In künftigen Versionen von Firefox werden bestimmte Bereiche des Browsers in separate Prozesse ausgelagert. Etwas ausführlicher beschrieben hat das Kadir letzten Dezember. Jedoch geht es im Prinzip darum, Plugins, die Firefox-Oberfläche und die einzelnen Webseiten in einzelnen Betriebssystem-Prozessen zu führen, damit sie sich nicht mehr gegenseitig beeinflussen und behindern können. Plugins sollen beispielsweise nicht mehr den ganzen Browser zum Abstürzen bringen und das Laden von Webseiten soll die Browseroberfläche nicht mehr einfrieren lassen.

Einen ersten Schritt in diese Richtung dieses Projekts, das Electrolysis oder (typisch amerikanisch) kurz e10s genannt wird, haben die Mozilla-Entwickler gemacht und es in einer Vorschauversion mit Gecko 1.9.3a2 veröffentlicht. Dieser erste Schritt betrifft Plugins wie z.B. Flash. Flash ist einer DER Hauptgründe für einen Absturz von Firefox. Also haben sich die Entwickler dazu entschlossen, dieses Problem als erstes anzugehen. Demzufolge heißt der erste Schritt von e10s auch Out-of-process plugins (OOPP).

OOPP soll in nicht zu ferner Zukunft auch Nutzern von Firefox 3.6 zugute kommen, indem es als 3.6.x zusätzlich zu den üblichen Sicherheitsverbesserungen veröffentlicht werden soll. Stürzt Flash ab, muss dann nur noch die betreffende Webseite neu geladen und das Plugin damit neu gestartet werden und fertig. Kein Fluchen oder Jammern mehr.

Wer mehr darüber und über neue Funktionen für Webentwickler lesen will und die Testversion ausprobieren möchte, erfährt auf hacks.mozilla.org bzw. (bebildert) im Mozilla Developer Center mehr.

Tester sind sehr willkommen. Aber bitte nicht für Produktivumgebungen nutzen! Testversionen könnten z.B. Lesezeichen und persönliche Einstellungen verlieren.

Worum es geht

Im weltweiten Netz wird derzeit an vielen Stellen über das Thema Codecs für HTML5-Vodeos diskutiert. Einige Leute unterstellen Mozilla, stur* oder blöd** zu sein. Andere meinen, Google würde mit der Forcierung von H.264 die Freiheit des Internets mit Lizenzen und Patenten untergraben.

* stur, weil sich Mozilla weigere, den angeblich besseren Codec zu implementieren
** blöd, weil Mozilla doch bitteschön die Codecs des Betriebssystems nutzen solle

Mozilla, Opera und Wikimedia unterstützen Ogg/Theora und wollen das Internet und dessen Inhalte lizenz- und patentfrei halten. Auch um den Preis, dass die Nutzer von Opera und Gecko-Browsern die HTML5-Videoplattform von YouTube in ihrer derzeitigen Form nicht nutzen können. (Übrigens: Auch Chromium-Nutzer sind dort ausgeschlossen!) Das ruft natürlich Unmut hervor und führt dazu, dass viel FUD verbreitet wird.

UnFUDing

Mozilla Firefox 3.6 verwendet den verbesserten Theora-Codec in der Version 1.1, weshalb das Argument, H.264 sei so viel besser für Nutzer und Anbieter, nicht mehr gelten kann. Ein Vergleich von YouTubes H.264 und Ogg/Theora zeigt, dass der Normalverbraucher objektiv gesehen kein Format bevorzugen kann nur allein wegen der Qualität.

Würde Google nur ein Jahr Entwicklung und Geld in Ogg/Theora investieren, wie es in der Vergangenheit Wikimedia und Mozilla bei Theora 1.1 getan haben, wären wahrscheinlich auch die letzten Reste Zweifels ausgeräumt.

Vielleicht will aber Google die aktuelle Verwirrung nur nutzen, um einen eigenen Codec zu präsentieren, der die zerstrittenen Lager gleichermaßen zufrieden stellt. Nach dem Motto: Wenn die einen H.264 nicht wollen und die anderen Ogg/Theora nicht, bieten wir (Google) euch den goldenen Gral für alle – sofern zu 100% keine Patente vermutet/verwendet und keinerlei Lizenzgebühren verlangt werden.

