Vor fast genau 9 Monaten habe ich aufgrund des damals neuen Nexus One das erste Mal über Smartphones und Android geschrieben. Die angesprochenen monatlichen Preise der Mobilfunkanbieter für Telefonie und Datentransfer sind wirklich gefallen und langsam wird ein Smartphone bezahlbar für die Normalsterblichen und Nicht-Mobilesinternetverrückten.

Auswahl

Die Frage ist nur, für welches der unzähligen Smartphones am Markt entscheide man sich? Schon seit dem Nexus One und Android 2.1 steht für mich fest, dass es ein Android-Betriebssystem haben muss, das mir die gewünschte Flexibilität, Offenheit und Zukunftsfähigkeit bietet. Da ich außerdem mit dem Smartphone Texte tippen möchte, sollte es eines mit hardwaremäßiger Tastatur sein. (Wozu soll ich mir ein teures Smartphone kaufen, wenn ich es eh nur zum Telefonieren und Lesen im Internet verwenden kann, ohne damit wirklich „arbeiten“ zu können? Aus meinem Bekanntenkreis habe ich auch einige Erfahrungswerte bekommen, die für mich eindeutig für eine richtige Tastatur sprechen.)

Meine Auswahl fiel auf das Motorola Milestone 2 und das HTC Desire Z, die beide im Laufe des vierten Quartals 2010 erscheinen werden.

Die endgültige Enscheidung steht noch aus (und wer weiß, vielleicht kommen in den nächsten Wochen noch andere interessante Smartphones mit vergleichbarer Ausstattung auf den Markt, die eine Entscheidung für eines der beiden oben genannten Geräte über den Haufen werden würden). Aber es gibt ein paar Kriterien, für oder gegen die es sich zu entscheiden gilt. Denn nicht jedes Gerät ist gleich.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil des Milestone 2 liegt eindeutig bei der Hardware: Mit 1 GHz und mehr internem Speicher ist es gerüstet für Android 2.3, das gegen Ende des Jahres veröffentlicht werden wird. Das Desire Z hat dagegen „nur“ 800 MHz und weniger internen Speicher, weshalb es mit Android 2.3 wohl nicht betrieben werden kann – man ist in der 2er-Serie von Android „gefangen“. Außerdem ist das Milestone 2 äußlich hübscher und die Schiebefunktion für die Tastatur gefällt mir mehr als beim Desire Z. Das Desire Z ist außerdem minimal größer und um 11g schwerer als der Konkurrent.

Der Vorteil des Desire Z liegt dagegen eindeutig bei der Software: Der Android-Aufsatz HTC Sense ist besser und ausgereifter als Motorolas Motoblur. Mit „Fast Boot“ (Gerät ist nach dem Einschalten in wenigen Sekunden betriebsbereit), „Locations“ (Karten können am Gerät zwischengespeichert werden, damit man sich z.B. im Ausland teure Roaming-Gebühren erspart) und der Möglichkeit, Daten mit einem Server zu synchronisieren und per Desktop-Browser sogar Einstellungen und Änderungen an den Kontakten vorzunehmen, hat HTC ebenfalls die Nase weit vorn.

Die 2 offensichtlichsten Nachteile des Milestone 2 sind für mich die Sperrung des Bootloaders, wodurch man keine eigenen Android-Versionen aufspielen kann (um z.B. Aktualisierungen früher zu erhalten), sowie die Unfähigkeit, bei ausgeschaltetem Gerät die Weckfunktion nutzen zu können. Beim Desire Z funktioniert die Weckfunktion angeblich auch im ausgeschaltetem Zustand. (Bitte korrigiert mich, wenn ich mich irre!)

Entscheidung

Entweder Hardware, die man nicht wechseln kann, oder Software, die man nicht wechseln kann. In welchen sauren Apfel werde ich beißen? Ich weiß es noch nicht. Die Software-Funktionen deuten eindeutig in Richtung Desire Z. Aber was will ich mit einem Gerät, dessen System in wenigen Monaten bereits „veraltet“ sein wird? (Eigentlich ist das ja keine Tragödie, aber Smartphone-Betriebssysteme entwickeln sich derzeit sehr schnell, weshalb ich die eine oder andere Neuerung Ende des Jahres oder in einem halben Jahr scherzlich vermissen könnte, wenn ich mit dem Desire Z bei Android 2.2 bleiben muss.)

Da man ein Smartphone für diesen Preis nicht jährlich wechseln will, muss das eingehend überlegt werden. Da die beiden Geräte sowieso noch nicht erhätlich sind, habe ich noch eine Schonfrist.

3 Kommentare

  • 1. Fabian schrieb am 10th Oktober 2010 um 17:02 :

    Hi,

    ich stand/stehe vor genau der selben Entscheidung. Weshalb ich aktuell zum Desire Z tendiere hat folgende Gründe, die maßgeblich aus der Community von HTC resultieren:
    – Es gibt hier schneller Updates für Software als beim Motorola (siehe Milestone 1, wo immer noch kein 2.2-Download offiziell ist!)
    – Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass im Zweifel das Android umgeschrieben wird, so dass es auch auf dem Z läuft.
    – Das Z wird sich wahrscheinlich, wie auch andere Handys, übertakten lassen und ist, wie ich meine gelesen zu haben, eigentlich nur von Werk aus untertaktet
    – Die Specs für 3.0 sind nicht bestätigt und daher sind diese magischen 1Ghz sowieso nicht einfach so zu schlucken

    Sollten alle diese Stricke reißen, ist mir ein veränderbares HTC immer noch lieber als ein monolothisches Milestone 2.

    Grüße

  • 2. Robert Kaiser schrieb am 10th Oktober 2010 um 17:41 :

    Leider ist Android ein System, das im Endeffekt nicht so offen ist, wie ich es gerne hätte. Ich honriere da lieber den Mut von Nokia, ein wirklich offenes System zu erstellen und werde mich wahrscheinlich für ein N9 entscheiden, das auch demnächst kommt.
    Abseits davon denke ich, dass man HTC auch gut unterstützen kann, deren Hardware ist so weit ich sehe, auch außergewöhnlich flexibel verwendbar.

  • 3. Thomas S schrieb am 10th Oktober 2010 um 20:51 :

    Fabian: Das mit dem Übertakten und der Updatemöglichkeit auf Android 3/2.3 ist eine leise Hoffnung von mir. Auch zweifle ich Motorolas Fähigkeit an, sich zu bessern. Die HTC-Neuerungen sprechen eindeutig für die Taiwanesen.

    Robert: Meego ist natürlich offener als Android. Aber ich vertraue Nokia nicht. Schon gar nicht, seit sie den neuen CEO haben, der von Microsoft kommt. Ich füchte, für Smartphones werden sie Meegoo langfristig fallen lassen und auf Windows Phone 7 setzen. Aber ich hoffe stark, ich irre mich.

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