Rob Weirs Blog ist immer mal wieder gut zu lesen, wenn man sich für ODF interessiert. Immerhin ist er einer der treibenden Kräfte von IBM hinter ODF.

Ein paar Online-Magazine haben des Themas ODF 1.2 Begins Final 60-day Public Review in Roberts Blog aufgegriffen und darüber berichtet: Vor kurzem hat die öffentliche Begutachtung von ODF 1.2 begonnen. Wenn das abgeschlossen ist (nach spätestens 75 Tagen), gibt es eine Abstimmung innerhalb der OASIS, ob ODF 1.2 zur offiziellen OASIS-Norm werden darf. Wenn alles erfolgreich verläuft, wird ODF 1.2 noch im 4. Quartal 2010 der Arbeitsgruppe ISO/IEC JTC1 übergeben, die für die Normierung von ODF zuständig ist. Möglicherweise wird dann noch 2011 ISO/IEC 26300 mit ODF 1.2 die bisherige Norm aus dem Jahr 2006 mit ODF 1.0 ablösen.

Natürlich vorausgesetzt, dass keine schwerwiegenden Fehler mehr gefunden werden oder sich keine von bestimmten Firmen gesponserte Normeninstitutsvertreter quer stellen.

Das Kuriose an der Sache ist, dass bereits ODF 1.1 den Normierungsprozess durchläuft und auch irgendwann 2011 bei der ISO/IEC verabschiedet wird: Introducing ISO ODF 1.1. Wobei ODF 1.1 eigentlich nur als Novellierung von ODF 1.0 anzusehen ist. ODF 1.2 ist dagegen ein vollständiger und erweiterter Ersatz der bisherigen Norm. Durch die parallele Normierung (Aktualisierung) von ODF 1.1 wird langsamen Implementierern wir Microsoft der Boden entzogen, in deren Produkten auf die älteste ODF-Norm in Version 1.0 zu beharren anstatt auf ODF 1.1 oder dem noch nicht veröffentlichten ODF 1.2 zu setzen.

ODF 1.1 bringt eigentlich nur kleine Zugänglichkeitsverbesserungen. ODF 1.2 hingegen bringt eine bis ins Detail spezifizierte Formelsprache (OpenFormula) mit sowie viele neue Funktionen und einen eigenen Paketierungsabschnitt, den auch andere XML-Formate wiederverwenden könnten.

Deutschland hat doch noch einen Sieg errungen. Zwar nicht auf dem Fußballfeld, dafür aber online bei der Firefox-WM.

Bei dieser Aktion ging es darum, dass möglichst viele das Persona mit der Nationalflagge der bevorzugten Mannschaft in Firefox installieren. Die Anzahl der heruntergeladenen Personas wurde gezählt, und nach längerem Vorsprung von Brasilien ging dann am Ende doch Deutschland mit großem Vorsprung als Sieger hervor. Der letzte Platz geht übrigens an Nordkorea und Holland errang Platz 6.

Mozilla-Blog: Thanks for an exciting Firefox Cup!

Die erste Beta von Firefox 4.0 wurde Anfang Juli veröffentlicht. Sie ist nur auf Englisch verfügbar. Ab der 2. Beta in wenigen Wochen werden aber auch deutschsprachige Versionen veröffentlicht werden.

Mehr über die neuen Funktionen und das neue Aussehen der ersten Beta kann man im Mozilla-Blog (auf Englisch) nachlesen: More Details on Features in Firefox 4 Beta 1.

Für Webentwickler sind vor allem die Neuerungen interessant, die im Artikel Firefox 4 beta 1 is here – what’s in it for web developers? auf hacks.mozilla.org zusammengefasst sind. Simplen Endnutzer wird wahrscheinlich das Video in Firefox 4 Beta 1 UI Changes von Alex Faaborg helfen. Darin geht es vor allem um die neue Tabs-Anordnung oberhalb der Adressleiste sowie um die Feedback-Schaltfläche.

Die Feedback-Schaltfläche in den Beta-Versionen von Firefox 4

Auch Carsten Knobloch hat bereits vor mehreren Tagen einen ersten Überblick über die Änderungen gegeben – auf Deutsch: Firefox 4.0 Beta 1 & Portable Firefox 4.0 Beta 1 Download.

Der Hauptgrund für die frühe Veröffentlichung von Beta-Versionen und die Beta-spezifischen Änderungen darin (die Feedback-Schaltfläche und das integrierte Add-on Test Pilot) sind, dass Mozilla frühzeitig die Meinung einer breiten Masse von Firefox-Nutzern einholen will – nicht erst 4 Wochen vor der endgültigen Version wie sonst üblich, an der dann nichts Grobes mehr geändert werden darf. Mehr dazu kann man im Artikel Firefox 4 Beta 1: Tell us what you think! erfahren.

