Im Mai 2008 fand der Ubuntu Developer Summit für Intrepid Ibex im schönen Prag, der tschechischen Hauptstadt, statt. Intrepid Ibex ist der Spitzname für Ubuntu 8.10, also der im Oktober 2008 erscheinenden, nächsten Ubuntu-Version.

Allzuviel findet man im Netz nicht über geplante Funktionen für Ubuntu 8.10. Womöglich halten sich alle mit Spekulationen oder freudigen Ankündigungen zurück. Ubuntu 8.04 hat ja vor allem auch durch die Streichung vieler, im letzten UDS gewünschter (nützlicher) Funktionen geglänzt (siehe z.B. bei fsckin.com [englisch]).

Um mir selbst Hoffnungen zu machen, habe ich mir mal die Zusammenfassung des UDS für Intrepid Ibex angesehen. Ich werde hier nur ein paar mir wichtige Details hervorheben. Wer möchte, kann sich die ganze Liste ja selbst durchlesen.

Plattform-spezifisch:

  • Bessere Unterstützung für (ultra-)mobile Geräte und Subnotebooks, damit Ubuntu auf noch mehr Hardware läuft, ohne selbst viel Hand anlegen zu müssen; sogar USB-Installationen (für Geräte ohne CD-ROM) sollen offiziell unterstützt werden
  • UMTS-Unterstützung mit dem NetworkManager 0.7 (ist 0.7 schon fertig? – laut derStandard nutzen Fedora und openSUSE die Version 0.7 bereits; in der ToDo-Liste findet man die größeren Neuerungen)
  • Bessere KDE-Integration für Firefox
  • Schnelleres Hochfahren des Systems mit Prefetching, Multithreading und Upstart statt dbus und hal
  • Bessere Flash-Unterstützung mit dem langfristigen Ziel, die freie Flash-Alternative standardmäßig zu installieren statt des Adobe-Plugins
  • OpenOffice.org 3.0 soll Teil von Intrepid Ibex werden, auch wenn Sun diese Version erst knapp 3 Wochen vor Ubuntu 8.10 veröffentlicht (OOo3 sollte aber Pflicht sein, da es wesentliche Verbesserungen bringt inklusive die Unterstützung für die neuesten Microsoft-Office-Dateiformate)
  • Konzentration auf X.org 1.5, da 1.6 wahrscheinlich nicht rechtzeitig verfügbar sein wird; außerdem sollen die gemeldeten Fehler/Probleme von 1600 auf unter 1000 reduziert werden

Kernel-spezifisch:

  • Verwendung des (kommenden) Kernels 2.6.26
  • Benutzerfreundlichere Version des Device Managers zum Anzeigen und Verwalten der Hardware und von Treibern (meines Erachtens dringend notwendig und hätte schon mit Ubuntu 7.10/8.04 kommen sollen; ob es mit 8.10 kommt ist ebenso fraglich wie unwahrscheinlich)
  • Grub2 mit grafischem Bootloader und vielen wesentlichen Verbesserungen zum veralteten derzeitigen Grub (meines Erachtens ebenso dringend notwendig, aber da die Programmierung der wichtigsten Funktionen von Grub2 nicht vor November 2008 fertig sein wird, ist die Implementierung in 8.10 mehr als unwahrscheinlich)

Server-spezifisch:

  • da steht wortwörtlich: „Discussion on Admin GUI possibilities – possible approaches include a web based gui (like eBox), SMIT-like system, porting YaST“ – würde ich begrüßen, damit endlich auch die schwachbrüstigen Microsoft Certified Partner einen Ubuntu-Server administrieren könnten und nicht nur auf Windows Server picken bleiben

Desktop-spezifisch:

  • Mehr Desktop-Effekte
  • Systemweit einheitliche Rechtschreibprüfung, damit man endlich nicht jedem programmspezifischen Wörterbuch die selben Einträge beibringen muss
  • Druckertreiber bei Bedarf direkt von der Openprinting.org-Website holen; so hat man immer die aktuellsten Treiber und die beste Druckerunterstützung (halte ich für genauso wichtig wie die bereits hervorragend gelöste Plugin-Nachrüstung für Video/Audio/Flash)
  • Überarbeitetes grafisches Erscheinungsbild von Ubuntu

Eine schriftliche Zusammenfassung vieler Details findet man bei Arstechnica.com.

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