Ich habe Mozilla bereits vor einem dreiviertel Jahr über die betrügerische Seite mozilla.at in Kenntnis gesetzt. Zwischenzeitlich gab es dort andere Software im Angebot. Ich dachte, das Thema wäre für Firefox nun erledigt. Dem ist aber anscheinend immer noch nicht so, denn die Seite ist wieder mit Firefox auf Kundenfang und sogar die österreichische Tageszeitung derStandard.at berichtet darüber.

Mozilla geht schon lange gezielt gegen solche Betrügerseiten vor, die dem Ruf von Mozilla und freier Software allgemein schaden. Ich hoffe, die Rechtsabteilung verlangt die Übergabe der Domains an Mozilla und dass dies auch gelingt. Mozilla.de konnte auch erst nach langem von Mozilla übernommen werden.

In der Zwischenzeit kann man nur warnen: Holt euch Programme nur von der Seite des Originalherstellers! Und sagt und zeigt dies auch euren Freunden und Verwandten!

Viele freie Programme sind z.B. auf SourceForge beheimatet wie das FTP-Programm FileZilla oder das Programm PDFCreator zum erstellen von PDF-Dateien unter Windows. Andere Projekte haben ihre eigenen großen Portale wie OpenOffice.org, Gimp, Inkscape – oder Firefox und Thunderbird.

Im Zweifel kann man die Suchmaschine seiner Wahl befragen. Die Herstellerseiten werden meistens weit oben gelistet.

Wie alle bekannten Open-Source-Projekte hat neben Mozilla besonders auch OpenOffice.org mit Betrügern zu kämpfen. Auf der eigens erstellten Seite OpenOffice.org und Abofallen klären sie darüber auf. Wir können auch ihnen nur alle Gute im Kampf gegen diese Betrüger wünschen.

Heute Abend gab es im Technologiezentrum Attnang-Puchheim einen Vortrag mit dem Titel „Wie funktioniert Google?” von einem Professor der FH Hagenberg. Meine Freundin und ich waren dabei und waren überrascht von der Anzahl der anderen Gäste. Der Vortragsraum war voll gefüllt. Das Thema interessiert anscheinend die Leute, die von Anfang 20 bis ins Seniorenalter vertreten waren. Der Vortrag selbst war ganz gut gehalten. Alle Zuhörer haben die vollen zwei Stunden durchgehalten (inklusive Diskussionsrunde nach dem Vortrag).

Was mich vom Vortragenden aber irritiert hat, war das Unverständnis gegenüber Open-Source. Sichtbar hat sich diese Einstellung in einer Vortragsfolie offenbart, bei der es darum ging, dass es bei Google eigentlich lockerer zugeht, als man sich das bei Informatikern sonst vorstellen würde. Der eine Satz besagte, das Leben bei Google sei nicht so trist, wie das „die Medien oder LINUX-Gurus” behaupten.

Alleine schon dieser Satz, wie er formuliert und wie die Wörter dargestellt wurden, zeigt die Einstellung des Vortragenden. Linux-Gurus? Hä!? Aber gut. Den Satz selbst will ich nicht analysieren – er hatte nichts mit dem Vortragsthema an sich zu tun.

Schade fand ich dann seine Antwort auf meinen Kommentar in der Diskussionsrunde am Ende, dass in dem Vortrag als eines der Schlüsselelemente von Google die Erwähnung von Open-Source fehle. Er meinte dann sinngemäß, najaaa, man müsse bei Open-Source ein bisschen vorsichtig sein. Es sei nicht alles gut. Es könne anderen Firmen schade. Zum Beispiel hätten Entwicklerfirmen wie Borland durch die Offenheit von IBMs Eclipse gelitten usw.