Wer ausreichend Englischkenntnisse besitzt und auch Feedback auf Englisch geben kann, sollte die 1. Beta ausprobieren. Alle anderen sollten auf die nächste Beta-Version warten, die auch auf Deutsch erhältlich sein wird.

Bei ausreichenden Englischkenntnissen empfehle ich das Video von Alex Faaborg zum Thema Why Tabs are on Top in Firefox 4 – wieso bei Firefox 4 die Tabs oberhalb der Adressleiste stehen werden anstatt wie jetzt darunter.

Im Video werden 4 Gründe dafür und 1 dagegen aufgeführt. Die Gründe dafür sind, dass sich erstens die bisherigen Steuerelemente, die mit Tabs zusammenhängen (Tabs, Adressleiste, Seite neu laden oder vor und zurück usw.) über die Oberfläche verteilen anstatt beisammen zu stehen. Bei Tabs ganz oben beziehen sich die Steuerelemente und die Adressleiste auch optisch auf das gerade offene Tab.

Der zweite Grund dafür ist die einfache und konsistente Benutzbarkeit von „Anwendungs-Tabs“ (AppTabs), mit denen man Webanwendungen über die Tab-Leiste zugänglich machen kann (z.B. Google-Mail oder eine Online-Tabellenkalkulation) und sie sich so mehr wie richtige Programme anfühlen.

Der dritte Grund, der für Tabs ganz oben spricht, ist die vermehrte Verwendung von Tabs anstelle von Dialogfenstern z.B. für die Lesezeichenverwaltung, die Browser-Einstellungen oder die Verwaltung der Add-ons. Damit wird dann die Adressleiste ausgeblendet, wenn die Lesezeichenverwaltung offen ist.

Der letzte Grund dafür handelt von den neuen Benachrichtigungen und Interaktionen wie z.B. die Passwortabfrage. Diese werden in einer Art Benachrichtigungsblase unter der Adressleiste erscheinen. Wenn die Tabs unterhalb der Adressleiste stehen wie bisher, werden durch die Benachrichtigungsblasen darunter liegende Tabs nicht mehr anklickbar sein.

Der Grund dagegen betrifft die längeren Mauswege, die man zum Wechseln zu einem neuen Tab vom Seiteninhalt weg zurücklegen muss.

Noch eine Bemerkung zur Beruhigung: Wer die Tabs lieber unter der Adressleiste sehen will wie bisher auch, wird es natürlich per Mausklick einfach zurückstellen können. Firefox ist schließlich äußerst anpassungsfähig.

PS: Robert Kaiser hat über Tabs oben in SeaMonkey gebloggt (englisch).

PPS: Auf be-jo.net gibt es eine bebilderte, ausführliche, deutschsprachige Erklärung im Artikel Position der Tabs in Firefox 4.

Wenn jemand im Lesen englischer Texte geübt ist und über die aktuelle Arbeit des Teams für die User Experience des kommenden Firefox 4 am Laufenden gehalten werden will, dem empfehle ich das Weblog von Alexander Limi.

Was ist die User Experience? Das bedeutet Nutzererlebnis und meint in der EDV-Welt das Look, Feel und die Usability von Benutzeroberflächen (Webseiten, Programmen usw.). Schon wieder Fremdworte! Also damit ist im Grunde gemeint, dass Benutzeroberflächen in sich stimmig aussehen sollen und die Bedienung konsistent und einfach sein soll.

Auch Firefox 4 soll weiter verbessert werden und dazu ist das UX-Team da. Im Blog von Alexander Limi erfährt man Genaueres über dessen Arbeit sowie über andere Aktionen wie z.B. die Paper Cuts.

Paper Cuts sind auch aus Ubuntu bekannt und meinen kleine aber störende Probleme oder Inkonsistenzen bei der Bedienung, die von den Entwicklern behoben werden sollen. Vielleicht findet der eine oder andere darunter ja ein Problemchen, das er immer schon behoben haben wollte …

Mein letzter Artikel zur deutschsprachigen Firefox-Hilfe auf support.mozilla.com (kurz SUMO genannt) ist jetzt ein halbes Jahr her. Damals im Dezember 2009 war der Anlass zur Freude, dass wir 200 SUMO-Artikel übersetzt und für die Öffentlichkeit freigeschaltet hatten.

Nochmal in Kürze, was SUMO ist: Im Juni 2008, also vor genau zwei Jahren, übernahm die Website support.mozilla.com die Aufgabe, die bis einschließlich Firefox 2.0 die fix integrierte Hilfe übernommen hatte. Die Hilfe-Inhalte von Firefox 2.0 wurden nach SUMO portiert und für die damals baldige Veröffentlichung von Firefox 3.0 angepasst. Das war der Beginn der deutschsprachigen Übersetzungstätigkeit auf SUMO.

