiterem können Admin-Freigaben für Benutzer nun genauer vorgegeben werden und man kann auch ohne Admin-Rechte Verwaltungsanwendungen ansehen.

Außerdem, und das ist die 3. erwähnenswerte Neuerung, wurden ein paar grundsätzliche 3D-Effekte in Metacity eingebaut (per Voreinstellung aber deaktiviert), so dass man kein Compiz Fusion dafür mehr benötigt. Achja, und das Webcam-Programm Cheese, das nun in GNOME integriert wurde, verwende ich bereits seit November 2007 – ist also nichts Neues mehr für mich. ;)

Programme und Änderungen, die es (meiner Meinung nach: leider) nicht mehr in GNOME 2.22 geschafft hat, sind Ekiga VoIP Client 3.0, Capuchin (NewStuffManager) für das Deskbar-Applet und vor allem notwendige Verbesserungen des GNOME Display Managers (GDM, das Login-Programm beim Systemstart). Mal sehen, wie der Fahrplan für GNOME 2.24 aussehen wird, das im September 2008 erscheint.

Aktualisierung am 01.04.2008:
Ars Technica hat den bisher besten Artikel über die Neuerungen in GNOME 2.22 geschrieben, in dem auch übersichtliche Bilder und informative, weiterführende Links zu den jeweiligen Projekten präsentiert werden: One step forward: a review of GNOME 2.22.

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Acer Aspire 5520G und Ubuntu 7.10

Donnerstag, 28. Februar 2008 um 00:47 von Thomas S

Prolog

Vor wenigen Wochen haben wir uns einen Laptop gekauft. Die Suche war langwierig und nicht ganz einfach. Nach langem fiel die Wahl aus Platz- und Akkulaufzeitgründen auf einen 15- statt auf einen 17-Zöller. Der Preis sollte zwischen 700 und 800 Euro liegen. 2 GB RAM-Speicher und eine gute Grafikkarte, die nicht nur Shared Memory besitzt, war das Minimum an gewünschter Ausstattung. Das Ding muss schließlich ein paar Jahre halten, um sich zu rechnen (bei der derzeitigen Softwareentwicklung mit Desktop-Effekten darf man an der Grafik auch für Nicht-Spieler nicht sparen).

Das Schwierigste war aber der Versuch, einen Laptop mit vorinstalliertem Linux zu finden beziehungsweise ein Gerät, bei dem ich keine Microsoft-Steuer zahlen muss. Aufgrund des kleinen Marktsegments an Linux-Laptop-Anbietern musste ich dieses Vorhaben leider aufgeben. Hätte ich noch keinen Laptop, würde ich mich jetzt wahrscheinlich für einen Dell Inspiron 1525 entscheiden, den es nun in Deutschland mit vorinstalliertem Ubuntu 7.10 zu kaufen gibt. Leider kam das Angebot zu spät für uns.

Gekauft wurde ein Acer Aspire 5520G-502G25Mi.

Installation

Ich habe das Gerät vor dem Kauf mit einer Live-CD von Ubuntu 7.10 getestet (Anmerkung: diese Vorgangsweise empfehle ich jedem Linux-bedachten Käufer), darum wusste ich, dass zumindest die Installation von Ubuntu 7.10 Gutsy Gibbon ohne Probleme starten konnte. Die Installation lief auch wirklich ohne Probleme (Anmerkung: funktionierender Internetanschluss bei der Installation ist empfehlenswert, damit wirklich alle aktuellen Treiber usw. heruntergeladen werden können, die nicht auf der Live-CD vorhanden sind). Der Neustart danach funktionierte ebenfalls reibungslos.

Soundkarte

Die Soundkarte lief nach der nackten Installation noch nicht. Mit dem Paket linux-backports-modules, das man in der Paketverwaltung Synaptic suchen und installieren kann, wurde dieser Makel schnell behoben. (Nur das Paket ohne Kernelnummer auswählen, der Rest wird selbständig als Abhängigkeit hinzugefügt.)

LAN und WLAN

Mit der Internetverbindung gab es keine Probleme, da der Laptop an einem Netzwerkkabel mit dem LAN-Router (Marke D-Link) verbunden ist. So ein Router erspart viel Arbeit, weil man am Rechner/Laptop selbst die Providerdaten nicht eingeben muss.

Den proprietären WLAN-Treiber, der von Ubuntu vorgeschlagen wurde, habe ich mit einem Klick und Neustart nachinstalliert. Durch den vollautomatisch arbeitenden NetworkManager war auch die Verbindung mit einem WLAN-Router (Marke Netgear) kein Problem. (Den NetworkManager nicht verwechseln mit den Netzwerkeinstellungen in Systemverwaltung > Netzwerk – dort muss bei LAN und WLAN der „Roaming-Modus“ aktiviert sein, damit der NetworkManager seine Arbeit verrichten kann.) Ich musste gar nichts machen, außer das Passwort für die WPA-Verschlüsselung der WLAN-Verbindung einzugeben (welches im GNOME-Schlüsselbund abgelegt und seit Feisty Fawn beim Booten automatisch aufgesperrt wird). Konfiguriert man den WLAN-Router bei bereits eingeschaltetem Laptop, empfiehlt sich ein Neustart von Ubuntu, damit der NetworkManager selbst nach den Zugangsdaten für die WPA-Verschlüsselung fragt.