Und was ist mit Nokias Argument gegen Theora, dass noch unbekannte “U-Boot-Patente” auftauchen könnten, die alle Nutzer und Anbieter aus heiterem Himmel mit Geldforderungen überschütten würden? Irgendwie erinnert mich das an Microsofts nie enden wollende Behauptung, dass der Linux-Kernel mehrere Microsoft-Patente verletzten würde. Gesagt, welche das wären, oder dagegen etwas getan hat Microsoft aber nie. Wird es nicht langsam zu spät dafür?

Viel diskutiert und erklärt bei Mozilla

Da Mozilla einerseits eine Verantwortung gegenüber seinen Nutzern hat, ihnen das bestmögliche Interneterlebnis zu bieten, andererseits Mozilla aber in seinen Statuten festgelegt hat, dass die Förderung und Verteidigung eines freien Internets allen anderen Interessen voransteht, müssen die Mozilla-Verantwortlichen und wichtige Gecko-Entwickler erklären, wieso sie handeln, wie sie handeln, und sie verteidigen sich gegen Anschuldigungen. Hier auszugsweise einige Verweise:

Warum der Video-Codec in den Browser soll

  • Nicht alle Betriebssysteme haben den Codec installiert (z.B. Windows XP-Nutzer gehen leer aus) oder haben den selben Codec installiert.
  • Sicherheitslücken können am schnellsten geschlossen werden, wenn sie die Browserhersteller selbst schließen und nicht warten müssen, bis sich die Nutzer dazu bequemen, auch ihre Codecs zu aktualisieren (was z.B. unter Windows nicht automatisiert passiert).

Warum Ogg/Theora (oder ein anderer lizenz- und patentfreier Videocodec) die einzig richtige Wahl für Mozilla ist

  • Mike Shaver hat es vor einem Jahr in seinem Blog so formuliert: Our commitment to the success of open video on the web requires that we select codecs for Firefox that are usable by everyone, without restriction or licensing fee. To that end, we’ve chosen Theora as the format for Firefox 3.5.
  • Mozilla wird nicht (freiwillig) für H.264 Lizenzgebühren zahlen, auch wenn es theoretisch leistbar wäre. Denn auch wenn die offiziellen Firefox-Versionen damit “geschützt” wären, wären es nicht die Ersteller von Videos oder Produkte, die von Firefox/Gecko abgeleitet sind, oder Linux-Distributionen.
  • H.264 ist nicht wirklich kostenlos für jeden. Irgend jemand in der Kette vom Videosoftwarehersteller und Browserhersteller bis hinunter zum Videoersteller und Endbenutzer muss Lizenzgebühren zahlen. Siehe Robert O’Callahans Kommentar H.264 Licensing And Free Software.
  • Es existieren bereits Implementierungen von H.264 in freier Software. Aber die befinden sich gesetzlich gesehen in einer Grauzone und sind für Mozilla (und andere Firmen/Organisationen) nicht verwendbar.
  • Auch Videoinhalte sollen wie HTML, CSS und JavaScript frei von jeglichen Lizenzen und Patenten sein, damit jeder Mensch ohne Einschränkung vom Web profitieren und daran teilnehmen kann. Wäre denn das Web heute so frei und vielfältig, wie es ist, wenn z.B. HTML lizenzpflichtig gewesen wäre? Christopher Blizzard hat dazu gesagt: You must be able to implement and deliver that technology without requiring anyone’s permission or license. In reality this means that it should be available on a royalty-free basis and without encumbered documentation. … In the video world, there are some formats that fit the first quality: Some formats are documented, understood and even widely deployed. But more often than not they are subject to to per-unit royalties, large up-front fees and creating content in those formats (the encoders) are often so expensive as to be prohibitive to all but only the deepestpocketed corporations or well-funded startups. And there are very few video formats that meet the second. This is not the kind of decentralization that made the web thrive. It is quite the opposite. … In Firefox 3.5 we’re including support for the OGG container format with the Theora video and Vorbis audio codecs for the <video> element. They represent one of the few combinations of formats that fits both the criteria above. They aren’t perfect formats, but they are certainly good enough for how video is used on the web today. And they are improving with time. … We hope that by releasing video from the plugin prison and letting it play nice with others we’ll be able to open up a new wave of creativity around video.
  • Theora erfüllt die Anforderungen der Lizenzbestimmungen des W3C. (Genaueres dazu im dritten Absatz von hjas Blog.)
  • Flash ist auch proprietär, was spricht dann gegen H.264? Antwort: Flash ist nicht im Browser integriert und stellte bis jetzt die einzige Möglichkeit dar, gewisse Effekte und Videos im Web darzustellen. Mit HTML5 ändert sich das (Video-Element, Canvas, SVG, SMIL …). In Zukunft soll es besser laufen als bisher und man sollte die Abhängigkeit zu einem geschlossenen Format nicht auch noch für die Zukunft fest zementieren. Noch dazu ist Flash einer der Hauptgründe für Browserabstürze und Sicherheitslücken, die lange nicht geschlossen werden. Im Browser integrierte Komponenten können besser kontrolliert und abgesichert sowie Probleme schneller behoben werden.
  • Was ist mit den Nachfolgern von H.264? Werden die auch so “günstig” sein? Man macht sich ja mit dem Codec nicht nur für die derzeitige Version abhängig, sondern auch für alle künftigen Versionen.

