Beiträge der Kategorie „Hardware“

Acer Aspire 5520G und Ubuntu 7.10

Donnerstag, 28. Februar 2008 um 00:47 von Thomas S

Prolog

Vor wenigen Wochen haben wir uns einen Laptop gekauft. Die Suche war langwierig und nicht ganz einfach. Nach langem fiel die Wahl aus Platz- und Akkulaufzeitgründen auf einen 15- statt auf einen 17-Zöller. Der Preis sollte zwischen 700 und 800 Euro liegen. 2 GB RAM-Speicher und eine gute Grafikkarte, die nicht nur Shared Memory besitzt, war das Minimum an gewünschter Ausstattung. Das Ding muss schließlich ein paar Jahre halten, um sich zu rechnen (bei der derzeitigen Softwareentwicklung mit Desktop-Effekten darf man an der Grafik auch für Nicht-Spieler nicht sparen).

Das Schwierigste war aber der Versuch, einen Laptop mit vorinstalliertem Linux zu finden beziehungsweise ein Gerät, bei dem ich keine Microsoft-Steuer zahlen muss. Aufgrund des kleinen Marktsegments an Linux-Laptop-Anbietern musste ich dieses Vorhaben leider aufgeben. Hätte ich noch keinen Laptop, würde ich mich jetzt wahrscheinlich für einen Dell Inspiron 1525 entscheiden, den es nun in Deutschland mit vorinstalliertem Ubuntu 7.10 zu kaufen gibt. Leider kam das Angebot zu spät für uns.

Gekauft wurde ein Acer Aspire 5520G-502G25Mi.

Installation

Ich habe das Gerät vor dem Kauf mit einer Live-CD von Ubuntu 7.10 getestet (Anmerkung: diese Vorgangsweise empfehle ich jedem Linux-bedachten Käufer), darum wusste ich, dass zumindest die Installation von Ubuntu 7.10 Gutsy Gibbon ohne Probleme starten konnte. Die Installation lief auch wirklich ohne Probleme (Anmerkung: funktionierender Internetanschluss bei der Installation ist empfehlenswert, damit wirklich alle aktuellen Treiber usw. heruntergeladen werden können, die nicht auf der Live-CD vorhanden sind). Der Neustart danach funktionierte ebenfalls reibungslos.

Soundkarte

Die Soundkarte lief nach der nackten Installation noch nicht. Mit dem Paket linux-backports-modules, das man in der Paketverwaltung Synaptic suchen und installieren kann, wurde dieser Makel schnell behoben. (Nur das Paket ohne Kernelnummer auswählen, der Rest wird selbständig als Abhängigkeit hinzugefügt.)

LAN und WLAN

Mit der Internetverbindung gab es keine Probleme, da der Laptop an einem Netzwerkkabel mit dem LAN-Router (Marke D-Link) verbunden ist. So ein Router erspart viel Arbeit, weil man am Rechner/Laptop selbst die Providerdaten nicht eingeben muss.

Den proprietären WLAN-Treiber, der von Ubuntu vorgeschlagen wurde, habe ich mit einem Klick und Neustart nachinstalliert. Durch den vollautomatisch arbeitenden NetworkManager war auch die Verbindung mit einem WLAN-Router (Marke Netgear) kein Problem. (Den NetworkManager nicht verwechseln mit den Netzwerkeinstellungen in Systemverwaltung > Netzwerk – dort muss bei LAN und WLAN der „Roaming-Modus“ aktiviert sein, damit der NetworkManager seine Arbeit verrichten kann.) Ich musste gar nichts machen, außer das Passwort für die WPA-Verschlüsselung der WLAN-Verbindung einzugeben (welches im GNOME-Schlüsselbund abgelegt und seit Feisty Fawn beim Booten automatisch aufgesperrt wird). Konfiguriert man den WLAN-Router bei bereits eingeschaltetem Laptop, empfiehlt sich ein Neustart von Ubuntu, damit der NetworkManager selbst nach den Zugangsdaten für die WPA-Verschlüsselung fragt.

Nebenbei gesagt, sollte man immer eine gesicherte Verbindung mit WLAN aufbauen, da sonst jeder Zugriff auf deine Daten und deinen Internetzugang hat. Die Sperrung aller Geräte außer ausdrücklich erlaubten über die MAC-Adresse ist ein zusätzlicher Schutz. Die zwölfstelligen MAC-Adressen der LAN- und WLAN-Geräte kann man mit dem Terminal-Befehl ifconfig bzw. iwconfig auslesen.