Nebenbei gesagt, sollte man immer eine gesicherte Verbindung mit WLAN aufbauen, da sonst jeder Zugriff auf deine Daten und deinen Internetzugang hat. Die Sperrung aller Geräte außer ausdrücklich erlaubten über die MAC-Adresse ist ein zusätzlicher Schutz. Die zwölfstelligen MAC-Adressen der LAN- und WLAN-Geräte kann man mit dem Terminal-Befehl ifconfig bzw. iwconfig auslesen.

Desktop-Effekte

Um die Desktop-Effekte bewundern zu können (ich liebe die wabbelnden und am Fensterrand anklebenden Fenster), musste der proprietäre Nvidia-Treiber installiert werden, den Ubuntu vorgeschlagen hat. Um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, habe ich die Anleitung in diesem Forumsbeitrag zu Acer Aspire 5520 beherzigt und nach der Installation des Treibers in der Datei xorg.conf bei „Driver“ überall „nv“ durch „nvidia“ ersetzt. Dazu muss unter Anwendungen > Zubehör das Terminal geöffnet und sudo gedit /etc/X11/xorg.conf eingegeben werden, dann das Admin-Passwort eingeben, die Datei bearbeiten und speichern – fertig. Nach einem Neustart funktionierten die Desktop-Effekte. Wenn man sich in der Paketverwaltung noch das Paket compizconfig-settings-manager nachinstalliert, kann man alle Effekte bis ins Detail konfigurieren.

Webcam

Die eingebaute Webcam von Acer lief, ohne dass zusätzliche Pakete installiert werden mussten. Das Programm Cheese (nicht in der Installation dabei, kann aber über Synaptic nachgeladen werden) hat schon für so manches lustige Foto gesorgt. :)

Mikrofon

Probleme gab es dann erstmals beim eingebauten Mikrofon, das partout nichts aufnehmen wollte, weder mit dem Sound-Recorder noch mit Skype für Linux. Ich habe alle erweiterten Sound-Einstellungen im GNOME-Panel aktiviert (per Voreinstellung sind nur einige wenige Regler sichtbar) und ein bisschen mit den Lautstärke- und Ausgabe-Einstellungen gespielt, bis es dann endlich funktionierte – wenn auch mit bescheidener Qualität. Danach testete ich ein Headset – mit Erfolg und besserer Qualität. Der produktive Einsatz von Skype mit Webcam und Headset steht noch aus.

Hotkeys

Die Acer-Hotkeys funktionieren nicht, auch nicht mit den Tipps im Ubuntuusers-Wiki.

Kartenleser

Den Kartenleser funktioniert nicht. Da ich eine xD-Karte besitze und ich nirgends erfolgreiche Installationsversuche für diesen Kartentyp gefunden habe, habe ich die Treibersuche rasch aufgegeben.

DVD-Filme

Schwer zu verschmerzen im Vergleich zu den unwichtigen Hotkeys und dem Kartenleser ist hingegen, dass sich legal erworbene DVD-Filme nicht abspielen lassen. Trotz Installation aller möglichen Codecs für Video-Formate und zum Abspielen von DVDs klappt es nicht. Im Ubuntuusers-Forum hatten einige andere Acer-Laptop-Besitzer ähnliche Probleme. In einigen Kommentaren wird davon gesprochen, dass hier ein spezielles Ubuntu 7.10-Problem in Verbindung mit dem Kernel 2.6.22 vorliegt. Im April 2008 erscheint Ubuntu 8.04 Hardy Heron mit dem Kernel 2.6.24, dann werde ich sehen, ob sich Filme doch wieder abspielen lassen.

Fazit

  1. Installation allgemein: ok
  2. Sound nVidia MCP67: ok (mit Paketinstallation)
  3. Grafik mit 3D nVidia GeForce 8600M GS: ok (mit proprietärem Treiber)
  4. LAN-Ethernet net.80203: ok
  5. WLAN 802.11b/g Broadcom BCM94311MCG: ok (mit proprietärem Treiber)
  6. Webcam Acer CrystalEye: ok
  7. Mikrofon: ok
  8. Hotkeys: funktionieren nicht
  9. Kartenleser Ricoh: funktionieret nicht
  10. Akku: Ladestandanzeige ok
  11. DVD-Brenner: ok inklusive DVD-RAM
  12. Ruhezustand: einmal probiert, nicht wieder hochgefahren

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Acer-Laptop und Ubuntu. Durch die genaue Vorauswahl des Laptop-Typs und den dazu im Web befindlichen Bewertungen zur Linux-Tauglichkeit kann man sich nach dem Kauf viel Frust ersparen. Das Problem mit den DVD-Filmen nervt. Die Zahlung der mafiösen, wettbewerbsbehindernden Windows-Steuer an Microsoft nagt an meinem Gewissen. Trotz alledem kann ich den Versuch mit Linux-Distributionen statt oder neben Microsoft Windows jedem ans Herz legen, der ein bisschen mehr von Computern versteht (oder verstehen will) als jemand, der nur auf den Windows-Startknopf drücken kann und „in das Internet über das Blaue e am Desktop kommt“.

Wenn sich die Hardware- und Software-Landschaft im Bereich Open Source und Linux in den nächsten fünf Jahren genau so weiterentwickelt wie die letzten fünf, dann sehe ich eine rosige Zukunft für Linux-Umsteiger. (Wobei ich davon ausgehe, dass sich die Situation in Zukunft viel schneller verbessern wird als es die letzten Jahre der Fall war. Die Offenlegung der Microsoft’schen SMB-Protokolle für das Samba-Projekt oder der ATI-Grafikkartenspezifikationen für X.org sind nur Beispiele dafür.)