Der Anlass des Artikels diesmal: 100%!

Am Samstag, dem 29. Mai 2010 um 14:30 MESZ war es dann so soweit. Nach zweijähriger Arbeit hatten wir SUMO für Firefox vollständig übersetzt:

  • Prozentangabe der übersetzten Artikel: 100% vollständig
  • Anzahl der übersetzten Artikel: 288 von 288 Artikeln übersetzt
  • Prozentangabe aller Seitenzugriffe, die mit den übersetzten Artikeln abgedeckt werden: 100% übersetzt

Diese Zahlen und die Liste aller SUMO-Artikel kann jederzeit auf der Seite Alle Artikel der Wissensdatenbank abgerufen werden.

Damit helfen wir Millionen von deutschsprachigen Firefox-Nutzern, die über das Hilfe-Menü die SUMO-Seiten besuchen.

Dank …

Der Dank dafür gebührt allen freiwilligen Helfern, die im Forum die Arbeit koordiniert und mitgeholfen haben. Am Ende hat sich vor allem Tobbi hervorgetan und viele Übersetzungen begonnen.

Aber die Arbeit ist natürlich damit nicht vorbei! Spätestens mit jeder Veröffentlichung einer neuen Hauptversion von Firefox (die nächste wird wohl Firefox 4.0 gegen Ende des Jahres sein) werden neuen Artikel dazu kommen oder alte Artikel überarbeitet werden müssen. Besonders die Überarbeitung von bestehenden Artikeln ist eine diffizile Angelegenheit, die mehr Aufwand bedeutet als eine reine Neuübersetzung. Wer das nicht scheut, ist bei uns herzlich willkommen.

… und es geht weiter

Und auch Neuübersetzungen gehen uns nicht aus. Denn es gibt noch eine Firefox-Variante, die ein eigenes SUMO besitzt: Firefox für Mobilgeräte auf mobile.support.mozilla.com.

Die Artikel bei SUMO für den mobilen Firefox sind nicht so zahl- und wortreich wie für den Desktop-Firefox. Das macht die Arbeit leichter. Wer mithelfen will, findet im Forum eine Einleitung dazu und neben den Anleitungen auf SUMO selbst haben wir auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Übersetzungstipps.

Wenn sich jemand weniger mit Firefox sondern mehr mit Thunderbird beschäftigt, für den gibt es auch die Möglichkeit, das Thunderbird-SUMO (kurz SUMOMO genannt) für deutschsprachige Leser zu übersetzen. Aber das ist eine andere Geschichte …

Manchmal darf man richtig schön stolz auf sich sein. Und am Mittwoch war so ein Tag, an dem ich das war. Denn ich habe etwas Neues geschafft. Ich habe wichtige Daten auf einer versehentlich formatierten und teilweise überschriebenen Festplatte wiederhergestellt.

Das klingt nicht gerade weltbewegend. Für meinen Arbeitskollegen, dem die Daten gehören, ist es das aber. Für mich ist es das auch, weil ich vorher noch nie etwas mit Datenrettungswerkzeugen zu tun gehabt hatte. Und vor allem bin ich stolz auf das Ergebnis, weil ich in 3 Tagen geschafft habe, was eine EDV-Firma in einer Woche nicht fertig gebracht hat.

Womit habe ich das gemacht? Mit Testdisk. Testdisk ist ein geniales Open-Source-Programm, mit dem man verloren geglaubte Daten oder Partitionen wiederherstellen kann. Zufällig hatte ich eine Weile zuvor das c’t-Sonderheft Linux gekauft, bei dem eine Live-CD der von Debian abstammenden Linux-Distribution Knoppix dabei war.

Ich habe einen Rechner mit Knoppix im CD-ROM-Laufwerk gestartet. Dann habe ich die Festplatte, auf der sich die verlorenen Daten befanden, lesend eingebunden und mit Hilfe des Befehls dd die gesamte Festplatte kopiert und als Image-Datei auf eine größere Festplatte abgespeichert. Diese ganze Aktion lief nebenher während eines ganzen Arbeitstages, da das Festplatten-Image auf eine per USB angeschlossene externe Festplatte kopiert wurde, was natürlich nicht besonders schnell ging. Dieses Image habe ich dann lesend gemounted. Nun konnte ich mit dem Image der Festplatte arbeiten und experimentieren. Die Originalfestplatte blieb dabei unberührt.