Meinung

Was ist eure Meinung zu dem Thema? Habt ihr weitere Argumente für und wider Ogg/Theora bzw. H.264?

Nachtrag 2010-02-18

Ruft mal die Seite http://translate.google.de/?hl=&ie=UTF-8&sl=en&tl=de#en|de|Why doesn’t Youtube HTML5 support Firefox? (dt.: Warum Untersetützt HTML5-Youtube nicht Firefox?) auf und seht euch die Übersetzung an. Google erlaubt sich dreiste Spielchen. ;-)

Ist Firefox 3.6 an Ihnen vorübergegangen? Zwischen massiven Sicherheitsproblemen mit dem Internet Explorer und dem Erscheinen von Chrome 4 ist Firefox 3.6 fast unscheinbar veröffentlicht worden. Das liegt sicher auch an dem kleinen Versionssprung. Der ist aber unbegründet, was die Arbeit unter der Haube angeht. Aufgrund der fast nicht existenten Änderungen an der Oberfläche ist der Sprung von .5 auf .6 für Endnutzer wohl doch begründet.

Jedenfalls gibt es viele unscheinbare Verbesserungen. Eine kleine Liste der Neuerungen wurde auf support.mozilla.com übersetzt.

Für mich ist besonders die höhere Reaktions- und Seitenladegeschwindigkeit ein Mehrwert sowie die Formular-Autovervollständigung, die nun wie die intelligente Adressleiste die aktuellsten und häufigsten Eingaben voranstellt und die Suche nach gespeicherten Eingaben wesentlich erleichtert.

Andere Meldungen:

Für das Web wichtig, wie ich finde, ist die Verfeinerung des Theora-Codecs, um freie OGG-Videos in besserer Qualität anzeigen zu können.

Derzeit tobt ja eine Art Krieg zwischen Chrome, Youtube und Videmo, die lizenzpflichtige und patentbelastete Video-Codecs durchsetzen möchten, auf der einen und den Unterstützern von OGG (Mozilla, Wikipedia …) auf der anderen Seite. Robert O’Callahan von Mozilla hat aufklärende Blogbeiträge geschrieben, wieso Mozilla nur freie Codecs unterstützen will und die HTML5-Videos auf Youtube und Vimeo mit Firefox nicht abgespielt werden können/sollen: Video, Freedom And Mozilla, LCA, ActiveX All Over Again. Das Web hat schon einige Qualen durch proprietäre oder lizenzpflichtige Formate erdulden müssen: ActiveX, GIF, Flash. Eigentlich sollten wir daraus gelernt haben …

Ich habe Mozilla bereits vor einem dreiviertel Jahr über die betrügerische Seite mozilla.at in Kenntnis gesetzt. Zwischenzeitlich gab es dort andere Software im Angebot. Ich dachte, das Thema wäre für Firefox nun erledigt. Dem ist aber anscheinend immer noch nicht so, denn die Seite ist wieder mit Firefox auf Kundenfang und sogar die österreichische Tageszeitung derStandard.at berichtet darüber.