Ich dachte mir dann nur: Vor 100 Jahren hätte ein Vertreter der Schmiedezunft auch gesagt, dass die Automobilindustrie die Pferdeschmieden in den Ruin treibe. – Na, und? Das ist Evolution! Das Thema habe ich in einem älteren Artikel über die Weiterentwicklung der Wertschöpfungsprozesse angeschnitten, der auf dem Artikel Interaktive Wertschöpfung – Produktion nach Open-Source-Prinzipien des OpenSource-Jahrbuchs 2007 beruht, das wiederum einen Auszug aus dem gleichnamigen Buch von Frank Piller, Ralf Reichwald und Christopher Ihl darstellt (auch als PDF zum Herunterladen verfügbar).

Solcherlei Lektüre wäre empfehlenswert, bevor man sich über das Thema Open-Source auslässt.

Was die Leute alles auf sich nehmen, um bei Windows bleiben zu können, ist schon kurios.

Da gibt’s jene, deren Vista-Recovery-DVD vom Hardware-Hersteller bloss auf englisch verfügbar ist. Die müssen dann mit der englischen Benutzeroberfläche von Windows leben. Unt sie tun es.

Da gibt’s andere, die von Microsoft Office 2003 auf 2007 umgestiegen sind und sich überhaupt nicht mehr auskennen, keine Befehle finden und viel langsamer und unproduktiver arbeiten als vorher. Einzelne Funktionen werden wochenlang gesucht und sogar mit Hilfe anderer Kollegen, die ihnen beim Suchen helfen, oder externer EDV-Spezialisten nicht gefunden. Aber kaum zeigt man ihnen OpenOffice.org 3, gehen sie in Abwehrstellung und schimpfen und fluchen über das “Mistding” und den, der ihnen dieses Stück Software aufgespielt hat. Dabei ist die Umstellung von MSO 2003 auf 2007 viel schlimmer als ein Umstieg von MSO 2003 auf OOo 3. Sie leiden mit Microsoft, aber sie lieben es.

Wieder andere schlagen sich mit Cracks und Software-Raubkopien herum, warten wochenlang auf den richtigen Crack, den eines Tages jemand im Internet bereit stellt, kopieren DVDs, tauschen kryptische, gefälschte Registrierungsschlüssel aus (und schlagen sich sogar tagelang mit der unleserlichen Schreibweise der Schlüssel herum, bis sie es endlich hinbekommen).

Als Benutzer quelloffener Software luge ich dann oft im Geist kopfschüttelnd zu den Leuten rüber und denke mir: Ich kann mir alle Sprachen herunterladen, die ich benötige, sei es von Ubuntu, OpenOffice.org oder Firefox. Ich stelle mich einmal auf ein plattformunabhängiges Programm um und bin damit überall zufrieden – sei es in der Arbeit unter Windows oder zuhause unter Ubuntu. Ich brauche weder Cracks, noch kopeierte DVDs, noch Registrierungsschlüssel – ich lade mir alles aus dem Internet herunter und installiere es ohne qualitative oder quantitative Beschränkung. Und wenn es eine gute Bezahlversion von einer sonst quellofenen Software gibt, die sich lohnt, oder um eine Spende gebeten wird, so entscheide ich mich auch mal dafür. So hat jeder etwas davon.

Ich schlussfolgere beinhart:

Die Leute würden sich lieber von Microsoft ins Gesicht scheißen lassen, als auf etwas anderes Nicht-Microsoft’sches umzusteigen.

PS: Andererseits habe ich auch schon Verweigerer für MSO 2007 erlebt und jene, die sich auch privat OpenOffice.org installiert haben, da sie es (durch mich) “von der Arbeit her kennen”.

Ich muss es einmal loswerden: Diese halbjährlichen Veröffentlichungszyklen von einigen Software-Projekten mag ich ungemein. Ich bin jedesmal von den Verbesserungen und der nicht revolutionären, aber stetigen Weiterentwicklung begeistert, wenn ich OpenOffice.org 3.0 mit dem Vorgänger 2.4 vergleiche – oder OpenOffice.org 3.1 mit 3.0. Auch GNOME und mit ihm Ubuntu bringt mit jeder Version einen Mehrwert, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer ins Auge sticht. Meinen alten Rechner mit Ubuntu 7.10 und GNOME 2.20 mag ich gar nicht mehr starten, wenn ich ihn mit dem Laptop mit Ubuntu 8.10 und GNOME 2.24 darauf vergleiche.