Experimentieren musste ich aber gar nicht, denn ich habe einfach Testdisk gestartet und eine Analyse durchgeführt. Es kamen viele Festplattenfehler zum Vorschein (seltsam, da die Platte nur einmal drüberformatiert wurde; vielleicht gab es auch einen Hardware-Defekt, der bisher noch nicht bemerkt worden ist). Danach lies ich eine „Deeper Search“, eine intensivere Suche auf Cylinderebene durchlaufen, was wiederum erst am nächsten Tag abgeschlossen war.

Das Ergebnis dieser intensiven Suche waren wieder viele Fehlermeldungen und einige Partitionsstücke, die ich dann auf wiederherstellbare Dateien durchforsten konnte. In diesen fand ich dann viele wichtige Dateien, die ich sofort exportierte. Dieser Kopierprozess lief den ganzen Tag über und am Ende waren rund 170 GB an brauchbaren Daten wiederhergestellt.

Das alles lief über die Live-CD mit Knoppix und mit dem Programm Testdisk. Testdisk ist ein simples, englisch gehaltenes Konsolenprogramm. Aber es ist Gold wert! Es hat ein wesentlich besseres Ergebnis geliefert als die ganzen pseudoprofessionellen proprietären Kaufprogramme mit ihren hübschen grafischen Oberflächen, die Windows-Administratoren und jeder Computerlaie per Maus bedienen kann. Bei Testdisk muss man sich vielleicht hier und da mit Internet-Anleitungen einlesen, dafür bringt es aber auch das erhoffte Ergebnis – für jeden.

Ich habe mich schon öfters gefragt, ob die Kommentarfunktion auf support.mozilla.com (kurz: SUMO, dt. Firefox-Hilfe) eigentlich sinnvoll ist. Denn viele Leute lesen nicht, dass die Kommentare dort nur erwünscht sind, wenn sie Verbesserungsvorschläge oder Fehlerkorrekturen für den Artikel selbst enthalten. Fragen und Wünsche an die Firefox-Entwickler sind dort Fehl am Platz. Aber da die Kommentarfunktion wohl eine der offensichtlichsten Möglichkeiten ist, mit der sich Firefox-Nutzer bei einer offiziellen Mozilla-Seite zu Wort melden können, wird dieses Instrument gern missbraucht. Schließlich gehen die Leute zu SUMO, wenn Sie Probleme haben. Und wenn sie schon mal dort sind, können sie sich auch gleich über Firefox im Allgemeinen beschweren – besonders wenn ihnen der gelesene Hilfe-Artikel nicht geholfen hat.

Darum habe ich mir die 148 Kommentare bei deutschsprachigen SUMO-Artikeln von Februar 2009 bis April 2010 angesehen und sie statistisch erfasst.

Die Art der Kommentare

Ich habe die Kommentare in 8 Kategorien eingeteilt:

  1. Vorschläge: Diese Kommentare enthalten Verbesserungs- oder Korrekturvorschläge für den Artikel.
  2. Lösung nicht möglich: Bei diesen Kommentaren ist die beschriebene Lösung nicht durchführbar.
  3. Andere Lösungswege: In diesen Kommentaren werden andere Lösungswege vorgeschlagen als im Artikel erwähnt werden.
  4. Danksagungen: In diesen Kommentaren bedanken sich Leser dafür, dass ihnen der Artikel geholfen hat, oder sie lobten den Artikel oder sie bedanken sich allgemein für Firefox.
  5. Beschwerden: Hier beschweren sich die Leute über Firefox im Allgemeinen (Abstürze, Updatefehler, Add-ons usw.) oder weil ihnen der Artikel nicht geholfen hat.
  6. Hilfefragen: Diese Kommentare enthalten eine Frage zur Verwendung von Firefox, die eigentlich in ein Forum oder einen Chat gehören und für die die Kommentarfunktion nicht geschaffen wurde.
  7. Wünsche: In diesen Kommentaren wünschen sich die Leute eine nicht mehr vorhandene Funktion zurück.
  8. Restliche Kommentare: Diese Kommentare enthalten alles, das nicht in die anderen Kategorien passt. Dazu gehören ein sinnfreier portugiesischer und englischer Kommentar, ein Kommentar, der anmerkt, dass Firefox auf dem Windows-Bildschirmfoto anders aussieht als auf seinem Mac, und ein Wunsch an SUMO, dass Hyperlinks beim Ausdrucken sichtbar sein sollen.

Und hier das Ergebnis:

Art der Kommentare in deutschsprachigen Hilfe-Artikeln

26 Kommentare, das sind 18%, enthalten Verbesserungsvorschläge oder Fehlerkorrekturen zu den Artikeln, in denen sie geschrieben wurden. 2 Kommentare oder 1% sagen, dass der angegebene Lösungsweg nicht möglich ist. 4 Kommentare oder 3% schlagen einen anderen als im Artikel vorgeschlagenen Lösungsweg vor. In 20 Kommentaren oder 14% haben sich die Leute für Firefox bedankt oder den Artikel gelobt. Ein Drittel der Dankeskommentare richtet sich nicht eindeutig an den Artkel, sondern an Firefox im Allgemeinen und ist in der Firefox-Hilfe deplatziert. Für dieses Drittel kann aber ein Teil der Beschwerden darüber, dass ihnen der Artkel nicht geholfen hat, eingesetzt werden.