Mozilla geht schon lange gezielt gegen solche Betrügerseiten vor, die dem Ruf von Mozilla und freier Software allgemein schaden. Ich hoffe, die Rechtsabteilung verlangt die Übergabe der Domains an Mozilla und dass dies auch gelingt. Mozilla.de konnte auch erst nach langem von Mozilla übernommen werden.

In der Zwischenzeit kann man nur warnen: Holt euch Programme nur von der Seite des Originalherstellers! Und sagt und zeigt dies auch euren Freunden und Verwandten!

Viele freie Programme sind z.B. auf SourceForge beheimatet wie das FTP-Programm FileZilla oder das Programm PDFCreator zum erstellen von PDF-Dateien unter Windows. Andere Projekte haben ihre eigenen großen Portale wie OpenOffice.org, Gimp, Inkscape – oder Firefox und Thunderbird.

Im Zweifel kann man die Suchmaschine seiner Wahl befragen. Die Herstellerseiten werden meistens weit oben gelistet.

Wie alle bekannten Open-Source-Projekte hat neben Mozilla besonders auch OpenOffice.org mit Betrügern zu kämpfen. Auf der eigens erstellten Seite OpenOffice.org und Abofallen klären sie darüber auf. Wir können auch ihnen nur alle Gute im Kampf gegen diese Betrüger wünschen.

Im Juni 2008, also vor fast genau anderthalb Jahren, übernahm die Website support.mozilla.com (kurz: SUMO) die Aufgabe, die bis einschließlich Firefox 2.0 die fix integrierte Hilfe übernommen hatte. Die Hilfe-Inhalte von Firefox 2.0 wurden nach SUMO portiert und für die damals baldige Veröffentlichung von Firefox 3.0 angepasst. Das war der Beginn der deutschsprachigen Übersetzungstätigkeit auf SUMO.

Als uns kurz daraufhin klar wurde, dass SUMO zum größten Teil ein passender Ersatz für unser eigenes Firefox-Wiki sein kann, haben wir begonnen, unsere Anstrengungen in SUMO zu bündeln. Die Inhalte im Firefox-Wiki waren zu einem beträchtlichen Teil veraltet. Der Wartungsaufwand war zu hoch für die wenigen Wiki-Autoren. Außerdem machte die Wiki-Software den Administratoren schwer zu schaffen. Aufgrund des Status als “offizielle Hilfeseite von Mozilla” gibt es für uns auf SUMO zwar einige Einschränkungen, was unsere Freiheit betrifft, eigene Inhalte zu generieren, aber es bietet auch viele Vorteile: immer aktuelle, qualitätsgeprüfte englische Vorlagen für die deutschsprachigen Übersetzungen, kein Aufwand für die Software-Wartung, Versions- und Betriebssystem-spezifische Anleitungen, Kommunikation mit anderen Übersetzern, Verknüpfung von englischen mit übersetzten Artikeltiteln uvm.

Seit der Entscheidung, unsere spärliche Freizeit in SUMO zu investieren, haben wir viel geschafft. Das deutschsprachige SUMO gehört heute zu den am weitesten fortgeschrittenen Übersetzungen und hat die meisten Leser von allen Sprachen – nach dem Englischen natürlich. Allein im November 2009 gab es 1,744 Millionen Besucher aus Deutschland, was ca. 10% aller SUMO-Leser entspricht. Die Seitenaufrufe sind dabei um ein Vielfaches höher, da sich ein SUMO-Leser meist durch mehrere Seiten klickt.

Ende November, Anfang Dezember 2009 haben wir auch psychologisch eine große Hürde genommen: 200 von rund 280 Hilfe-Artikeln auf SUMO wurden von uns übersetzt. Wir deckten damit 96% aller Seitenaufrufe ab, was hoffentlich vielen Firefox-Nutzern bei ihren Fragen und Problemen geholfen hat. Mittlerweile sind wieder mehrere Artikel dazugekommen und weitere warten auf ihre Freigabe. Auch für den kommenden Firefox 3.6 sind wir bereits gerüstet – alle nötigen Überarbeitungen in den Artikeln wurden vorgenommen.