Unter Ubuntu 7.10 ist noch Firefox 2 der Standardbrowser. Wenn man sich die aktuellen deutschsprachigen Nightlies von Firefox 3.5 herunterlädt, dann ist der Unterschied zum 2er wie Tag und Nacht. Ich kann es kaum fassen, allein von der Seitenladegeschwindigkeit und der besseren Integration der Oberfläche in GNOME sind die Fortschritte erstaunlich! Ein halbjährlicher Veröffentlichungszyklus von Mozilla Firefox würde mir auch gefallen. (Naja, das hätte natürlich auch Nachteile.) Die nächste Version, die derzeit noch mit Firefox.next betitelt wird, soll ja bereits in einem dreiviertel Jahr erscheinen – wie auch Firefox 3.5 ein halbes/dreiviertel Jahr nach Firefox 3.0 erscheinen hätte sollen. Vielleicht schafft Mozilla nach Firefox 3.5 die Verkürzung auf zumindest unter ein Jahr.

Kurzum: Kurze Veröffentlichungszyklen sind toll für die Anwender und hoffentlich auch für Entwickler, die ihre Errungenschaften schnell an die Frau und den Mann bringen können.

Die FOSDEM ist schon anderthalb Wochen her und erst jetzt komme ich dazu, meine Eindrücke zu schildern. Kurz gesagt: Die erste FOSDEM war für mich überwältigend! Die FOSDEM bot mir die Möglichkeit, viele auf irgend eine Weise bekannte und interessante Menschen zu treffen und vielen interessanten Vorträge zu lauschen.

Aber alles der Reihe nach.

Eigentlich begann die FOSDEM mit einer unendlich langen Anreise. Ich sage nur: folgendes Bild sagt mehr als tausend Worte.

Wartebank am Frankfurter Flughafen
Schlafgelegenheit am Terminal A des Frankfurter Flughafens

Leider habe ich dadurch das jährliche Beer-Event am Freitag Abend vor der FOSDEM verpasst. Aber ich kam schließlich in Brüssel an und verpasste nur den Anfang der Keynotes. Kaum angekommen auf dem Gelände der ULB, bahnte ich mir den Weg ins große Auditorium und fand einen Raum voller an Open-Source interessierter Menschen vor: jung und alt, mit und ohne Laptop.

Bühne des großen Auditoriums
Vortrag von Mark Surman zur Zukunft von Open-Source
Viele Zuschauer im großen Auditorium
Volle Bänke überall

Die folgenden 2 Tage sah und traf ich so viele Leute, die mir bisher nur über ferne Blogs oder andere Internetwege bekannt waren, zum Beispiel David Tenser, Gervase Markham, den unaussprechlichen Zbignew Braniecki (Gandalf), Mike Connor, David Ascher, Martin Creutziger, Simon Paquet (vom Kalender-/Lightning-Team), Bdale Garbee (von Debian), Tristan Nitot, Robert Kaiser, Theodore Ts’o, Marc Laporte (vom TikiWiki-Team), Marco Zehe (vom Mozilla Accessibility-Team) … Und natürlich andere, die ich vorher schon kennen gelernt hatte: Kadir, Barbara, William …

Diejenigen, die bei Mozilla die meisten Lacher während ihrer Vorträge produziert haben, waren mit Abstand der Brite Gervase Markham von der Mozilla Foundation (die Stiftung) und der Kanadier David Ascher von Mozilla Messaging (Thunderbird). Das sind wirklich besondere Typen und machten ihre Vorträge zu einem Genuss.

