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Wenn Designer Webseiten programmieren (die Tausendste) und prämieren

Samstag, 4. November 2006 um 18:17 von Thomas S

Es gibt viele herausragend schlecht gemachte Websites im Netz. Wenn diese jedoch noch prämiert werden, dann ist das etwas besonders Herausragendes. Zum Beispiel „diese Agentur für Werbung und Internet”, die einen hohen Platz beim Salzburger Landespreis erhalten hat für „Konzept, Text, Design und Programmierung” einer Website.

Die Agentur

Was man bei dieser Agentur findet ist ein „cooler, englischer Werbeslang”, Musik, überall Bewegung und Aktivität, Farben und sogar ein hübsches Spielen, bei dem man Leuten Kleidng anziehen kann. Kleidung ist wichtig, schließlich „sollten sie sich unbedingt richtig stylen, bevor Sie loslegen”. Diese Website ist nichts für schlecht oder altbacken Angezogene. Diese Website ist jung, dynamisch, flippig und frisch. – Und sie ist nichts für eine Agentur, die Webseiten erstellt.

Die Website erinnert mehr an eine Klingelton-Jugendchat-Website als an eine Firma, die professionelle Designs kreiert, technisch ausgereifte Konzepte erstellt und den Kunden seiner Kunden Zugänglichkeit und Usability-geprüfte Benutzerführung bietet.

Oder könnte es doch sein, dass auch Agenturen mit solchen Websites den modernen, zugegeben hohen Ansprüchen an Webentwicklung gerecht werden können? Das könnte sein. Aber hier trifft es nicht zu. Wer mit unaussagekräftigen Sprüchen, Gedudel und vielen gleichzeitig ablaufenden Bewegungseffekten auf sich aufmerksam machen muss, gespickt mit Popups, verpackt in eine Flash-Anwendung, eingebettet in eine Layouttabelle, welche wiederum in ein Frameset hineingezwängt wurde, der kann Fernsehwerbung oder lustige Flash-Spiele bauen, aber keine Webseiten konzipieren und schreiben.

Da fragt man sich am Ende, wie solche Seiten prämiert werden können.

Die Preisrichter

Wenn man sich die Website ansieht, auf der alle Sieger aufgelistet sind, stellt man sich die vorhin genannte Frage nicht mehr. Denn da sieht es nicht besser aus. Auch der 1. und 2. Platz für den Bereich Internet sind Websites, die jeglichem guten technischen Geschmack trotzen.

Man kann sich ja rausreden, indem man sagt, „das sind eben alles Designer, die wissen es nicht besser”. Gut. Aber wir leben im Jahr 2006. Ein Landespreis sollte doch höhere Ansprüche stellen, zumal öffentliche Einrichtungen selbst verpflichtet sind, auf technische Ausführen zu schauen. Nein, so wird das nie etwas mit der Besserung in der Designer-Szene im Bereich Webentwicklung …

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