Anhang:
Diesen Bericht und über viele andere Laptops und Mobilgeräte, die mehr oder weniger erfolgreich mit Linux getestet wurden, gibt es bei http://tuxmobil.org/ und http://tuxmobil.de/ verlinkt.

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KDE 4 ein Sprung nach vorn

Sonntag, 10. Februar 2008 um 01:23 von Thomas S

(Und wieder eine späte Meldung. ;)

Vor einem Monat ist KDE 4.0 offiziell erschienen. Die Meldungen reichten von überwältigend positiv aus Entwicklersicht bis zu enttäuschend aus Anwendersicht. Beide haben recht. Für Entwickler hat sich vieles verbessert und die APIs sind mit KDE 4.0 bereit; Endanwender werden aber mit noch vielen Fehlern und unfertigen Programmen ihre Probleme haben. Im Vergleich zu KDE 3.x ist (oder wird) 4.x aber ein Quantensprung in die Zukunft und verspricht viele Verbesserungen bei der Zugänglichkeit und der Optik. Für mich galt KDE 3.x vor allem optisch als sehr veraltet. Die zweijährige Entwicklungszeit hat sich aber ausgezahlt und mit dem Desktop Plasma und dem Artwork Oxygen optisch zu GNOME aufgeschlossen und teilweise überholt (wie die praktischen Widgets oder simple Desktopeffekte ohne Compiz, die auch GNOME in Metacity bald einbauen will).

Persönlich benutze ich GNOME aus diversen Gründen, bin aber schon sehr gespannt auf KDE 4.1, das die erste Version werden soll, die auch für Endanwender “fertig” und benutzbar ist. Alle geplanten Programme und Funktionen sollen mit KDE 4.1 vollständig sein. Vielleicht wechsle ich dann von GNOME zu KDE 4 bzw. von Ubuntu zu Kubuntu? Man wird sehen. Was für mich für KDE 4.x sprechen würde, wäre zum Beispiel (das derzeit noch in Entwicklung befindliche) KOffice 2, das vollständig ODF 1.2 umsetzen und besser kompatibel mit OpenOffice 2/3 sein soll. Dabei soll in KDE außerdem eine frei verfügbare ODF-Unterstützung eingebaut werden, worauf Programme zugreifen können - Programme können so mit Hilfe von KDE Dokumente in ODF umwandeln oder speichern, ohne ODF selbst noch einmal implementieren zu müssen. (Ich hoffe, ich habe das damals nicht irgendwo falsch gelesen, denn das wäre wirklich eine feine Sache.)

Was gegen KDE 4.x für mich spricht, ist das hässliche Startmenü KickOff, mit dem ich überhaupt nicht zurecht kommt. Klar, man kann es ändern. Aber da liebe ich doch die einfachen althergebrachten Menüs in GNOME. Auch ist die KDE- bzw. Qt-Unterstützung meiner bevorzugten Programme Firefox, GIMP und OpenOffice.org nicht so ausgeprägt (vorsichtig ausgedrückt). Beim Lesen mancher Blogs über die sehr positive Entwicklung der Oberfläche und Zugänglichkeit vom kommenden Firefox 3 für GNOME stolpere ich immer über die Frage: Und was ist mit KDE? Dafür scheinen sich die Hauptentwickler gar nicht zu interessieren. Alle konzentrieren sich nur auf GNOME/GTK. Nunja, KDE ist die letzten Jahre (wohl auch wegen Ubuntu) ins Hintertreffen geraten. Mal sehen, ob sich das mit KDE 4.x ändern wird.

Apropos Ubuntu: Kubuntu 8.04 wird keine LTS-Version werden, dafür aber KDE 4 anstatt 3.5 enthalten. Das ist zwar eine schlechte und eine gute Nachricht für KDE, die schlechte (keine LTS-Version) ist aber verständlich, da es nicht genügend KDE-Entwickler gibt, die sich bis 2013 noch mit KDE 3.5 in Kubuntu 8.04 herumschlagen wollen.

Eine genauere Beschreibung von KDE 4, was alles neu ist und was sich zum Vorgänger 3.5.x geändert hat, kann man im Web vielerorts nachlesen wie zum Beispiel bei Golem: KDE 4.0 ist bereit, den Desktop zu revolutionieren.

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Linux für Firmenkunden

Montag, 21. Januar 2008 um 21:14 von Thomas S

Es gibt eine Marktlücke im Unternehmensbereich. Das sind Systemadministratoren mit ausgeprägtem Linux-Wissen und Erfahrung in gemischten Linux-Windows-Umgebungen.

Support

Unternehmen suchen immer mehr nach günstigen IT-Lösungen. Leider können etablierte Computerspezialisten nichts bieten außer diverse teuren Microsoft-Lizenzen und die Konfiguration von Microsoft-Software. Zu mehr sind sie nicht in der Lage. (Dabei fällt mir auf, dass immer mehr kleine Popelfirmen, die eigentlich Null Ahnung haben, Microsoft Certified Partner werden und das auch noch offen bewerben auf Websites und Broschüren.) Die Guten unter den Spezialisten haben von Linux schon mal gehört oder auch schon mal ein solches Betriebssystem gesehen, aber sie haben nie damit im Firmenumfeld gearbeitet.