David Ascher
David Ascher während seines Vortrags über Thunderbird 3

Allgemein war ich überwältigt von der großen Masse an Kreativität und Offenheit, auf der man bei der FOSDEM trifft. Hier treffen sich keine verstaubten Stubenhocker, sondern kreative Köpfe, die die Welt ein Stückchen verbessern wollen.

Ein anderes beeindruckendes Ereignis war für mich die Versammlung für das Web of Trust vor dem Hauptgebäude der FOSDEM:

Web of Trust
Leute treffen sich, um die Echtheit ihrer digitalen Schlüsseln bestätigen zu lassen

Natürlich war ich auch am Stand von OpenOffice.org. Leider war keiner von Sun Microsystems auf der FOSDEM, mit dem ich Kontakt halte.

Stand von OpenOffice.org auf der FOSDEM
OpenOffice.org hatte seinen Platz gleich neben Mozilla und war gutbesucht

Dass es sich bei der FOSDEM um ein Entwicklertreffen handelte, wurde einem sogar auf dem Klo vergegenwärtigt:

WC-Plakat für Entwickler

Weitere Bilder und Blog-Beiträge zur FOSDEM 2009 findet man für Mozilla auf der Fosdem:2009:Aftermath-Seite.

Irina Sandu schreibt im European Mozilla Community Blog Einzelheiten über einzelne Vorträge von Mozilla-Vertretern.

Besonders empfehlen kann ich das von der Community erstellte Werbevideo für Firefox sowie die Präsentation von David Ascher zu Thunderbird 3.

Zum Schluss noch ein Aufruf, der beim Mozilla-Stand hing:

Plaket: Übersetzer gesucht
Die Mozilla-Community sucht immer Übersetzer für jede Sprache

Die FOSDEM 2009 findet am kommenden Wochenende in der belgischen und EU-Hauptstadt Brüssel statt, und ich freue mich schon darauf. Denn ich werde dort das erste Mal mit dabei sein! Ich bin schon sehr gespannt und weiß noch gar nicht so recht, welche Veranstaltungen ich dort besuchen werde. Es finden ja so viele gleichzeitig statt. Aber natürlich werden es vorrangig die von Mozilla sein. What’s next after Firefox 3.1 von Mike Connor, Thunderbird 3: what’s new, where is it heading, and how you can help von Ludovic Hirlimann und David Ascher (dem Chef von Mozilla Messaging) oder Mozilla Community Sites Project von Zbigniew Braniecki (“Gandalf”) kann ich mir beispielsweise nicht entgehen lassen.

Wenn jemand Tipps hat, lasst sie mich wissen! Ansonsten werde ich mich einfach überraschen lassen.

Der Vorteil bei Linux und freier Software ist, dass jeder alles programmieren darf, was er kann. Qualitative und quantitative Freiheit. Das Problem dabei ist, dass die meisten Programmierer und (Hobby-)Bastler ihr eigenes Süppchen kochen. Das führt zu vielen verschiedenen Programmen, die alle irgendwie die selben oder ähnliche Funktionen bieten – anstatt dass sich die Leute zusammentun und an einem einzigen, aber umso größeren (oder schneller fertig werdenden) Projekt arbeiten. Meistens verliert der allein programmierende Verantwortliche dann nach Wochen, Monaten oder wenigen Jahren das Interesse an seinem Werk und beendet die Weiterentwicklung (oder gar die Fertigstellung einer ersten vollständig benutzbaren Version).

Im Fall von Backup-Lösungen für mein Ubuntu ist genau das oben genannte der Fall:
Es gibt mehrere Programme (TimeVault, Flyback und Back-In-Time), die vor nicht allzu langer Zeit entwickelt wurden.

  • Alle Programme sind alle noch nicht richtig fertig für Endanwender.
  • Die Entwicklung aller Programme stockt oder wird nicht mehr weitergeführt.
  • Allen Programmen fehlt professionelle Unterstützung für Systemintegration, Benutzerfreundlichkeit und Fertigstellung für Endanwender.