Damit sind das in Summe 36% an Kommentaren, für die die Kommentarfunktion in der Firefox-Hilfe gedacht ist.

In 37 Kommentaren oder 25% beschweren sich die Kommentatoren meist über Firefox im Allgemeinen wie z.B. über häufige Abstürze. Nur ein Bruchteil davon sagt, dass ihnen der Artikel nicht geholfen hätte (diese 4% wurden vorhin schon zu den 36% „angemessenen Kommentaren“ dazugerechnet). Die deplatzierten 50 Hilfefragen machen 34% aller Kommentare aus. In 3 Kommentaren oder 2% wird der Wunsch nach der Wiederbringung einer verloren gegangenen Firefox-Funktion geäußert. Der Rest besteht aus 6 Kommentaren oder 4%. Dieser Anteil der Kommentare macht in Summe 65% aus. 1 Prozentpunkt ist irgendwo als Rundungsfehler gelandet.

Man kann also zusammenfassen, dass bis zu zwei Drittel aller Kommentare nach den Regeln der Firefox-Hilfe potenziell unnötig sind.

Die Anzahl der Kommentare in den Artkeln

Anzahl der Kommentare in deutschsprachigen Hilfe-Artikeln

Die meisten Kommentare wurden in den Artikeln Wird Firefox auf Windows 7 funktionieren, Neueste Chronik löschen, Benutzername und Passwort wird nicht gespeichert, Dieser Verbindung wird nicht vertraut und Wie Sie den Cache leeren können geschrieben. Für die deutschsprachigen Nutzer ist also ein neues Microsoft-Betriebssystem und die Sicherheit der Privatsphäre Wert, die Firefox-Hilfe aufzurufen.

Das bestätigt meine Meinung, dass Firefox in deutschsprachigen Gebieten vor allem wegen des persönlichen Datenschutzes gern genommen wird. Es sagt aber auch aus, dass es dort anscheinend einige Probleme mit der Bedienung oder der Funktionalität gibt.

Die Namen der Kommentatoren

Alle Kommentare wurden von nicht registrierten Nutzern unter dem Namen „anonymous“ verfasst.

Die Sprache

Sprache der Kommentare in deutschsprachigen Hilfe-Artikeln

128 Kommentare wurden auf Deutsch geschrieben, nur 20 Kommentare in englischer Sprache oder deutsch und englisch gleichzeitig. Durch die übersetzte Oberfläche ist den meisten also klar, dass sie in ihrer Muttersprache kommentieren können.

Die zeitliche Aufteilung

Monatliche Verteilung der Kommentare in deutschsprachigen Hilfe-Artikeln

Bis zum Ende des Jahres 2009 gab es nur sehr wenige Kommentare. Aber im Jänner 2010 stieg die Zahl sprunghaft an, wuchs im Februar dann nochmal um mehr als das doppelte und nimmt seitdem stetig wieder ab. Das lässt auf eine hohe Beanspruchung der Firefox-Hilfe nach der Veröffentlichung einer neuen Firefox-Hauptversion schließen. Am 21.01.2010 kam Firefox 3.6 heraus.

PS: Die OpenDocument-Datei mit den Ergebnissen kann hier heruntergeladen werden: SUMO-Kommentare.ods (100kB).

Creative Commons License

Gestern Abend habe ich eine Live-CD von Ubuntu 10.04 gebrannt und auf meinem Rechner ausprobiert. Der erste Eindruck, was das Aussehen betraf, war durchweg positiv. Besser gesagt: Ich war begeistert! Endlich ist dieses abgewandelte GNOME-Standard-Theme abgelöst und durch ein moderneres Aussehen ersetzt worden.

Vom optischen Eindruck her gefällt mir sonst noch openSUSE 11.2. Das sieht auch durchwegs professionell aus. (Abgesehen von der Tatsache, dass ich die graue KDE-Fensterdekoration scheußlich finde – in jeder KDE-Distribution.) Fedora hingegen mit seinem abgewandelten „Clearlooks“ sieht altbacken aus und wird keinen Umsteiger optisch vom Ofen hervorholen. Aber Fedora zielt eh mehr auf die erfahreneren Linux-Nutzer ab.