Dem Projekt geht es so gut wie nie zuvor und wir sind derzeit gerüstet für die Zukunft. Dennoch liegt die Last auf wenigen Schultern und wir sind froh für jede Hilfe, die wir bekommen. Die Artikel bleiben ja nicht von selbst am aktuellen Stand und neue kommen regelmäßig dazu. Wer sich für das Übersetzen englischer Texte oder dem Korrekturlesen bereits übersetzter Texte interessiert, ist herzlich eingeladen mitzumachen. Eine Einleitung gibt es im Forumsbeitrag SUMO: Was können wir als nächstes übersetzen? und bei Wie Sie mithelfen können auf support.mozilla.com selbst. Deine Übersetzungen werden von tausenden Lesern jeden Monat gelesen. Deine Arbeit ist also nicht umsonst!

Bedanken möchte ich mich abschließend noch bei Wawuschel, deschen2, boersenfeger, Tobbi, boardraider und all den anderen, die beigetragen haben, SUMO in unserser Sprache verfügbar zu machen und Firefox-Nutzern so auch auf diese Weise zu helfen!

Die letzten Wochen ist es hier still geworden. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich in meiner Freizeit zusammen mit Michael “Coce” mit Übersetzungen für die neuen Webseiten für Thunderbird 3, Fennec (Firefox Mobile) 1.0 und Firefox 3.6 völlig ausgelastet bin. Daneben verwalte ich noch die deutschsprachige Firefox-Hilfe (Abkürzung: SUMO) und schreibe mehrere Artikel für die kommende Firefox-Version um. Es gibt also viel zu tun für Übersetzer der “Nicht-Produkte” von Mozilla.

Trotzdem lasse ich mich zu 2 kurzen, aber freudigen Meldungen hinreißen. :)

  1. Firefox hat in Deutschland den Internet Explorer als meistgenutzten Browser überholt: Camp Firefox, heise.de
  2. Thunderbird 3.0 ist nach anderthalbjähriger Entwicklungszeit veröffentlicht worden: Mozilla Europe, Versionshinweise, Pro-Linux – Danke an David Ascher und sein Team!

Heute ist Firefox 5 Jahre alt geworden! (Zählt man die Arbeit vor der Veröffentlichung von Firefox 1.0 am 9. November 2004 dazu, sind es natürlich noch etliche Jahre mehr.)

Zur Feier dieses Jubiläumstages hat Mozilla die Seite FÜNF JAHRE FIREFOX veröffentlicht.

Das Motto ist: Erleuchte die Welt mit Firefox!

Feiere mit und mache ein Foto, auf dem du oder ein Gebäude oder irgendetwas, das du geschaffen hast, drauf ist inklusive dem Firefox-Logo und sende es mit der Kennung “Firefox5″ an Flickr.

Besonders sehenswert ist das 5-Jahre-Firefox-Video (hier ohne dt. Untertitel, auf der oben genannten Jubiläumsseite inkl. Untertiteln anzusehen – übrigens im OGG-Format für jene mit Firefox 3.5 verfügbar). Wunderschön zusammengestellt und untermalt! Das wäre perfekt für einen TV-Werbespot.

Gratulation, Firefox! Und ein Hoch auf ein freieres WWW als es noch vor 5 Jahren war!

PS: Celebrating Five Years of Firefox!, 5 years of Firefox.

Gestern wurde Ubuntu 5 Jahre alt. Die erste öffentliche Ubuntu-Version heiß Ubuntu 4.10 Warty Warthog und erschien am 20. Oktober 2004. Auf omgubuntu.co.uk und ubuntuusers.de gibt es einen kurzen Überblick über alle Versionen bis heute. Außerdem gibt es einen schönen Artikel auf linuxundich.de mit Neuerungen und dem Hinweis auf manches Problemchen.

Mein persönliches Ubuntu-Geburtstagsfest feiere ich erst irgendwann Anfang November. Vor also fast genau 2 Jahren habe ich Windows den Rücken gekehrt und bin seither mit Ubuntu Linux zufrieden. Auf der Arbeit habe ich genug mit Windows- und Viren-Problemen zu kämpfen. Da finde ich es immer sehr entspannend, nach Hause zu kommen und die Ubuntu-Trommeln beim Start zu hören. Ich habe meinen Umstieg nie bereut, auch wenn es anfangs hart ist für jemanden, der bereits mit MS-DOS seine ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat.