TimeVault ist dabei das ambitionierteste Programm von den dreien. Es orientiert sich an Apples Time Machine. Leider gibt es seit eineinhalb Jahren nicht mehr wirklich Neues bei dem Projekt. Ich finde auch nicht heraus, wie alt die letzte Version 0.7.5 (als “Beta-Kandidat” gekennzeichnet) ist.

Flyback und Back In Time sind kleinere Programme für Sicherungen/Backups. Auch da tut sich nicht (mehr) vieles. Die Projekte sind als Ein-Mann-Unternehmungen eben begrenzt in ihrer Entwicklungsmöglichkeit.

Genau hier wäre es meines Erachtens die Aufgabe von Distributoren, Programme mit Potenzial (egal ob fertig oder unfertig) unter die Arme zu greifen oder zu übernehmen und zur Endanwender-Reife zu bringen. Denn ein Backup-Werkzeug brauchen eigentlich viele Nutzer. Damit kann man die eigene Distribution und die Linux-Gemeinschaft als Ganzes verbessern. Es sieht aber nicht so aus, als würde Canonical oder irgend jemand anderes (z.B. eine Gruppe von Programmierern, Usability-Spezialisten usw.) hier einspringen und etwas fertig stellen, das schon begonnen wurde. Meist wird von ganz vorn begonnen und wieder was Neues geschaffen – oder es wird halt gar nichts gemacht.

Seite kurzem ist Wordpress 2.7 kostenlos verfügbar. Im deutschen Wordpress-Blog gibt es Versionshinweise und eine Übersicht, was alles neu ist, sowie eine Anleitung für die DE-Version von Wordpress.

Das letzte Mal habe ich vor langer Zeit über Wordpress gesprochen. Das, was ich damals bemängelt habe – zu viele Updates, die man händisch aufwändig einpflegen muss -, scheint nun behoben worden zu sein: Wordpress bietet ab Version 2.7 automatische Updates an. Damit erspart man sich das händische Herunterladen der Dateien, das Einpflegen und Aktualisieren der Dateien auf dem Server und sonstige Umbauarbeiten. Natürlich erspart man sich nicht die Arbeit, vorher Sicherungen aller Daten anzulegen.

Mal sehen, wie sich diese Autoupdate-Funktion bewährt. Wenn es sich bewährt, werde ich auf diese oder die nächste Wordpress-Version umsteigen. Denn die aktuelle Version bietet eine Vielzahl von verbesserten und neuen Funktionen, in deren Genuss ich als 2.0er-Nutzer auch einmal kommen mag.

PS: Werden nur kleine x.y.z-Updates mit dem Autoupdate eingepflegt oder kann man damit auch große x.y-Versionssprünge automatisieren?

Im vergangenen September habe ich erst über Songbird 0.7 kurz etwas geschrieben. Seit Anfang Dezember ist nun die Version 1.0 verfügbar!

Was alles neu oder besser ist, ist im Songbird-Blog gut beschrieben: Songbird 1.0 is Here! (englisch)

Was sind die Vorzüge des Programms? Es baut auf Mozillas Gecko-Engine auf, die auch hinter Firefox steckt und Songbird ermöglicht, als Quasi-Browser benutzt zu werden. Es bietet alle nötigen Bibliotheken und Codecs ohne zusätzliche notwendige Installation. Es hat das Erweiterungskonzept von Firefox und Thunderbird übernommen und ermöglicht so, viele spezifische Wünsche der Benutzer zu befriedigen.

Meine Erweiterungsliste für Songbird:

Hol dir Songbird – The Open Music Player für Linux, Mac oder Windows!

Zum Sichern meiner Partitionen verwende ich das Programm Partimage, das ich über die Live-CD SystemRescueCd nutze.