Nachdem Ubuntu Linux-Distributionen endlich etwas mehr ins Rampenlicht der Medien gebracht und leichter ausprobier- und benutzbar für Nutzer gemacht hat, bringt es nun die angestaubte (GNOME-)Optik auf Vordermann.

Ich kann mir leider nicht verkneifen zu sagen: Microsoft ist der Meister der Ankündigungen – offiziell oder inoffiziell. Was diese Firma nicht alles plant, ist fantastisch. Aber im Hinblick auf die Aktionäre kommt das wohl nicht von ungefähr. Man muss ja zeigen, dass man arbeitet und in naher oder ferner Zukunft viele potentielle neue Geldquellen erschließen wird.

Nun haben Sie einen dieser Pläne wieder abgesagt: Das Courier-Tablet kommt vorerst nicht auf den Markt. Eigentlich hätte es ein iPad-Killer werden sollen, können, müssen.

Naja. Es reiht sich in die Masse der anderen Pläne ein. Windows Phone 7, datenbankartiges Dateisystem

Das muss man hingegen Apple lassen: Die kündigen nichts an, schüren nur die Gerüchteküche und präsentieren serienreife Produkte. Und Apple gewinnt damit viele Kunden, viel Werbung und viel Geld.

Mark Shuttleworth und das Ayatana-Team von Canonical möchten das Benachrichtigungssystem umkrempeln. Der Bereich, der unter Windows „System Tray“ heißt und sich rechts unten in der Taskleiste neben der Uhr befindet, befindet sich z.B. bei GNOME rechts oben – ebenfalls neben der Uhr, neben dem Benutzermenü und anderen Symbolen für Netzwerkverbindungen, Lautstärke usw. Dort finden sich üblicherweise auch Benachrichtungs- und Systemstatussymbole. Unter Windows melden sich dort gerne die berühmten Sprechblasen („Baloons“). Unter Ubuntu gibt es dort seit 2 Versionen die hübschen, nicht anklickbaren Informationsblasen.

Mit dem Ayatana-Team soll in diesem Bereich des Bildschirms nun alles möglichst vereinheitlicht werden. Möglichst nur noch ein Symbol für Lautstärke, Netzwerktätigkeiten, Nachrichtenprogramme, Benutzerstatus, Uhr usw. Sie sollen ein Menü haben, das nicht veränderbar ist, damit Programmentwickler nichts hineinpfuschen und den Benutzer verwirren können.

An sich finde ich das eine gute Sache. Es ist schön, wenn sich ein Team, eine Firma oder eine Gruppe von Leuten auf ein Problem stürzt, für das es bislang noch keine besondere Pflege gab (zumindest unter GNOME ist das so; KDE hat angeblich ein gut durchdachtes Benachrichtigungssystem).

Jedoch teile ich die kritische Meinung einiger deutschsprachiger Ubuntu-Blogger, dass sich Mark und Canonical da in ein Problem vertiefen, das eigentlich gar kein so großes ist. Es gäbe so viele andere Felder, die mehr „Liebe“ benötigen würden – auch abseits der tollen 100-Paper-Cuts. Die sehr begrenzten Resourcen von Canonical werden also für ein kleines „Problem“ von anderen Arbeiten abgehalten.

Das zweite Problem an der Sache ist, dass GNOME 3 erst frühestens im Herbst 2010 veröffentlicht wird und noch gar nicht völlig absehbar ist, wie die Benachrichtigungen dort gehandhabt werden. Vielleicht bringen die GNOME-Entwickler ja ein eigenes, neues System mit, das sich besser in die GNOME-Shell integriert als in das bisherige Panel-System.

Das führt mich gleich zum dritten und gravierendsten Problem: Es ist noch gar nicht sicher, dass GNOME oder gar KDE die Mühen von Canonical in ihre Projekte übernehmen und so der ganzen Linux-Gemeinde zugänglich machen werden.

Fehler

Mark darf nicht den Fehler machen, den auch schon IBM am Anfang seines Linux- und Open-Source-Engagements vor 10 Jahren gemacht hat: Teile des Linux- und Open-Source-Kosmos kontrollieren zu wollen (englisch).

Mark ist äußerst motiviert, seit er Ubuntu 2004 in die Welt der Linux-Distributionen entlassen hat. Und das hat ihm bereits viele Feinde und Neider unter den anderen, älteren Distributionen geschaffen. Wenn er nun versucht, außerhalb jeder „übergeordneten“ Instanz – sei es GNOME, sei es KDE, sei es freedesktop.org – etwas zu erschaffen, mit dem er auch andere Distributionen außer Ubuntu selbst beglücken will, ist das meiner Meinung nach von vornherein zum Scheitern verurteilt. So funktioniert die Open-Source-Welt nicht.