Es ist ja nicht so, dass einen Linux-Server mit Windows-Desktops aufzusetzen ein Ding der Unmöglichkeit wäre. Es zeigt sich nur, dass eigentlich alle Angestellten in Computerfachgeschäften - überspitzt formuliert - entweder Microsoft-Fachidioten oder wirkliche Idioten sind. Und wenn die Angestellten es nicht sind, sind es zumindest die Chefs.

Ich denke, mit dem richtigen Marketing gäbe es genug Potential, Unternehme(r)n ausgefeilte Open Source-Software schmackhaft zu machen. Wenn sogar der Buchhalter der Firma, in der ich arbeite, meint, dass diese Microsoft-Lizenzen einen (zu) großen Kostenfaktor darstellen und er gerne Alternativen angeboten habe wollte, kann Open Source dort ankommen, wo ihn seien Verfechter seit langem haben wollen: bei Firmenkunden.

Leider fehlt, wie gesagt, das menschliche Potential dazu und das nötige Marketing. Mundpropaganda vom “stabilen und sicheren Linux” gibt es viel, nur umsetzen kann man es dann nicht ohne die sichere, wohlige Gewissheit im Rücken, dass man da einen Spezialisten hat, der einem sofort mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein Linux-Profi 60 oder 300 km weit weg ist für Unternehmen sinnlos.

Anwendungen

Noch etwas fehlt für Firmenkunden: Spezialanwendungen. Aber die kann es erst geben, wenn die Nachfrage dazu besteht und wenn Kunden Vorteile erkannt haben, die lizenzkostenfreie Software bieten kann. Ich frage mich, wieso großen Firmen - sei es RedHat im Linuxbereich speziell oder allgemein Firmen wie IBM - nicht anfangen, Spezialsoftware für Kunden zu programmieren und sie mit Linux zu vermarkten. Wie kann denn ein Markt entstehen, wenn es keine Angebote dazu gibt?

Linux-Desktop bei Clockhouse oder Fussl

Zum Beispiel frage ich mich oft: Wieso braucht eine Verkäuferin in Bekleidungsgeschäft (oder in welchem Laden auch immer) einen Rechner mit Windows XP (im Luna-Stil) und einer popeligen Verrechnungssoftware? So eine Software muss doch auch für Linux verfügbar sein - dann erspart man sich Windows-Lizenzen, Microsofts Sicherheitslücken und die Leute können weniger rumpfuschen. Und schwupps gäbe es mit dem richtigen Marketing einen Supportvertrag mit großen Warendienstleistern. Nur als Beispiel. Oder ein anderes: Im Kino nebenan gibt es ein Terminal mit Windows XP (Luna) und Internet Explorer 6, auf dem man nichts tun kann außer auf der Websites des Kinobesitzers zu surfen. Wozu diese Windows-Lizenz und IE6? So ein System ist doch ein Paradies für Botnet-Cracker und Machenschaften über das Internet. Eine aktuelle Linux-Distribution drauf, einen Browser der Wahl (die Leute können damit eh nichts tun außer mit der Maus auf der Website rumklicken, also ist es egal, ob ein Exotenbrowser wie Opera dort läuft oder ein schlanker Browser wie Epiphany oder der beliebte Firefox), den Kiosk-Modus starten und fertig.

Dass Leute (seien es die Angsetellten im Bekleidungsgeschäft oder die Kunden im Kino) dann mit Linux selbst in Berührung kommen, muss sie a) nicht kümmern (Benutzerführung ist betriebssystemunabhängig) oder b) sie bemerken es und sehen, dass es gar “nicht so anders” ist. Ein positiver Nebeneffekt.

Fazit

Computerspezialisten sollten sich trauen, auch mal Open Source-Programme und - wenn sie einen Serverprofi angestellt haben - einen Linuxserver anzubieten. Computerspezialisten sollten sich weiterbilden für gemischte Systemlandschaften. Große Open Source-Firmen sollten anfangen, Software zu entwickeln, mit der sie einen größeren Absatzmarkt (sei es nur für kleine Dektops) lukrieren können.

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Probleme durch fehlerhafte Partition

Mittwoch, 16. Januar 2008 um 21:17 von Thomas S

Anmerkung: Diesen Beitrag wollte ich eigentlich bereits Anfang Dezember veröffentlichen. Ich kam aber nie dazu und habe ihn jetzt erst wieder ausgegraben. Der Beitrag soll zeigen, dass ich trotz meiner in Summe positiven Erfahrungen mit Ubuntu-GNU/Linux auch meine stressigen Phasen durchleben musste. Die meisten Probleme, die Linux betreffen, sind aber bloße Anfängerschwierigkeiten, die Linux-Erfahrenere mit einem Lächeln auf den Lippen lösen können.

Mein Linux-Umstieg lief zu glatt. Denn eine Woche nach der im vorigen Linux-Artikel beschriebenen Installation tauchte ein schon vergessener (oder verdrängter) Fehler auf der ersten Partition der alten Festplatte wieder auf. (Ironie ist, dass der Fehler damals durch Windows XP verursacht worden ist.) Ubuntu verweigerte plötzlich den Start, als die Festplattenprüfung, die rund alle 30 Starts automatisch durchgeführt wird, das erste Mal ihren guten Dienst antrat.

Ich musste also alles noch einmal installieren. Diesmal auf eine (noch) nicht kaputte Partition der neuen Festplatte, direkt neben dem Betriebssystem aus Redmond, Washington. Und wie es halt immer so ist, es bleibt nicht bei einem Problem, sondern es schleichen sich kleine weitere ein, die einem das Leben schwer machen. Oder es kommen zeitaufwändige Aktionen auf einen zu, die man sich hätte gern ersparen wollen.