Ich mag Partimage. Aber wieso ist die Live-CD so kompliziert zu bedienen und völlig ungeeignet für Nicht-Linuxprofis? Was muss aufgepeppelt werden, damit sogar Windows-Leute ihre Partitionen damit sichern könnten? Ich spiele mal den Ablauf einer Sicherung durch:

  1. Von der CD-ROM booten. Kein Problem.
  2. Sprachauswahl ausfüllen. Erste Benutzereingabe notwendig. Ein Menü wie bei der Ubuntu-Live-CD wäre verständlicher und leichter lesbar.
  3. Nun befindet man sich in der Kommandozeile. Was nun? Fragezeichen.
  4. Als erstes sollte man wissen, welche Partitionen man sichern will und auf welche sie gespeichert werden. Am Besten einmal fdisk -l eingeben und die Daten mit denen vergleichen, die man im Kopf hat/sich notiert hat – damit man nicht die falsche Partition sichert/überschreibt. Aber wer kann schon was mit kryptischen Bezeichnungen wie sda2 anfangen? Besser wäre eine automatische Erkennung aller Partitionen inklusive Benennung (Windows, Home, Daten oder was auch immer). Diese Liste sollte dann hübsch grafisch aufbereitet in die erste Programmseite von Partimage integriert werden.
  5. Aber zurück. Nun muss jene Partition eingebunden werden, auf der man die Sicherung speichern will. Achtung: NTFS-Partitionen werden nicht mit mount, sondern mit ntfs-3g eingebunden! Besser wäre, jede Partition wird beim Start schon automatisch eingebunden und der Nutzer muss sich nicht darum kümmern, welches Dateisystem die Partition hat. Beim Sichern einer Partition kann diese dann ja wieder automatisch aushängt und danach wieder eingehängt (gemountet) werden.
  6. partimage in die Kommandozeile eingeben (oder startx, aber die grafische Oberfläche ist mehr abschreckend als ansprechend). Eine auf Partimage optimierte Live-CD, die Partitionen automatisch einbindet, je nach Bedarf wieder selbständig aushängt und auch eine übersichtliche und aussagekräfte Liste der Partitionen bietet, könnte nach der Sprachauswahl (Punkt 2) direkt im Programm starten.
  7. Zu sichernde Partition auswählen. Siehe Punkt 4.
  8. Danach muss man händisch den Pfad und den Dateinamen angeben. Zumindest die Partition, auf der man das Image abspeichert, sollte man auswählen können. Die Angabe von Verzeichnis und Dateiname kann man dann ruhig dem Nutzer überlassen.
  9. Ein paar Einstellungen getätigt – nichts, womit man nicht zurecht kommen kann. Vielleicht wäre eine Hilfe dazu nicht schlecht, die man bei Bedarf einblenden kann.
  10. Fertig. Nach getaner Arbeit beendet sich Partimage und man landet wieder in der Kommandozeile.
  11. Herunterfahren/neu starten muss man natürlich auch händisch: shutdown -r now (für einen sofortigen Neustart des Computers). Das könnte auch grafisch zur Auswahl stehen: Wollen Sie Partimage weiter benutzen? Wollen Sie den Computer herunterfahren? Wollen Sie neu starten?

Ich weiß, SystemRescueCd ist nicht nur für Partimage da. Aber wäre ein einfaches Sicherungswerkzeug nicht für alle von Vorteil? Auch für jene, die die einzelnen Befehle können? Erspart doch Arbeit, beschleunigt den Vorgang und bringt mehr Nutzer. Ich wäre froh darüber. So müsste ich nicht jedesmal wieder über die einzelnen Befehle nachgrübeln, die ich zwischenzeitlich schon halb vergessen habe. Und es würde für die gesamte Live-CD ja die bisherige ASCII-Grafik wie in Partimage selbst ausreichen. Sie sollte eben nur möglichst alles von selbst erledigen. Naja, das ist wohl der Grund, weshalb niemand sowas je programmieren wird: Linuxer wollen alles händisch selbst erledigen. Amen. :)

Ich habe die Entwicklung von GIMP die letzten Monate nicht mehr verfolgt. Hauptsächlich wohl weil auf der Entwickler-Website seit langem keine Neuigkeiten mehr präsentiert wurden (letzter Eintrag vom März 2008). Aber was ein Jahr währt – im November 2007 wurde GIMP 2.4 veröffentlicht -, wird endlich gut:

GIMP 2.6 ist da!
Die freie Software ist kostenlos für Linux, Windows und Mac verfügbar.