Das ist auch das Problem, das man hätte, wenn man auf einmal 100.000 Euro zur Verfügung hätte und irgend etwas aus der Open-Source-Welt, das man gerne verbessert gesehen hätte, unterstützen wollte. Man könnte mit dem Geld zwar Leute finden, die sich irgendwie mit dem Quelltext auskennen, aber ob das programmierte Ergebnis dann von den anderen Entwicklern an dem Programm akzeptiert und übernommen wird, ist mehr als fraglich.

Ich hoffe, Mark fällt mit seinem Vorgehen nicht auf die sprichwörtliche Schnauze. Denn das wäre sehr schade für Ubuntu und für Linux insgesamt.

Ich hab ja schon länger nichts mehr über CSS geschrieben. Der aktuelle Artikel auf hacks.mozilla.org gibt mir mal wieder einen Grund dazu.

Im Artikel The CSS 3 Flexible Box Model wird über eine neue Art des „Kästchenschemas“ erzählt, das wir aus CSS 1 und 2 lieben und hassen gelernt haben. Es gibt auch schon andere Ansätze, die alten Tabellenlayouts auf bessere und einfachere Art zu ersetzen als bisher, aber mit Flexible Box Model wird etwas Altbewährtes verbessert, z.B. beliebige horizontale und vertikale Anordnung sowie einfachere Breitenanpassung.

Gecko und Webkit haben die sich noch in Arbeit befindlichen Fassungen angeblich schon implementiert. Jetzt fehlt nur noch die Fertigstellung des Webstandards und die vollständige Umsetzung in allen bekannten Browsern – einschließlich des IE. Aber Microsoft hat ja eh angekündigt, mit dem IE9 wirklich auf Webstandards setzen zu wollen. Es gibt für die Zukunft also gar kein Problem …

Derjenige, der maßgeblich daran beteiligt war, Microsofts OOXML als Norm in den ISO-Gremien wortwörtlich durchzudrücken, hat sich nun zu Wort gemeldet – 2 Jahre, nachdem DIS 29500 in einem umstrittenen Verfahren abgesegnet worden ist.

Um was geht es? Ich habe früher schon darüber berichtet:

  1. Microsofts OOXML ist durch
  2. Bald OOXML-Abstimmung, ISO-Komitee lahm gelegt
  3. Die Probleme mit Office Open XML (OOXML)
  4. Accessibility Issues with Office Open XML
  5. Links zum Thema ODF gegen OOXML
  6. Suche nach Widersprüchlichkeiten bei OOXML

Außerdem gibt es auch bei Rob Weir manchmal einen interessanten Beitrag dazu wie z.B. Asking the right questions about Office 2010’s OOXML support.

Komödie oder eher Tragödie

Nun, diese Nachricht von Alex Brown ist wenig überraschend und Microsofts Verhalten war vorherzusehen. Die ganze Geschichte mit der Normierung von Microsofts internem Dateiformat für sein Office-Paket war so offensichtlich aufgezogen, dass man es von Anfang an nicht anders deuten konnte als eine Schmierenkomödie – falls man kein Lobbyist für Microsoft war oder von einem solchen geblendet worden ist.

Das kommt eben heraus, wenn man ein (vormals oder vermeintlich) unabhängiges Normengremium von einer Firma öffentlich missbrauchen lässt.

Der Vorteil für Microsoft liegt auf der Hand: Sie haben das Argument gegenüber Kunden gewonnen, ein genormtes ISO-Dateiformat anbieten zu können (natürlich stimmt das nicht, da Microsoft Office eben nicht das ISO-genormte OOXML verwendet, sondern seine eigene Abwandlung davon; aber das wissen die Kunden ja nicht).

Und der Vorteil für die ISO? Es gibt keinen. Falls es jemals einen gegeben hat (vielleicht mehr Aufmerksamkeit von Seiten der Wirtschaft auch abseits der Schraubenhersteller), so wurde er längst durch den in eingeweihten Kreisen zerstörten guten Ruf und Microsofts Verhalten in den letzten 2 Jahren neutralisiert.

Fazit für MS Office

Microsoft Office 2010 wird kein korrektes ISO 29500 verarbeiten und speichern können. Auch 2 Jahre nach der Verabschiedung des hauseigenen Dateiformats nicht. Es gibt zugegebenermaßen einige Abweichungen von Microsofts ursprünglichem Vorschlag in der Norm, aber in 2 Jahren muss ein großer Konzern doch in der Lage sein, einen angeblich so einfach zu implementierbaren Standard und die darin enthaltenen Änderungen durch die ISO in das eigene Produkt zu übernehmen.