Kurz gesagt:

  • Zuerst suchte ich ein Programm für Windows XP, mit dem man Zugriff auf ext3-formatierte Partitionen erhält. (Ich weiß aber nicht mehr, ob ich Ext2IFS installiert habe oder explore2fs.) Damit habe ich meinen /home-Ordner der kaputten Partition auf eine Datenpartition gesichert. (Manche Windows-Sitzungen lang konnte ich auf die kaputte Partition zugreifen, manche nicht. - Allgemein traue ich jedoch diesen Windows-ex3-Programmen nicht; NTFS-3G unter Linux traue ich da mehr.)
  • Das neue Ubuntu 7.10 kam an seinen Platz, das alte wurde mitsamt der Partition gelöscht. Leider blieb im Bootmanager GRUB der alte Ubuntu-Eintrag noch erhalten, weswegen ich dann Starteinträge hatte für 1) Ubuntu (neue Version), 2) Ubuntu (nicht mehr existente Version) und 3) Windows XP.
  • Für einen Linux-Anfänger ist es gar nicht so einfach, herauszufinden, 1) wo sich die Konfigurationsdatei menu.lst für GRUB befindet, 2) wie man die Datei bearbeiten muss (da gibt es mit # und mit ## auskommentierte Zeilen), 3) was man löschen kann und wo man etwas verschieben kann und natürlich 4) wie man die Datei überhaupt bearbeiten kann, wenn man als normaler angemeldeter Benutzer keine Admin-Rechte hat. 4) wurde dann gelöst mittel dem Befehl sudo gedit menu.lst. 1), 2) und 3) habe ich mir aus den Ubuntu-Wikis und -Foren zusammengereimt. Den alten Ubuntu-Eintrag habe ich mit diesem Wissen erfolgreich gelöscht und das Bootmenü angepasst. Es fehlt eindeutig eine GRUB-GUI für Anfänger (auch wenn ich die nicht mehr benötige).
  • Mozilla Firefox und Thunderbird habe ich wieder eingerichtet, aber Lightning machte Probleme, da Ubuntu auch eine Lighning-Version für Thunderbird anbietet, die wohl installiert war. Also musste ich Lightning deinstallieren und meine selbst zusammengebaute, plattformüberfreifende Version installieren. Damit funktionierte das Ding wieder in Ubuntu und Windows.
  • Compiz funktionierte nicht mehr! Gingen bei der ersten Ubuntu-Installation noch die mittleren Spezialeffekte, ging nun von einem Tag auf den anderen gar nichts mehr. Ich weiß nicht, was ich umgestellt oder für Pakete installiert hatte am Vortag. Es fing damit an, dass plötzlich die Titelleisten weg waren. laut Forum war ein veralteter nvidia-Treiber schuld daran. Ich installierte den neueren - und bekam nach dem Neustart nur noch 800×600 VESA-Grafik zu sehen. Danach probierte ich vieles, das ich im Web an Informationen fand. Aber nichts half. Seitdem ist das Thema Compiz an meinem Rechner mit alter Grafikkarte erstmal beendet. (Jedoch funktionieren die Effekte an allen anderen (moderneren) Rechnern, bei denen ich die Live-CD seither getestet habe.)
  • Abschließend stolperte ich über ein paar Wissenslücken. Ich musste den ganzen Desktop und die Anwendungenmenüs neu einrichten, wobei mir manche Informationen nicht mehr einfielen, die ich beim ersten Einrichten des Desktops erlernt hatte. Das war aber nicht wirklich ein Problem. Schließlich lernt man durch Fehler oder Wissenslücken, die man zwingendermaßen (mehrfach) schließen muss, am meisten.
  • Wirklich irritierend ist seit dem 2. Aufsetzen von Ubuntu 7.10 eigentlich nur, dass alle paar Wochen beim Hochfahren von GNOME etwas schwiefgeht: Der Desktop meldet, dass Dateien fehlerhaft oder gar nicht gelesen wurden und startet in einer sehr schlechten Auflösung und mit einem anderen Thema. Ich weiß nicht woran es liegt und wie ich es lösen kann. Das Gute daran ist, ein einfacher Neustart des Systems stellte die richtige Konfiguration bis jetzt jedes Mal wieder her, als wäre nichts gewesen.

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Linux-Erfahrungen mit Ubuntu 7.10

Samstag, 24. November 2007 um 02:25 von Thomas S

Schnuppern konnte ich schon lange mit Knoppix und älteren Ubuntu-Live-CDs. Auch halbherzige Installationsversuche mit Debian und SUSE gab es in der weiten Vergangenheit. (Die Installationsversuche scheiterten alle bereits bei der komplizierten Installation oder danach am Internetzugang.)

Heute ist das aber anders. Ubuntu ist auch anders. Canonical bietet ein Debian-Betriebssystem, mit dem auch Linux-Anfänger arbeiten können. Und auch ich kann.

Angefangen habe ich mit dem Lesen von Artikeln auf ubuntuusers.de, wo man im Wiki (aber auch im Forum und im Nachrichtenmagazin) viel Nützliches findet, wenn man sich mit Linux und speziell mit Ubuntu das erste Mal vertraut machen will. (Die Einsteiger-Informationen im Wiki sind sehr zu empfehlen!)