Im Mai habe ich kurz angerissen, was GIMPI 2.6 Neues bringen wird. In den Versionshinweisen auf der GIMP-Seite (englisch) oder bei gimpusers.de finden sich genauere Beschreibungen.

Persönlich fehlen mir erstmal nur noch Editiermöglichkeiten für Metadaten und EXIF-Daten sowie ein Makro-Rekorder. Für professionellere Anwender wird die GEGL-Bibliothek in Zukunft massive Verbesserungen bringen. Hoffentlich schon mit Version 2.8 nächstes Jahr.

Bei Ikhaya, der Nachrichtenseite von ubuntuusers.de habe ich heute eine erfreuliche Nachricht gelesen: Projektvorstellung: GNUmed – eine freie Software für die (Arzt-)Praxis.

Ich hoffe, diese Software wird rasch weiterentwickelt und findet Anklang irgendwo auf der Welt. Denn solche Software ist genau die Art Spezialsoftware, die ich in meinem Artikel Linux für Firmenkunden angesprochen habe.

Mein letzter Eintrag zu Songbird ist erst wenige Monate her. Seitdem hat sich aber wieder viel getan. Vor allem die neue Oberfläche und die verbesserte Geschwindigkeit stechen ins Auge. Ich bin begeistert!

Die Verbesserungen an Gecko 1.9, der Mozilla-Plattform unter anderem für Firefox 3, machen sich in beeindruckender Weise bemerkbar. Schade finde ich nur, dass Songbird nun aussieht wie jeder andere iTunes-Klon auch und das einmalige Schwarz zugunsten von Silbergrau aufgegeben wurde.

Ausführliche Informationen gibt es im Songbird-Blog Songbird Beta is Released! und in den Release Notes zu 0.7.0.

Eine Nachricht habe ich in meinem Juni-Eintrag vergessen: Songbird 0.6 wurde veröffentlicht.

Bildschirmfoto von Songbird 0.6

Viele Verbesserungen sind seit Version 0.5 dazu gekommen, die Release Notes geben darüber Aufschluss. Das Wichtigstes aus (meiner) Anwendersicht ist, dass die Oberfläche noch etwas aufpoliert wurde, die Geschwindigkeit und die Leistung (Performance) wesentlich verbessert wurde sowie die endlich dazugekommene Möglichkeit, die Metadaten der Musikdateien zu bearbeiten. Diese essenzielle Möglichkeit, effektiv mit seiner Musikdatenbank zu arbeiten, hat lange auf sich warten lassen. Aber Songbird ist eben noch in Entwicklung. Da muss man Abstriche machen und warten können. Die Leistungsverbesserung kommt durch Gecko 1.9, von dem auch Firefox 3 wesentlich profitiert.

Noch eine erfreuliche Neuerung im Juni ist die Veröffentlichung der Songbird-Roadmap. Laut dieser Roadmap (Direktlink zum Wiki) wird für die nächste Version wieder verstärkt Wert auf die Leistung und die Benutzerfreundlichkeit gelegt. Auch soll der Veröffentlichungszyklus verkürzt werden (d.h. schneller neuere Versionen). Was dann (für mich und vor allem meine Freundin) am Ende noch fehlt ist die Fähigkeit, CDs zu brennen.