Desktop-Effekte

Um die Desktop-Effekte bewundern zu können (ich liebe die wabbelnden und am Fensterrand anklebenden Fenster), musste der proprietäre Nvidia-Treiber installiert werden, den Ubuntu vorgeschlagen hat. Um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, habe ich die Anleitung in diesem Forumsbeitrag zu Acer Aspire 5520 beherzigt und nach der Installation des Treibers in der Datei xorg.conf bei „Driver“ überall „nv“ durch „nvidia“ ersetzt. Dazu muss unter Anwendungen > Zubehör das Terminal geöffnet und sudo gedit /etc/X11/xorg.conf eingegeben werden, dann das Admin-Passwort eingeben, die Datei bearbeiten und speichern – fertig. Nach einem Neustart funktionierten die Desktop-Effekte. Wenn man sich in der Paketverwaltung noch das Paket compizconfig-settings-manager nachinstalliert, kann man alle Effekte bis ins Detail konfigurieren.

Webcam

Die eingebaute Webcam von Acer lief, ohne dass zusätzliche Pakete installiert werden mussten. Das Programm Cheese (nicht in der Installation dabei, kann aber über Synaptic nachgeladen werden) hat schon für so manches lustige Foto gesorgt. :)

Mikrofon

Probleme gab es dann erstmals beim eingebauten Mikrofon, das partout nichts aufnehmen wollte, weder mit dem Sound-Recorder noch mit Skype für Linux. Ich habe alle erweiterten Sound-Einstellungen im GNOME-Panel aktiviert (per Voreinstellung sind nur einige wenige Regler sichtbar) und ein bisschen mit den Lautstärke- und Ausgabe-Einstellungen gespielt, bis es dann endlich funktionierte – wenn auch mit bescheidener Qualität. Danach testete ich ein Headset – mit Erfolg und besserer Qualität. Der produktive Einsatz von Skype mit Webcam und Headset steht noch aus.

Hotkeys

Die Acer-Hotkeys funktionieren nicht, auch nicht mit den Tipps im Ubuntuusers-Wiki.

Kartenleser

Den Kartenleser funktioniert nicht. Da ich eine xD-Karte besitze und ich nirgends erfolgreiche Installationsversuche für diesen Kartentyp gefunden habe, habe ich die Treibersuche rasch aufgegeben.

DVD-Filme

Schwer zu verschmerzen im Vergleich zu den unwichtigen Hotkeys und dem Kartenleser ist hingegen, dass sich legal erworbene DVD-Filme nicht abspielen lassen. Trotz Installation aller möglichen Codecs für Video-Formate und zum Abspielen von DVDs klappt es nicht. Im Ubuntuusers-Forum hatten einige andere Acer-Laptop-Besitzer ähnliche Probleme. In einigen Kommentaren wird davon gesprochen, dass hier ein spezielles Ubuntu 7.10-Problem in Verbindung mit dem Kernel 2.6.22 vorliegt. Im April 2008 erscheint Ubuntu 8.04 Hardy Heron mit dem Kernel 2.6.24, dann werde ich sehen, ob sich Filme doch wieder abspielen lassen.

Fazit

  1. Installation allgemein: ok
  2. Sound nVidia MCP67: ok (mit Paketinstallation)
  3. Grafik mit 3D nVidia GeForce 8600M GS: ok (mit proprietärem Treiber)
  4. LAN-Ethernet net.80203: ok
  5. WLAN 802.11b/g Broadcom BCM94311MCG: ok (mit proprietärem Treiber)
  6. Webcam Acer CrystalEye: ok
  7. Mikrofon: ok
  8. Hotkeys: funktionieren nicht
  9. Kartenleser Ricoh: funktionieret nicht
  10. Akku: Ladestandanzeige ok
  11. DVD-Brenner: ok inklusive DVD-RAM
  12. Ruhezustand: einmal probiert, nicht wieder hochgefahren

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Acer-Laptop und Ubuntu. Durch die genaue Vorauswahl des Laptop-Typs und den dazu im Web befindlichen Bewertungen zur Linux-Tauglichkeit kann man sich nach dem Kauf viel Frust ersparen. Das Problem mit den DVD-Filmen nervt. Die Zahlung der mafiösen, wettbewerbsbehindernden Windows-Steuer an Microsoft nagt an meinem Gewissen. Trotz alledem kann ich den Versuch mit Linux-Distributionen statt oder neben Microsoft Windows jedem ans Herz legen, der ein bisschen mehr von Computern versteht (oder verstehen will) als jemand, der nur auf den Windows-Startknopf drücken kann und „in das Internet über das Blaue e am Desktop kommt“.

Wenn sich die Hardware- und Software-Landschaft im Bereich Open Source und Linux in den nächsten fünf Jahren genau so weiterentwickelt wie die letzten fünf, dann sehe ich eine rosige Zukunft für Linux-Umsteiger. (Wobei ich davon ausgehe, dass sich die Situation in Zukunft viel schneller verbessern wird als es die letzten Jahre der Fall war. Die Offenlegung der Microsoft’schen SMB-Protokolle für das Samba-Projekt oder der ATI-Grafikkartenspezifikationen für X.org sind nur Beispiele dafür.)