Microsoft Office kann auch nicht anständig mit ISO 26300 (ODF) umgehen. 2008 gab es noch Hoffnungen diesbezüglich, aber die haben sich verflogen. Robert Weir hat das letztes Jahr eingehend untersucht: 1. Artikel, 2. Artikel über Microsoft Excels Zerstörung von ODF-Formeln. Offensichtlicher kann man eine konkurrierende ISO-Norm nicht torpedieren und für Kunden unattraktiv machen.

(Das erinnert mich alles ein wenig an Microsofts Vorgehen bei der Umstellung der Londoner Börse auf Windows-Server: Microsoft hat das werbewirksam für sich ausgeschlachtet und die Konkurrenz verbal niedergemacht. Dass London kurze Zeit später wieder weg von Windows und auf Linux umgestiegen ist, wie übrigens alle großen Börsen der Welt, wird natürlich totgeschwiegen. Microsofts Konkurrenz hat keinen werbewirksamen Gewinn davon, da sie nicht die Marktmacht und die Geldmittel wie Microsoft besitzen.)

Michael „coce“ und ich haben vorhin die Änderungsvorschläge von Robert „rb“ an der Firefox-Funktionsübersicht eingearbeitet und es zeigt sich einerseits, dass Deutsch so eine wundervolle Sprache ist, weil man durch die kleinste Nuance, die kleinste Änderung einer Wortstellung im Satzgefüge oder das Einfügen oder Weglassen eines simplen Artikels viel bewirken kann. Andererseits gibt es Möglichkeiten in der deutschen Sprache, Formulierungen absolut unverständlich zu verfassen, sodass man einen Satz oder Absatz erst nach mehrmaligem Durchlesen versteht. Beamtendeutsch ist (besonders in Österreich) so ein Fall oder auch folgendes Beispiel (das nichts mit Firefox oder seinen Webseiten zu tun hat):

Das anliegende Unterschriftsblatt (weiß) bitten wir unter Beachtung der Bemerkung auf der Rückseite des für Sie bestimmten Unterschriftmerkblattes (gelb) auszufertigen und in dem beigefügten Freiumschlag an uns zurückzusenden. – Quelle

Manchmal ist es nicht leicht, einen technischen englischen Satz in kurzes, klares Deutsch zu übersetzen.

Mark Twain hat einmal treffend festgestellt:

Wenn der deutsche Schriftsteller in einen Satz taucht, hat man ihn die längste Zeit gesehen. Bis er auf der anderen Seite seines Ozeans wieder auftaucht – mit einem Verbum im Mund. – Quelle

So schlimm war es heute nicht, aber man muss doch Acht geben, verschachtelte Sätze oder Passivkonstruktionen oder „es/man“-Sätze oder überlange Attributkonstrukte usw. zu vermeiden.

Wir wissen ja, dass Lobbyismus durch Hersteller proprietärer Software die Freiheit in der Software- und Internetwelt immer schon eingeschränkt hat und weiterhin versucht wird, gegen jede Öffnung anzukämpfen und weitere Bereiche einzuschränken.

(Man muss keine Namen nennen z.B. bei der „Durchsetzung” des Microsoft’schen Dokumentenstandards als offizielle ISO-Norm (1/2/3); was nicht nur negative Auswirkungen auf das Ansehen der ISO und mancher nationaler Normenorganisationen gehabt hat, sondern nach der Verabschiedung auch dem betreffenden ISO-Gremium in seiner Arbeitsweise geschadet hat. Im Endeffekt hat es Microsoft aber bis heute nicht viel genützt und zeigte deutlich die Beeinflussbarkeit sogenannter „neutraler Normenorganisationen”.)

Derzeit sieht es wieder wie der alte Kampf gegen Windmühlen aus, wenn man aktuelle Berichte im WWW liest wie z.B. über den Entwurf des European Interoperatibility Framework (EIF) 2 (englisch) oder die EU-Initiative zu Websperren, obwohl diese Unsinnigkeit in Deutschland gerade zu Fall gebracht wird.

Um dem strategisch wichtigen Papier doch noch eine andere Richtung zu geben, setzt Gerloff auch auf den Einsatz engagierter Bürger. „Die neue Fassung des EIF muss noch von den Mitgliedsländern verabschiedet werden. Zuständig ist meist ein ‚Chief Information Officer‘, kurz CIO“ – in Deutschland übernimmt diese Aufgabe die IT-Beauftrage der Bundesregierung. Gerloff schlägt Interessierten nun vor, die CIOs ihrer Heimatländer per Mail zur Ablehnung des aktuellen EIF-Entwurfs aufzurufen. – Quelle

Es wird wohl niemals enden. Aber keine Sorge. Es wird immer engagierte Bürger geben, die nicht nur für körperliche Freiheiten und „Offline“-Meinungsfreiheit eintreten werden, sondern auch für die Freiheit in der Software- und Internetwelt.

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