OpenDocument (ODF) besser

Nachdem Microsoft offiziell die Unterstützung für ODF (OpenDocument) mit dem nächsten Update für Microsoft Office 2007 angekündigt hat, folgt die Aussage des Microsoft-Technikchefs der USA: „ODF has clearly won“ (heise, ubuntuusers). – Techniker denken eben logisch und nicht nur in blinder, propagandistischer Weise wie Verkäufer oder bloße Manager.
Achja, und die Normierung von OOXML ist erstmal auf Eis gelegt, bis Einwände von 4(!) P-Staaten ausgeräumt wurden (z.B. ubuntuusers, heise).

Firefox 3

Firefox 3 ist endlich erscheinen und für die Öffentlichkeit bereit! Laut Aussagen verschiedener Online-Medien ist die Akzeptanz der neuen Browser-Version enorm. Schon innerhalb weniger Tage haben viele Anwender auf die neue Version migriert. Der Browser-Kampf ist auf einer neuen Stufe angelangt. Außerdem hat Mozilla wohl einen neuen Rekord durch den Download-Day aufgestellt: die meisten Downloads eines Software-Programmes innerhalb von 24 Stunden.

Wine 1

Wine 1.0 ist erscheinen. Die runde Versionsnummer hat weniger mit speziellen neuen Funktionen als mit dem runden Datum zu tun: Wine ist nun 15 Jahre alt – und es gibt noch viel zu tun, um möglichst viele Windows-Programme auch unter Linux lauffähig zu machen.

Opera 9.5

Auch Opera hat einen neue Version: 9.50. Es gibt viel Neues und auch viele Verbesserungen hinsichtlich Webstandards. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert und kann dazu nicht mehr sagen.

OpenSource-Animationskurzfilm „Big Buck Bunny“

Der Kurzfilm „Big Buck Bunny“ (zu Deutsch: „Großes Dickes Häschen“) ist Anfang Juni veröffentlicht worden. Das ist ein witziger Animationsfilm, der mit der OpenSource-3D-Software Blender erstellt worden ist (ubuntuusers). Sehr empfehlenswert und witzig! Um das Projekt zu unterstützen, kann man die DVD käuflich erwerben. Ansonsten steht der Download in verschiedenen Auflösungen jedem kostenlos zur Verfügung.

Wien im festen Griff Microsofts

Die Stadtgemeinde Wien installiert auf einigen bisher alleinigen Linux-Rechnern ein Dual-Boot-System mit Microsoft Vista: Wien stellt Computer teilweise wieder von Linux auf Windows um, Linux in Wien kämpft mit Kompatibilitätsproblemen, SPÖ prüft Zukunft von Wienux, Kindergarten -Sprachsoftware kann nicht mit Wienux.
Diese Entscheidung basiert allein auf Zeitdruck und auf die verstaubten Wiener Behörden. Würde man die hunderttausenden Euro eher zur Weiterentwicklung von OpenSource-Software, von Wienux (das nur verstaubt und von 1-2(!) Mitarbeitern gepflegt wird – wieso setzt man stattdessen nicht auf Ubuntu mit eigenen Anpassungen?) und der (ClosedSource-)Sprachsoftware investieren, die angeblich nur unter Windows mit dem Internet Explorer läuft und bis Herbst zur Verfügung stehen muss, würde man nicht unsinnigerweise Betriebssysteme kaufen müssen in den Kindergärten, wo bereits erfolgreich Linux genutzt und alltäglich ist. Nächstes Jahr wird die Sprachsoftware auch unter Firefox laufen (d.h. auch unter Linux). Was für ein Pech/Zufall, dass das erst so spät passiert, wo die Sprachsoftware und die dazugehörige Verordnung schon lange auf dem Tisch lag. Bürokratie und Monopolismus. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Berlin und besonders München gehen den anderen Weg, der langfristig mehr Unabhängigkeit, mehr regionale Arbeitsplätze und weniger öffentliche Ausgaben bedeutet: Berlin steigt auf Linux um, München setzt auf Linux.

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