Warum ich Ubuntu mag? Weil es Linux so “richtig” populär gemacht hat, weil es ureigentlich benutzerorientiert und möglichst einfach für Linux-Anfänger ist und weil es von Debian abstammt, einer wirklich freien Linux-Distribution von bester Qualität. Freie Software par excellence.

In etwas mehr als zwei Wochen wird auch Firefox 5 Jahre alt. Firefox ist selbst viel älter und beginnt eigentlich mit der Gründung von Mozilla im Jahr 1998 und ureigentlich schon mit der Veröffentlichung von Netscape 1994. ;-) Am 9. November 2004 erschien Mozilla Firefox 1.0 und hat seitdem das Internet und die Browser-Landschaft revolutioniert.

Mein persönliches Firefox-Geburtstagsfest feiere ich ein kleines bisschen vor Anfang November 2004. Ich habe die Version “Firefox 1.0 PR” im Oktober 2004. Seitdem verwende ich Firefox als meinen Standardbrowser und habe nie zurückgeblickt auf meine IE- und Opera-Zeit.

Warum ich Firefox mag? Firefox hat den Stillstand im WWW beendet, das Microsoft-Monopol gebrochen, Innovation vorangetrieben und trägt den Geist freier Software und den Community-Gedanken in sich. All das spricht für Firefox, auch wenn manche Unverbesserlichen immer wieder wegen Speicherverbrauch oder sonstigem rumnörgeln, obwohl das auf Firefox 2.0 zutraf, aber sicher nicht mehr auf Firefox 3.x.

Auf die nächsten 5 Jahre mit diesen beiden Stücken freien Wissens und Freiheit an sich! Herzlichen Glückwunsch!

Letztes Wochenende war ich beim MozCamp 2009 in Prag, dem diesjährigen europäischen Treffen von Entwicklern und Übersetzern von und für Mozilla. MozCamp war für mich nicht weniger überwältigend als die FOSDEM 2009. Aber dadurch, dass nur Mozilla-Leute da waren und ich nun fast alle, mit denen ich zu tun habe, schon einmal getroffen hatte, war es diesmal doch “heimeliger” (um die Uhrzeit fällt mir kein passenderes Wort ein).

Der Beginn des Wochenendes war ein weniger spektakulärer Reinfall als bei der FOSDEM: Durch viel Verkehr auf den Straßen zwischen Linz und Prag und eine falsche Zeit im Hinterkopf verpasste ich knapp den Anschluss an das freitägliche Abendessen.

Ansonsten gab es viel zu hören (besonders interessant: Seths Statistiken und Mike Beltzners Vorstellung über die Neuerungen von Fx3.6 bis 4.0), viel(e) zu sehen und einiges zu diskutieren (vor allen mit David Tenser über Verbesserungen der SUMO-Oberfläche für Übersetzer).

Wenn jemand an vielen Fotos interessiert ist, empfehle ich die Präsentation auf Flickr. Sie beginnt mit dem lustigsten Teil des MozCamps: Seth Bindernagels und Chris Hofmans “Ballmer”-Affentanz.

Hier noch ein paar Impressionen von mir (wenn jemand ein Flickr-Konto oder etwas ähnliches besitzt, kann ich alle meine Fotos zur Verfügung stellen).

Poster mit Logo des MozCamp 2009
Das MozCamp2009-Logo
Präsentation mit dem Thema Mozilla ist die Zukunft, weil der Wunsch nach Feiheit und Zusammenarbeit in unserer Menschlichkeit selbst steckt
Die Zukunft ist frei
Foto der 4 Teilnehmer der Panel Discussion
“Panel Discussion” mit Glyn Moody (Technologie-Journalist), Mark Surman (ausführender Direktor der Mozilla Foundation), Tristan Nitot (Präsident von Mozilla Europe) und Robert Kaiser (Chef von SeaMonkey)
Zuschauer und Teilnehmer der Keynotes am Vormittag
Der Konferenzraum in nicht zerstückeltem Zustand, jedoch bezweifle ich, dass wirklich alle 180 MozCamp-Teilnehmer dabei waren – sind das nur so wenige?
Mädels und Jungs am Begrüßungstisch
Zwischen den Vorträgen wuselten alle in den Gängen, manche besorgten sich kleine Aufkleber und anderes
Viele Notebooks auf den Schößen von Vortragszuhörern
MozCamp strotzte nur so vor mobilen Geräten
Glas Budweiser, Trink-Markerl und Mozilla-Europe-Plakat
Abendessen in Prag … vor dem Essen
Frühstücksraum im Hotel
Mozillaner sind hungrige Leute (verständlicherweise)