Anhang:
Diesen Bericht und über viele andere Laptops und Mobilgeräte, die mehr oder weniger erfolgreich mit Linux getestet wurden, gibt es bei http://tuxmobil.org/ und http://tuxmobil.de/ verlinkt.

5 Kommentare vorhanden Abgelegt unter Hardware, Linux

Windows Vista

Dienstag, 15. Mai 2007 um 23:17 von Futschy

Als Student bin ich in den Genuss einer legalen Kopie von Windows Vista gekommen. Die Überraschung war genauso groß wie die Verwunderung! In gewisser Weise hat sich Windows weiterentwickelt, es eifert Linux immer mehr nach. Glaubt ihr nicht? Ist aber so. Inzwischen ist es genauso schwer Treiber zu installieren wie bei Linux. Windows hat erfolgreich eine Reihe von bisher unterstützter Hardware gestrichen (Soundblaster Live und Ethernet (US Robotics) in meinen Fall liefern echtes “Linux-Klima” ohne Sound und Netz). Es ist wesentlich schwerer, Dateien auszuführen. Man muss 10 Mal vorher bestätigen, dass man sich sicher ist, die Systemeigenschaften anzusehen (PS: beinahe so gut versteckt wie in den Linux-Distributionen). Naja, und irgendwie ist alles langsamer. Aber das wussten wir ja. Was ist nun neu bei Vista? Aero! Vooolll geil zum Ansehen, geiler Effekt, nur praktisch hat es keinen Nutzen! Weil schlussendlich sucht man sich die richtige Anwendung nicht optisch (abgesehen davon, dass einen schwindlig wird), sondern liest die richtige Anwendung aus der Taskleiste ab! Zusammenfassung was ist neu: neue Farben, weniger Hardware. Im Moment ist Vista nur für Experimente zu empfehlen … Die Opensource-Konkurrenz rückt Vista hart zuleibe!

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DVD-RAM - LG vs. NEC

Sonntag, 8. Januar 2006 um 23:57 von Futschy

Seit ungefähr 10 Jahren träume ich von einem Medium in der Form einer CD (rein optisch gesehen bzw. auch in der Handhabung), welche die Vorteile bzw. auch die Schreib- und Leseeigenschaften einer Festplatte besitzen. Vor 2 Jahren wurde dieser Traum wahr. Die Lösung hieß DVD-RAM: 100.000 mal wiederbeschreibbar (kommt der beliebig oft beschreibbar Eigenschaft gleich) und eine Mindestlebensdauer von 30 Jahren. Die Freude währte jedoch nicht lange. Der bislang einzige DVD-Brenner welcher DVD-RAM schreiben konnte (die Betonung liegt auf DVD-Brenner … RAM-Laufwerke gab es vorher natürlich auch schon) war der Super-Multi GSA-4020 von LG. Das Beschreiben, Löschen und Verwalten war nun spielend einfach. Jedoch mußte ich nach 8 Monaten feststellen das der Brenner sich ins Nirwana beförderte. Pech dachte ich, kaufe mir den Nachfolger 4163. 13 Monate später das gleiche Problem. Ok großes Pech, bekomme Nachfolger getauscht, dieser funktionierte zwar wieder, jedoch mit einem Hacken, per Zufall wurde entschieden ob ein Schreibvorgang erfolgreich abgeschlossen wurde oder nicht, falls zweiteres der Fall war, wurde ein Schreibschutzbit auf die DVD geschweisst welche nur durch komplette Formatierung des Datenträgers wieder entfernt werden konnte. Alles fürn A..ch! Seit kurzem ist der NEC ND4550A auf den Markt gekommen, das erste Konkurrenzprodukt für den Supermulti von LG. Funktioniert perfekt! .. aber nur mit der richtigen Packet-Writing Software. Genau wie LG hatte Nero ein Monopol bei den Brennprogrammen bzw. bei der Packetwritingsoftware, außer InCD ist kaum eine zu besorgen, und in der Version 4.3.20.1 wird das Schreiben mit dem NEC ND4550A verweigert. Mit Drag-to-Disc (Produkt der Firma Roxio für Packet-Writing) funktioniert nun alles nach meinen Wünschen. Meine Empfehlung für alle die die Vorzüge der Datensicherung mit DVD-RAM erfüllen wollen, sollte zu dem Vorherrschenden Produkten (LG und InCD) auch die alternative mit NEC und Roxio als Software in betracht ziehen. Möglicherweise wird es noch ein Update bei Nero geben, dies ist jedoch noch abzuwarten.

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