Installation

Dann ging’s auch schon direkt zum Herunterladen des Images für die Live-CD. Dies noch gebrannt und damit gebootet und schon landete ich in einem funktionstüchtigen Ubuntu. (Das Booten kann mitunter länger dauern.) Ich hatte Zugang zum Internet, also startete ich den Installationsvorgang einfach mit Doppelklick auf das Installieren-Symbol am Desktop. (Ohne Internetzugang sollte man Ubuntu nicht installieren, da sonst wichtige Treiber und Updates fehlen könnten, die nicht auf der kleinen Live-CD vorhanden sind.)

Der Installationsvorgang erklärte sich von selbst. Vorwissen sollte man nur haben, wenn es um die Partitionierung der Festplatte(n) geht. Überlässt man alles Ubuntu, sollte man zuvor seine Festplatten/Partitionen defragmentiert haben. Das vermindert das Komplikationsrisiko mit Windows. Ich habe natürlich nichts Ubuntu überlassen, sondern meine Festplatten schon nach dem Einbau so konfiguriert, dass Platz für Linux als auch für die Swap-Partition vorhanden ist. Linux ist schon ein länger geplantes Vorhaben von mir, das bisher nur auf seine Verwirklichung gewartet hat.

Sind alle Einstellungen gesetzt, beginnt Ubuntu mit der Installation (von der CD und aus dem Internet) und man selbst kann daneben weiterarbeiten mit OpenOffice.org oder mit Firefox im Web surfen. Hauptsächlich habe ich mit meiner Freundin ferngesehen und nur ab und zu ein Auge auf den Bildschirm geworfen, ob auch alles glatt läuft.

Auch mit NTFS klappt’s

Es lief alles glatt. Nach dem Neustart des Systems und dem Entfernen der CD erschien das GRUB-Bootmenü, wo ich zwischen Linux und Windows wählen kann, und startete Ubuntu 7.10. Alle Partitionen, auch die mit Microsofts NTFS, waren gefunden und eingebunden. Die erstmals vollständig vorinstallierte Möglichkeit, mit dem NTFS-Format umzugehen, war ein Hauptgrund, weshalb gerade Ubuntu 7.10 mein erstes Arbeitslinux werden sollte und nicht zum Beispiel Ubuntu 7.04 vor einem halben Jahr. Ich danke den NTFS-3G-Entwicklern ganz herzlich für ihre langen Mühen!

Meine Datenpartitionen konnten also ihr NTFS behalten. So habe ich von Linux und Windows aus Zugriff auf die gleichen Dateien. Diese Anforderung war nicht nur wichtig, um auf alle meine Programm-Binaries, Videos und gesicherten Daten zugreifen zu können, sondern vor allem, um mit Firefox 2 und Thunderbird 2 plattformübergreifend das selbe Profil nutzen zu können.

Gleiches Mozilla Firefox und Thunderbird unter Linux und Windows nutzen

Die Programmdateien sind natürlich bei jedem System unterschiedlich. Aber das Profil kann man durchaus gemeinsam nutzen. Man darf halt keine systemspezifischen Erweiterungen installieren. Mit diversen Anleitungen im Web habe ich es hinbekommen. Wichtig ist, dass die profiles.ini die richtigen absoluten Pfade zu den Profilen erhält, dass die Windows-Pfade in den prefx.js an Linux angepasst und (bei Thunderbird) alle Zeilen mit [ProfD] gelöscht werden.

Damit kann ich Fx und Tb unter Linux wie auch Windows mit den gleichen persönlichen Daten (Lesezeichen, gespeicherte Sitzungen und Passwörter usw.) nutzen. Nur das erstmalige Starten in einem der Betriebssysteme dauert immer etwas länger, da das Programm verschiedene Pfade und anderes anpassen muss. Probleme gab es bisher nur zweimal mit dem Cache. Das Löschen oder chkdsk /f biegen es wieder hin. Was man nicht machen sollte, ist die vorgegebenen Profilverzeichnisse von Windows XP zu nutzen, da diese aufgespaltet sind in einen allgemeinen Teil unter Anwendungsdaten und den Cache-Teil unter Lokale Einstellungen, womit dann Linux nichts anfangen kann. (Fx und Tb mit den Linux-Standardprofilen wie ~/.mozilla kann man nicht nutzen, da Windows ja keinen Zugriff auf Linux-partitionierte Daten hat.) Alle Profile sind bei mir auf einer eigenen Datenpartition zusammengelegt.

Ein zweites (anfängliches) Problem stellte Lightning 0.7 dar, die Kalendererweiterung für Thunderbird. Diese ist in der neuesten Version plattformspezifisch, kann also nicht gleichzeitig mit Windows und Linux genutzt werden. Mit einem simplen Trick, der im Mozilla-Wiki erklärt wird, kann man dies aber umgehen und sich sein eigenes Lightning 0.7 basteln. Bei mir funktionierte das auf Anhieb ohne Komplikationen und ich kann nun meine Termine unter beiden Betriebssystemen verwalten.

Desktop und Menü

Gewöhnungsbedürftig unter Ubuntu war erstmal der Desktop. Ich war es immer gewohnt, nach einem Neuaufsetzen von Windows den Desktop anzupassen, indem ich Symbole und Zielpfade änderte. Erst durch Rumprobieren und Nachlesen kam ich dann nach und nach damit zurecht. Es ist ja nicht schwer, es ist nur alles neu.

