Diese Woche erscheint GNOME 2.22, welches auch im kommenden Ubuntu 8.04 der Standarddesktop sein wird. Die größten Neuerungen können zusammenfassend bei den offiziellen Release Notes nachgelesen werden oder aufbereitet bei Heise Open.

Revolutionäre Neuerungen sind nicht dabei. Aber GNOME behauptet ja, stetige Entwicklung sei besser als revolutionäre Änderungen wie bei KDE. Man wird die nächsten Jahre sehen, wie sich GNOME 2.x gegen KDE 4.x behaupten kann. Jedenfalls sind alle Neuerungen und Änderungen in GNOME 2.22 eher kosmetischer oder kleinerer Natur, mit Ausnahme vom Wechsel auf GVFS und GIO als virtuelles Dateisystem und die Integration von PolicyKit. Ersteres verspricht in Zukunft wesentliche Verbesserungen zum Beispiel im Dateimanager Nautilus, der noch nicht so handlich ist wie Dolphin in KDE oder der Windows Explorer. Mit zweiterem können Admin-Freigaben für Benutzer nun genauer vorgegeben werden und man kann auch ohne Admin-Rechte Verwaltungsanwendungen ansehen.

Außerdem, und das ist die 3. erwähnenswerte Neuerung, wurden ein paar grundsätzliche 3D-Effekte in Metacity eingebaut (per Voreinstellung aber deaktiviert), so dass man kein Compiz Fusion dafür mehr benötigt. Achja, und das Webcam-Programm Cheese, das nun in GNOME integriert wurde, verwende ich bereits seit November 2007 – ist also nichts Neues mehr für mich. ;)

Programme und Änderungen, die es (meiner Meinung nach: leider) nicht mehr in GNOME 2.22 geschafft hat, sind Ekiga VoIP Client 3.0, Capuchin (NewStuffManager) für das Deskbar-Applet und vor allem notwendige Verbesserungen des GNOME Display Managers (GDM, das Login-Programm beim Systemstart). Mal sehen, wie der Fahrplan für GNOME 2.24 aussehen wird, das im September 2008 erscheint.

Aktualisierung am 01.04.2008:
Ars Technica hat den bisher besten Artikel über die Neuerungen in GNOME 2.22 geschrieben, in dem auch übersichtliche Bilder und informative, weiterführende Links zu den jeweiligen Projekten präsentiert werden: One step forward: a review of GNOME 2.22.

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