Wir sind mitten drin in der Mozilla-Mitmachwoche. Mach mit uns hilf anderen, mit dem Web oder Computern allgemein besser zurecht zu kommen! Wenn du selbst Hilfe brauchst, kannst du dich auch anmelden.

Logo der Mozilla-Mitmachwoche 2009

Auf hacks.mozilla.org hat David Mandelin einen Artikel auf Englisch veröffentlicht, der darlegt, wie der neue JavaScript-Motor in Firefox 3.5 namens TraceMonkey arbeitet und wie man Leistungsprobleme analysiert und behebt.

By now, hopefully you have a good idea of what makes JavaScript engines fast, how TraceMonkey works, and how to analyze and fix some performance issues that may occur running JavaScript under TraceMonkey. Please report bugs if you run into any significant performance problems. Bug reports are also a good place for us to give additional tuning advice. Finally, we’re trying to improve constantly, so check out nightly TraceMonkey builds if you’re into the bleeding edge.

Wen das Thema also interessiert, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt.

Eine der besten Neuerungen von Firefox 3.5 ist die native Abspielfähigkeit für Musik und Videos im Format Ogg Theora und Vorbis. Damit wird es endlich zum Kinderspiel, Videos oder Audio-Dateien selbst anzubieten und in seine Webseiten einzubinden. Vor allem freie Formate werden dabei gefördert, da diese ohne Plugin oder zusätzlich installierte Abspielsoftware wiedergegeben werden.

Wie einfach das geht zeigt bejonet in seiner Anleitung für Video und Audio mit HTML5 einbinden.

Ich werde das auch bald mal probieren müssen …

Am Abend und in der Nacht vom 29. zum 30. Juni war es wieder soweit. Alle Jahre wieder: Der Vorabend der Veröffentlichung einer neuen Hauptversion von Firefox. Im Jahr 2009 ist es Firefox 3.5, das ich gern als das “wahre Firefox 3″ bezeichne, da es viele Verbesserungen enthält, die aus Zeitmangel 2008 in Firefox 3.0 nicht Einzug finden konnten.

Was hat es nun mit dem Vorabend der Veröffentlichung auf sich?

Das ist der Abend, an dem – man kann es fast schon so nennen – traditionell die Übersetzung der neuen Mozilla-Webseiten für Firefox gemacht wird. Das ist eine Herkulesaufgabe innerhalb kürzester Zeit. Die meisten Übersetzer anderer Sprachen haben bereits am Wochenende daran gearbeitet, die deutschsprachigen Übersetzer haben sich das meiste bis zu 12 Stunden vor der Veröffentlichung von Firefox 3.5 aufgespart. ;-)

Die deutschsprachige Version der umfangreichen Funktionsübersichtsseite war vor den Briten die vorletzte Übersetzung, die fertig geworden ist. Das hört sich knapp an? Ist es auch. Andererseits war es kein Ding der Unmöglichkeit. Michael “Coce” und ich, die Verantwortlichen für die Website-Übersetzungen, haben fleißig übersetzt, gegengelesen und die Dateien auf die Mozilla-Server hochgeladen. Und ich muss sagen, trotz der späten bzw. frühen Stunde, zu der die letzte Übersetzung (nämlich die Funktionsübersicht) fertig wurde, lagen wir im Zeitrahmen, den ich mir selbst gesetzt hatte. Michael hatte am Wochenende außerdem schon etwas vorgearbeitet.