Noch nicht angetastet habe ich das Anwendungenmenü: Verschieben von Einträgen, Kopieren/Verschieben von Einträgen zum und vom Desktop, Erstellen neuer Ordner. Die Sache ist bei Ubuntu aber auch nicht so verworren wie unter Windows (bis XP, mit Vista habe ich keine Erfahrung), weshalb dieses Thema noch immer eine mindere Priorität genießt. Unter Windows muss man erst das Menü entschlacken und alle unnötigen Symbole wie für Remoteunterstützung oder Outlook Express ins Zubehör-Menü verschieben. GNOME ist von Haus aus aufgeräumt und minimalistisch.

GNOME

Apropos GNOME. Ich habe GNOME und KDE mit Live-CDs probiert und fühle mich mit GNOME eindeutig wohler (auch wenn die KDE-Entwickler aus Deutschland näher wären ;). Es heißt zwar, dass KDE den Umgang mit Linux leichter für Windows-Nutzer macht. Dem kann ich mich aber nicht anschließen. Die Menüs unter KDE sind viel zu kompliziert. Außerdem nutze ich seit jeher Programme, die unter GNOME Standard sind (OpenOffice.org und Firefox beispielsweise). KDE-Software wie das Brennprogramm K3B kann ich mir über die Paketverwaltung nachinstallieren, weshalb ich die aufgeräumte GNOME-Oberfläche mit KDE-Programmen als Bonus laufen lassen kann.

Mit WINE Windows-Programme starten

WINE ist ja in aller Munde, also habe auch ich es installiert. Die Installation ist ganz simpel mit der Paketverwaltung Synaptic. Nach der Installation findet man das Programm WINE im Anwendungen-Menü. Ohne Konfiguration habe ich gleich mIRC damit gestartet. Dazu geht man über den Dateimanager/Datei die EXE-Datei suchen, die man starten will, sie mit Rechtsklick anwählen und “Mit WINE öffnen” (oder so ähnlich) starten. Manchmal reicht auch ein einacher Doppelklick auf die EXE-Datei, WINE macht dann den Rest automatisch. mIRC hat sich dann ohne Probleme geöffnet und arbeitet, wie es soll. Auch andere kleine Programme habe ich damit zum Laufen gebracht. Der Internet Explorer ging bei mir nicht; wahrscheinlich ist dafür extra Konfigurationsarbeit nötig.

Fehlende Programme einfach nachinstallieren

Was ich sonst noch für Programme von Windows her kannte, habe ich ebenfalls ober die Paketverwaltung Synaptic nachinstalliert. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wo ich das Linux-Paket (*.deb für Debian/Ubuntu) selbst heruntergeladen und mit Doppelklick installieren musste. Das selbe Prozedere bin ich aus Windows gewohnt, ist also keine Umstellung. Vor allem, wenn man ganz aktuelle Programme wie Skype 2 mit Videofunktion haben will, muss man selbst installieren. Ubuntu aktualisiert seine (nicht sicherheitsrelevanten) Pakete immer nur jedes halbe Jahr mit einer neuen Ubuntu-Version.

Außer einem Programm, das das verbrauchte Transfervolumen ins Internet misst, und einen gleichwertigen Notepad++-Ersatz habe ich nun alles, was ich auch unter Windows installiert habe. (Habe bereits seit langem alle meine alten Programme durch OpenSource-Software ausgetauscht, die auch auf Linux läuft. Deswegen gibt’s für mich keine Umstellung bei der Bedienung meiner ganzen Programme. Nur das Betriebssystem ist halt anders.)

Drucker

Der Wermutstropfen an Linux liegt bei mir am Drucker. PDF-Dateien zu erzeugen ist möglich, ohne separate Programme zu installieren. Aber für meinen 7 Jahre alten, tollen Canon LBP-810 gibt es keine Treiber. Zumindest habe ich noch keine gefunden und den Drucker auch sonst noch nicht zum Arbeiten bewegen können. Fürs Drucken muss derzeit noch Windows herhalten. Canon hat noch viel aufzuholen in Sachen Treiber für Linux.

Updates

Sicherheitsrelevante und sonst wichtige Updates kommen bequem über die automatisch arbeitende Aktualisierungssoftware. Ich habe die Paketquellen (unter der Systemverwaltung Software-Quellen genannt) von “Software von Ubuntu” und die Gutsy-Partner aktiviert mit Ausnahme der Quelltext-Quellen. Fremde Paketquellen sollte man aus Sicherheitsgründen nicht eintragen. Händisches Installieren fremder Pakete ist sicherer.

Abschluss

Damit beende ich mal meinen ersten, langen Artikel zu Ubuntu 7.10 und den positiven Umstiegserfahrungen damit. Weitere werden sicher folgen.

PS: Ungeachtet meiner positiven Erfahrungen mit Ubuntu möchte ich aber hinzufügen, dass ich es bedenklich finde, wenn Debian-Entwickler zu Ubuntu wechseln - und so für die Weiterpflege von Debian nicht mehr zur Verfügung stehen - oder Ubuntu-Pakete mit Debian inkompatibel werden. Debian ist schließlich die Mutter aller freien Linux-Systeme. Schwächt man Debian, schwächt man auch alle darauf aufbauenden Distributionen - von Ubuntu angefangen bis zu den Debian-Ablegern für die Münchner Verwaltung oder das deutsche Bundesaußenamt.

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YALM-Magazin

Dienstag, 20. November 2007 um 23:13 von Thomas S

YALM ist eine Abkürzung für “Yet Another Linux Magazine” (übersetzt: noch ein Linux-Magazin) und wird von Ubuntu Schweiz herausgebracht. Bisher sind 2 Ausgaben erschienen, die ich jedem Linux-Nutzer aber auch Windows-Umsteigern empfehlen kann. Die Artikel sind gut ausgewählt, kurz aber informativ gehalten und sind vor allem für Einsteiger sehr gut geeignet.

Die interessantesten Artkel der 1. Ausgabe sind natürlich eine Installationsbeschreibung für WUBI. Mit WUBI lässt sich (K/X/Ed-)Ubuntu als ausführbares Programm einfach unter Windows installieren. Keine Partitionierung oder sonstige Veränderung an den Festplatten ist mehr nötig. Ubuntu wird virtuell installiert und kann per Bootloader gestartet werden. Gefällt einem Ubuntu nicht, kann man es über WUBI bequem wie ein normales Programm wieder deinstallieren.

Der zweite sehr interessante Artikel beschäftigt sich mit DOSBox, mit dessen Hilfe man seine alten DOS-Spiele unter Ubuntu zum Laufen bringen kann. DOOM2 lässt grüßen.

Die 2. Ausgabe bietet Tipps wie via Blutooth-Handy den Desktop (ent-)Sperren und stellt Software vor, die Docks ähnlich wie in Mac möglich machen soll.

Die 3. Ausgabe wird im Dezember erscheinen und Themen beinhalten wie Pimp my Ubuntu, Mozilla Prism, Miro Internet-TV und Ubuntu für den Musiker.

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Was kommt mit Ubuntu 8.04?

Donnerstag, 8. November 2007 um 01:25 von Thomas S

Kaum ist Ubuntu 7.10 namens Gutsy Gibbon veröffentlicht worden (was ist neu?), gibt es auch schon Pläne für die nächste Version von Ubuntu. Veröffentliche früh, veröffentliche oft. Dieser OpenSource-Wahlspruch wird von Canonical zum Glück beherzigt.

Am Ubuntu Developer Summit in Boston vor einer Woche standen wichtige Themen, welche Weiterentwicklungen die nächsten Monate verfolgt werden sollen. Nun gibt es diese lange Vorschlagsliste vom UDS Boston 2007. Für jeden tiefergehenden Ubuntu-Interessierten ist sie lesenswert. Ubuntuusers hat es gekürzt auf Deutsch aufbereitet und zusammengefasst. Eine lesenswerte Analyse gibt es bei fsckin.com mit dem Artikel In-Depth Roadmap Analysis For Ubuntu Hardy Heron 8.04 (englisch).

Auf, auf, kühner Reiher!

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Umstieg auf neue Software (oder: Schulung für alle)

Montag, 29. Oktober 2007 um 22:05 von Thomas S

Seit Jahren habe ich darauf hingearbeitet. Zuerst kam die Umstellung auf Firefox 1.0. Dann folgte der Schwenk von MS Office XP auf OpenOffice.org 2.0. Dann wagte ich die Migration von MS Outlook XP auf Thunderbird 1.5 (später mit der Kalendererweiterung Lightning vervollständigt). Schließlich ersetzte ich all meine proprietäre Software unter Windows durch Gegenstücke aus der Welt der freien Software (FOSS).

Was habe ich daraus gelernt? Es gibt Gutes und Schlechtes über FOSS-Produkte zu sagen, aber sie funktionieren.

Der schwierigste Schritt ist, seinen inneren Schweinehund zu überwinden, etwas zu wagen und neue Software auszuprobieren. Darum habe ich relativ spät mein E-Mail-Programm gewechselt, in der Arbeit überhaupt erst seit kurzem.

Im nächsten Schritt muss man seine erlernten Arbeitsweisen - wie etwas zu funktionieren hat - und seine gewohnten Vorstellungen - was alles zu funktionieren hat - anpassen. Das mag schmerzhaft sein. Aber genau so wie man die vorherigen Programme mit der Zeit zu beherrschen gelernt hat, wird man auch die neuen nach einer Weile beherrschen.

Ich würde sowieso jedem einen Betriebssystem- und Office-Grundkurs empfehlen. Ich kenne praktisch niemanden, der mit beidem wirklich professionell umgehen kann. Jeder Chef und jeder Kollege setzt voraus, dass man ein Windows und ein MS Office bedienen kann. Dem ist aber nicht so. Ich brauche nur den Sekretärinnen über die Schulter zu schauen, und mir wird übel, wenn ich deren chaotisches Arbeiten beobachte. Dabei müssten die es am besten können! Von anderen Kollegen ganz zu schweigen, die schon fragen müssen, wie man die Ordneransicht umschaltet, oder die sofort nervös werden, wenn Symbole anders aussehen (ein typisches Ergebnis, wenn Leute nicht geschult werden und sich notdürftig selbst helfen). Alter spielt übrigens keine Rolle. Junge wie alte Leute können gleich schlecht mit Software umgehen. Mit dem Alter wird nur die Lernkurve etwas langsamer.

Darum, egal ob man bei Microsoft verharrt oder auf Linux und OpenOffice.org umsteigt, rate ich jedem zu einer Schulung. Mein Vater macht gerade eine, und das Arbeiten mit dem Rechner beginnt ihm nun erst richtig Spaß zu machen.

Aber ich bin abgeschweift.

Worauf habe ich Jahre hingearbeitet und nun endlich Zeit gefunden?

Auf meinen Umstieg auf die GNU/Linux-Distribution Ubuntu 7.10. Dazu komme ich im nächsten Artikel.

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