Pascal, der “Wächter” über alle Übersetzungen der Mozilla-Website, sah das sicher nicht so cool wie ich. Schließlich ist Deutsch die am zweithäufigsten aufgerufene Sprache nach dem Englischen für die Website und die Mozilla-Produkte. Gäbe es Verzögerungen, wäre das ein Marketing-Desaster. Aber Michael und ich sind ein eingespieltes Team und ich hatte bereits letztes Jahr der Vergnügen, Henrik bei der Übersetzung der selben Seiten zu helfen – damals für Firefox 3.0. Ich wusste also um den Arbeitsaufwand.

Warum ich das alles schreibe?

Weil Firefox freie, quelloffene Software ist und ich denke, dass die Arbeit(sweise) der Freiwilligen bei Mozilla durchaus auch offen gelegt werden kann. Firefox und alles, das zum Mozilla-Universum gehört, wird hauptsächlich (was die absolute Zahl der Mitarbeitenden betrifft) von Freiwilligen unterstütz und geleistet. Ohne diese ehrenamtlichen Mitarbeiter gäbe es keine Übersetzungen, keine Hilfe in Webforen, keine Mund-zu-Mund-Propaganda, weniger Funktionen in Firefox und als Konsequenz aus all dem ein weniger freies, offenes World Wide Web für alle.

Die Website wird ebenso von Freiwilligen übersetzt und nicht von einem teuren Übersetzungsbüro. Dahinter stehen also auch nur Menschen und Firefox-Anwender, wie vielleicht auch Du einer bist. Und entgegen dem gängigen Klischee sind die Mozilla-Mitarbeiter keine Computer-Freaks, die kein Privatleben hätten. Ganz im Gegenteil. Ich weiß das, denn ich habe schon viele von Angesicht zu Angesicht kennengelernt und habe mit ihnen ein Bierchen getrunken. :-)

Der Titel “In letzter Sekunde” ist natürlich reißerisch und stimmt nicht ganz. Aber vieles im Open-Source-Bereich wird spontan und kurzfristig gemacht, was das Endergebnis um so besser macht. Es gibt also viele Aufgaben, die man kurzfristig und bloss für kurze Zeit für Mozilla (oder ein anderes Open-Source-Projekt) erledigen kann.

Kleine Schritte für neue Mitarbeit

Wer also einen kleinen Schritt hin zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit tun will, ist herzlich dazu eingeladen. Im deutschsprachigen Forum und Chat gibt es genug Ansprechpartner, die einem beispielsweise beim Erstellen einer Firefox-Erweiterung oder beim Übersetzen eines SUMO-Artikels oder der einer Mozilla-Kampagne (1,2) behilflich sein können. Das impliziert keine Verpflichtung für die Zukunft. Und wer tiefer in das Mozilla-Universum eintauchen will so wie Michael und ich, kann das später immer noch tun.

Es gibt viele spezifische Aufgaben, die noch nicht “besetzt sind”, auf die man sich stürzen kann, um einen ersten Einblick zu gewinnen.

Firefox 3.5 ist da!

Und diesmal fühlt es sich wieder gut an! Nicht so wie die Veröffentlichung von 3.0, für die ich mich emotional nicht erwärmen konnte (technisch und praktisch gesehen natürlich schon).

Denn diesmal gibt es wieder haufenweise neue Webstandards-Verbesserungen – allen voran die native Abspielfähigkeit für Musik und Videos im Format Ogg Theora und Vorbis. Im Artikel Webstandards und Firefox habe ich mich mit Firefox 3.5 und seine Beziehung zu Webstandards näher beschäftigt.

Da ich aber nicht die unzähligen Webseiten nachahmen will, die die neuen Funktionen von Firefox 3.5 verkünden, beschränke ich mich (wieder) auf eine Link-Sammlung:

Firefox 3.5 ist da!

Firefox 3.5 bekommt einen Privaten Modus, bei dem keine Surf-Daten gespeichert werden. Deshalb wird er landläufig auch als “Porno-Modus” bezeichnet. Nun hat im entsprechenden Bugzilla-Eintrag dazu jemand einen Kommentar geschrieben:

I’ve found a new bug. When I want to turn on Private/Porno Mode I have to use
two hands (crtl+shift+p). Sometimes this is impossible, you know…Quelle

Nebenbei: Darauf, dass er Strg und die Umschalttaste auch auf der rechten Seite der Tastatur benutzen kann, ist er nicht gekommen. ;-)

Ich find’s witzig, you know…?

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